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Hans Schwimmer war 30 Jahre langBBV-Kreisobmann. 

Abschiedsrede von Hans Schwimmer 

„Extreme Herausforderungen“

Grucking – Der scheidende BBV-Kreisobmann Hans Schwimmer erinnerte an Krisen in der Landwirtschaft und die Solidarität unter den Bauern.

Zum letzten Mal trat Hans Schwimmer am Montag als Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes ans Mikrofon. In der Ortsobmännerversammlung im Gruckinger Gasthaus Rauch wurde Jakob Maier zu seinem Nachfolger gewählt (wir berichteten). Den Verband gebe es bereits seit 71 Jahren, sagte der 67-jährige. „Davon war ich 30 Jahre, also eine ganze Generation, für unseren Verband, für unsere Bauernfamilien und auch den ländlichen Raum tätig.“

Er habe sich manchmal mit „extremen Herausforderungen“ herumschlagen müssen. Schwimmer denkt dabei an die BSE-Krise, der die Bauernfamilien Nerven und Anstrengungen gekostet und auch den BBV stark gefordert habe. Große Probleme seien stets auch Marktverwerfungen in Bereichen wie Kartoffeln, Milch und Fleisch gewesen. Doch dank des Einsatzes, vor allem auch der vielen ehrenamtlichen Mitglieder, habe man gemeinsame Lösungen gefunden.

Der scheidende Kreisobmann lobte die Solidarität der Landwirte untereinander. So erinnert er an eine Heu- und Sammelaktion für Südtirol, wo wegen einer großen Trockenheit das Futter knapp wurde und der Landkreis Erding aushelfen konnte.

Unvergesslich für ihn bleibt die starke Spenden-Unterstützung im Jugoslawienkrieg in den 1990er Jahren. Unter Militärschutz sei er selbst ins Kriegsgebiet gekommen. „Das war schon extrem, was wir da miterlebt haben“, erinnerte sich Schwimmer. Die Eindrücke hätten ihn daran erinnert, „wie gut es uns eigentlich geht“, und dass „wir manche unserer Probleme nicht überbewerten“ sollten.

Zu den schönen Erinnerungen gehören für Schwimmer vor allem die kulturellen Höhepunkte, wie etwa die Verleihung des Kulturpreises des Landkreises an den Landfrauenchor. „Hier wird Kulturgut vom ländlichen Raum in die Städte getragen.“ Das gehöre genauso zur Öffentlichkeitsarbeit wie die vielen Veranstaltungen des Verbandes mit Prominenten aus Politik und von Organisationen, die das Ansehen des Bauernstandes mittragen.

Was Schwimmer zum Ende seiner Wahlperiode besonders freut, ist die Eröffnung des „Grünen Zentrums“ am Freitag. Hier sind künftig verschiedene Einrichtungen, darunter auch die Buchstelle, der Maschinenring und die Waldbesitzervereinigung, mit der BBV-Geschäftsstelle unter einem Dach zu finden.

Elisabeth Mayr fand anerkennende Worte. „Vor zehn Jahren, als ich neue Kreisbäuerin wurde, haben wir uns erst zusammenraufen müssen“, sagte Mayr, die ebenfalls am Montag an der Spitze des Kreisverbands abgelöst wurde. Sie habe Schwimmers enormes Allgemeinwissen und seinen Einsatz für den Bauernverband „bis an die Grenzen seiner Gesundheit“ zu schätzen gewusst. Walter Pittroff, Direktor des Bauernverbandes Oberbayern, hob besonders die „immer konstruktive Zusammenarbeit“ und den unermüdlichen Einsatz Schwimmers hervor.

Henry Dinger

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