Beate Zschäpe: Verteidiger fordern maximal zehn Jahre Haft

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Gut besucht waren die Bürgerversammlungen in Grucking und Oberbierbach.

Bürgerversammlungen Fraunberg

Flächen: Wiesmaier warnt vor Planwirtschaft

Kritik an der Flächenfraß-Debatte äußerten Bürgermeister Hans Wiesmaier und Landrat Martin Bayerstorfer. Sie pochen auf die Planungshoheit der Gemeinden.

Oberbierbach/Grucking – Die Debatte über den Flächenfraß wurde in der dritten Fraunberger Bürgerversammlung, diesmal im Gasthaus Rauch in Grucking, geführt. Sowohl Bürgermeister Hans Wiesmaier als auch Landrat Martin Bayerstorfer äußerten sich kritisch zur Diskussion über zu hohen Flächenverbrauch. „Schon das Wort Verbrauch ist eigentlich unsinnig“, sagte der Landrat: „Flächennutzung wäre der bessere, weil treffendere Begriff. Denn wir nutzen ja unser Areal, wenn auch vielleicht nicht immer optimal“.

Es sei gerade im Landkreis Erding sehr wichtig, viele neue Wohnungen zu bauen. Ein Bauen in die Höhe allein bringe nicht den Erfolg – „das zerstört Siedlungs-Homogenität“. Der Wohnungsbau beanspruche 18 Hektar, die Fläche für zusätzliche landwirtschaftliche Gebäude (keine Felder) 12 Hektar, das Gewerbe sechs, sagte Bayerstorfer. Sollte tatsächlich eine Flächen-Reglementierung auf die Gemeinden zukommen, seien diese „total entmündigt und hätten kein Entwicklungspotenzial mehr“, kritisierte der Landrat.

Bürgermeister Wiesmaier: „Mit dem angedachten Flächenpool lassen sich unsere Aufgaben nicht mehr erfüllen, das ist dann wie Planwirtschaft.“ Dass der Landkreis aber weiteres Wachstum brauche, unterstrich der Landrat: „Wir sind aus dem Mittelfeld der Gemeinden in Oberbayern bereits auf Rang vier vorgerückt. Wohlstand basiert bei uns auch nicht allein durch Gewerbeansiedlung. Vielmehr sorgt das Steueraufkommen der Landkreis-Bewohner für eine solide Finanzbasis, nicht zu vergessen der Mittelstand.“

Aus der Mitte der Bürgerschaft kamen vor allem Fragen zur neuen Ortsmitte Reichenkirchen. „Wir werden demnächst zu einem Treffen mit allen Beteiligten einladen“, so Wiesmaier, „so bekommen wir Ideen für eine endgültige Lösung“. Denn es stehe noch nicht fest, wie eine Pflasterung auf dem Dorfplatz aussehen könne, wo der Maibaum letztlich stehe. Einig waren sich aber schon ein paar Anwohner darin, dass die Mauer eines Friedhof-Nachbars „viel zu hoch und zu hässlich“ sei.

Wlan-Hotspots bald Thema im Rat

In der Bürgerversammlung am Tag zuvor im Gasthaus Strasser in Oberbierbach hatten die Bürger über drei schriftlich eingereichte Anträge abzustimmen. Über den Wunsch nach freiem Wlan über Hotspots bei der Gemeinde, der Feuerwehr sowie am Badeweiher will der Gemeinderat demnächst beraten. Bei der Aufklärung über die Qualität der 34 Kilometer langen Gewässer dritter Ordnung, vor allem Gräben, in der Gemeinde verwies der Bürgermeister auf Hinweise im Internet.

In keinem Fall könne die Gemeinde den Wunsch eines Bürgers nach besserer Mobilfunkabdeckung erfüllen. Dafür seien alleine die beiden Mobilfunkanbieter verantwortlich.

Neben diesen Themen gab es auch wieder Ehrungen. In Oberbierbach wurden drei Feuerwehrleute für 25 Jahre Dienst ausgezeichnet (wir berichteten), in Grucking bekam Anton Wenhart aus Grafing ebenfalls das traditionelle Gemeinde-Krügerl.

In jedem Fall zufrieden äußerte sich Wiesmaier nach den Bürgerversammlungen: „Es ist schön zu sehen, wie viele Bürger gekommen sind. Schließlich sollten wir angesichts der vielen Verrücktheiten in der großen Welt wenigstens unsere kleine Welt hier in Ordnung halten.“ Friedbert Holz

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