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Vom Schirmberg aus sieht man bis nach München. Dort steht seit 25 Jahren die erste Hubertuskapelle des Landkreises Erding.

25 Jahre Hubertuskapelle Riding

Der Pilgerort der Jäger

Vor einem Vierteljahrhundert hat Erich Lechner die Hubertuskapelle auf dem Schirmberg in Riding errichten lassen. Zum Jubiläum hat er 2000 Euro für heimische Kirchen gespendet.

Riding/Hatting – Seit 25 Jahren thront auf dem Ridinger Schirmberg die erste Hubertuskapelle im Landkreis Erding. Der Fraunberger Revierinhaber Egon Lechner und seine Frau Rita hatten das Gotteshäuschen im gleichen Jahr errichten lassen, als im Erdinger Moos der Flughafen eröffnet wurde. Mit der Inschrift „Als im Jahr 1992 die großen dröhnenden Vögel über unsere Heimat kamen“ erinnert daran auch ein Bronze-Relief der Erdinger Kulturpreisträgerin Maria Munz-Natterer im Inneren der Kapelle.

Das Jubiläum wurde nach einer Treibjagd im Kreis der Jäger im Forsterhof in Hatting mit Rehragout und Hauberlingen gefeiert. Die Blasmusiker Martin Wagner und Richard Lechner hatten die Feier mit einem Halali eröffnet. Im Beisein von Fraunbergs Jagdvorsteher Manfred Angermaier blickte Lechner auf die Entstehungsgeschichte der Hubertuskapelle zurück.

Vor 27 Jahren hatte Kreisheimatpfleger Wolfgang Schierl (†) Lechner als damaligen Vorsitzenden des Kreisjagdverbands auf die Idee gebracht, eine Hubertuskapelle zu errichten. Der Thalheimer nahm sogleich das Grundstück von Alois Weger in seinem Jagdrevier auf den Ridinger Schirmberg mit Ausblick bis nach München und der großen Eiche als geeigneten Standort ins Visier. Nach anstrengenden Grundstücksverhandlungen folgte ein langer Weg zur Baugenehmigung. Neben Schierl hätten der damalige Fraunberger Bürgermeister Lambert Bart, der selbst Jäger war, und Pfarrer Josef Kriechbaumer die Errichtung unterstützt, erinnerte sich Lechner.

Auf Anraten des Fraunberger Baufachmanns Sepp Käsmaier wurde die Kapelle nach einem zuvor besichtigten Alpenkapellen-Muster aus Beton gegossen. Anschließend wurde sie auf dem Schirmberg verankert und mit einem achteckigen Gewölbedachstuhl mit Kupferverkleidung versehen.

Der Erbauer der Hubertuskapelle Riding und Revierinhaber Egon Lechner (l.) überreichte bei der Jubiläumsfeier Spendenschecks an den Vorsitzenden des Fördervereins zum Erhalt der Wallfahrtskirche, Bürgermeister Hans Wiesmaier.

Jährlich trafen sich dort fortan Freunde der Jagd unter freiem Himmel zu ihren Andachten. „Wir können heute das 25-jährige Jubiläum nur mit einer kleinen Feier begehen, weil mittlerweile ein Wettbewerb um Hubertusmessen entstanden ist“, beklagte Lechner. „Die erste Hubertusmesse im Erdinger Landkreis haben aber wir gemacht“, so der Revierinhaber und Ehrenvorsitzende des Kreisjagdverbands.

Beim Jubiläumsabend überreichte Lechner an Bürgermeister Hans Wiesmaier drei Spendenkuverts mit insgesamt 2000 Euro. Die Hälfte davon ist für für die Renovierung der Wallfahrtskirche in Lechners Heimatort Maria Thalheim bestimmt. „Die Kirche liegt mir sehr am Herzen, da wurde Sohn Alexander getauft“, sagte er. Jeweils 500 Euro spendete der Erdinger Geschäftsmann für die Pfarrkirchen St. Florian in Fraunberg und St. Georg in Riding.

„Das Jubiläum ist echt und keine aufgesetzte Show“, lobte Wiesmaier. Es gelte, „unsere Kultur in eine neue Zeit bringen, die sich derzeit entmenschlicht“, erklärte der Bürgermeister. „Wir müssen unsere Heimat selber in die Hand nehmen und zu unserer abendländlichen Kultur stehen.“ Ihm gefalle die Arbeit der Jäger im Einklang zwischen Wild und Wald. „Wir sind bestimmt, die Schöpfung zu ordnen“, erklärte der gläubige Katholik Wiesmaier. „Deshalb sehe ich, die Hubertuskapelle auch als Mahnmal. Lasst euch nicht von dieser Welt ausbremsen“, rief er den Waidmännern zu.

Thomas Obermeier

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