Erhaltenswert? Diese Frage zum Jäger-Anwesen soll eine Untersuchung beantworten.
+
Erhaltenswert? Diese Frage zum Jäger-Anwesen soll eine Untersuchung beantworten.

Substanz auf Prüfstand

Altes Gemäuer: Machbarkeitsstudie für Fraunberger Jäger-Anwesen

Schon seit über 300 Jahren steht das so genannte Jäger-Anwesen am Erlenweg hinter dem Fraunberger Gemeindezentrum. Im vergangenen Jahr hatte es die Kommune gekauft. Sie will es nun im Rahmen der Ortsentwicklung möglicherweise zu einem Kulturzentrum ausbauen. Jetzt ist ein erster Schritt getan.

VON FRIEDBERT HOLZ

Der Gemeinderat beschloss nämlich, dafür eine Machbarkeitsstudie in zwei Stufen in Auftrag zu geben. Abhängig von den Ergebnissen dieser Erhebung könnten dann verschiedene Ideen zur endgültigen Nutzung durch die Gemeinde weiter diskutiert werden.

„Was machen wir nun mit diesem Besitz?“ Mit dieser Frage leitete Bürgermeister Hans Wiesmaier die Diskussion zum Tagesordnungspunkt Jäger-Anwesen ein. Er bat die Räte, ihre Gedanken darüber zu äußern, ob es sinnvoll sei, Statik und Bausubstanz des alten Gemäuers von Fachleuten prüfen zu lassen, um eine professionelle Grundlage für weitere Schritte zu haben.

Das Amt für ländliche Entwicklung in München, mit dessen Hilfe und Zuschüssen in Fraunberg schon einige Projekte erfolgreich umgesetzt worden sind, zeige grundsätzliches Interesse, so Wiesmaier. Zwar sei das Jäger-Anwesen kein Denkmal, es gelte als frei stehendes Haus, aber mit durchaus interessanter Historie (wir berichteten). Nun solle in einer ersten Prüfung des Bestands untersucht werden, welche Teile wirklich erhaltenswert sind, so der Bürgermeister. Zudem riet er dazu, zu prüfen, inwieweit die Aufteilung der Räume in dem alten Gebäude für eine spätere Nutzung durch die Gemeinde geeignet sei.

„Vielleicht müssen wir Wände entfernen. Wir brauchen aber auch eine profunde Aussage über die Statik“, erklärte Wiesmaier. Und weiter: „Ein energetisches Konzept wird ebenso notwendig sein wie Gestaltungsvorschläge für die Freiflächen auf dem Jäger-Gelände. Und letztlich braucht es eine Untersuchung zur Finanzierung des Projekts.“

Auf die lange Bank schieben will der Gemeindechef das Thema nicht. „Wir sind uns, glaube ich, alle einig, dass wir das Anwesen in seiner Grundsubstanz erhalten wollen. Wenn wir uns mit dem Beginn einer Sanierung aber zu lange Zeit lassen, gewinnt die Feuchtigkeit in den Mauern des alten Hauses immer mehr die Oberhand.“

In diese Richtung argumentierten auch Anni Gfirtner (WG Maria Thalheim) und Maria Pfeil (WG Reichenkirchen). Sie hoffen beide darauf, dass eine Machbarkeitsstudie bezuschusst wird und die Gemeinde in die Lage versetzt, eine Basis für weitere Entscheidungen zu haben. Pfeils Fraktionskollege Michael Nett legt großen Wert auf die Prüfung der Bausubstanz, bevor Folgeschritte angegangen werden.

Unter dem generellen Motto, dass eine Sanierung „verantwortbar sein muss“, wie der Bürgermeister betonte, bekam die Verwaltung vom Gemeinderat einstimmig den Auftrag, ein geeignetes Planungsbüro für die Untersuchung des Anwesens zu suchen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare