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78 Prozent Energieeinsparung: Fraunberg rüstet Straßenbeleuchtung um

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Von: Friedbert Holz

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Die Umstellung auf LED-Technik bei der Straßenbeleuchtung wird forciert.
Die Umstellung auf LED-Technik bei der Straßenbeleuchtung wird auch in Fraunberg forciert. © MM-Archiv

Auf dem Weg, elektrische Energie optimal auszunutzen und in der Gemeinde „einen grünen Fingerabdruck“ zu erreichen, hat Fraunbergs Bürgermeister Hans Wiesmaier einen Experten in die Gemeinderatssitzung eingeladen: Tobias Brockel, Kommunalbeauftragter der Bayernwerk Netz GmbH aus Landshut, lieferte Zahlen für mehr Energie-Effizienz und Ideen zur Transparenz des Energiesparens.

Fraunberg – Primär war Brockel gebeten worden, eine energetische Sanierung der Straßenbeleuchtung vorzustellen. Immerhin hat Fraunberg in seinem Gemeindegebiet 262 Straßenleuchten, viele von ihnen schon 25 Jahre alt. Der Leuchtstoff ist nicht mehr zeitgemäß, dafür aber laut Brockel mit hohem Verbrauch verbunden und damit teuer: Pro Jahr werden fast 74 000 Kilowattstunden fällig, rund 60 Prozent der kommunalen Stromkosten entfallen auf Beleuchtung.

Die Lösung gegen diesen Kostenfresser heißt LED, Leuchtdioden als Halbleiter-Bauelemente. Ihre Vorteile liegen nicht nur in einem Einsparpotenzial bei CO2 von bis zu 80 Prozent, sie haben eine Lebensdauer von zwölf bis 15 Jahren und liefern ein zielgerichtetes Licht, fast ohne Streuung. Dank einer Komponenten-Bauweise in Modulen muss im Gegensatz zu herkömmlichen Lampen nur das jeweils defekte Bauteil ausgetauscht werden.

Für Fraunberg errechnete Brockel eine Energieeinsparung von rund 78 Prozent bei einem Preis von etwa 70 000 Euro für die Umrüstung. Eine 30-Prozent-Förderung sei möglich, „ein Auftrag zum Umbau kann sowieso erst nach einem Förderbescheid erfolgen“. Zu prüfen sei noch die Situation in Maria Thalheim, dort seien bereits einige Energiespar-Leuchten montiert. Das Ratsgremium beauftragte die Verwaltung einstimmig, sich zeitnah um eine Förderung zu bemühen.

Interessant war auch die Darstellung eines so genannten Energie-Monitors für Fraunberg. Dank dieses neuen Instruments, einzusehen auf jedem Smartphone, wäre eine Visualisierung des Energie-Ist-Zustands jederzeit möglich. „Damit kann die Verwaltung, aber auch jeder Verbraucher sehen, welche Energie gerade verfügbar ist und wodurch sie erzeugt wird, von der Biogasanlage über Photovoltaik bis hin zu Windkraft. So wird Transparenz erzeugt, die allen hilft, den Verbrauch von Energie in Zukunft sichtbar mit zu gestalten. Auch der Autarkie-Grad einer Gemeinde ist zu sehen“, so Brockel. Dieses Instrument, das vielleicht noch mehr Energiebewusstsein bewirken könnte, wäre für Fraunberg zum monatlichen Preis von rund 140 Euro machbar.

Zudem sprach der Strom-Experte noch über den Ersatz der mittlerweile defekten E-Ladesäule hinter dem Gemeindezentrum. Samt jährlicher Service-Kosten müssten dafür rund 5400 Euro aufgewendet werden, eine weitere Ladesäule in Maria Thalheim käme auf etwa 3400 Euro. Der Gemeinderat will sich zu diesem Thema nochmals beraten. Brockel allerdings gab zu bedenken, „dass ein Förderantrag für diese Säulen bis 18. Januar 2022 gestellt sein muss“.

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