Können mittlerweile wieder lachen: Die achtjährige Maxima und ihre Mutter Christine Scharf haben die Zuckerkrankheit Diabetes Typ 1 inzwischen gut im Griff. Die Diagnose war zunächst ein großer Schock.
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Können mittlerweile wieder lachen: Die achtjährige Maxima und ihre Mutter Christine Scharf haben die Zuckerkrankheit Diabetes Typ 1 inzwischen gut im Griff. Die Diagnose war zunächst ein großer Schock.

Diabetes Typ 1

Schock-Diagnose für Maxima (8): So lebt die Kleine mit ihrer unheilbaren Krankheit

Die Diagnose traf die Familie wie ein Schock: Die kleine Maxima (8) leidet unter Diabetes Typ 1., einer als unheilbar geltenden, chronischen Krankheit. Doch die Kleine ist stark.

  • Maxima (8) aus dem Landkreis Erding hat Diabetes.
  • Die Diagnose war ein Schock für die Familie.
  • Doch Maxima stellt sich der unheilbaren Krankheit tapfer.

Maria Thalheim – Die Diagnose einer chronischen Krankheit ist für den Betroffenen meist schwer zu ertragen, ganz besonders, wenn es sich dabei um das eigene Kind handelt. Christine Scharf und ihre Tochter Maxima leben seit kurzem mit der Zuckerkrankheit Diabetes Typ 1. Und das besser als erwartet.

Maxima (8) leidet an Diabetes Typ 1: „Hatte Schmerzen am ganzen Körper“

Klagen jetzt viele Menschen über Corona, so begann bei Familie Scharf in Maria Thalheim der Ausnahmezustand schon einen Monat vor dem Lockdown. Christine Scharf bemerkte bei ihrer achtjährigen Tochter im Februar plötzlich extremen Durst. „Sie trank literweise Wasser und musste nachts auch mehrmals raus“, schildert die 49-Jährige. „Am nächsten Tag hatte ich in der Schule solche Schmerzen am ganzen Körper, dass ich kaum aufstehen konnte“, erzählt ihre muntere Tochter. Sie wurde vorzeitig vom Unterricht abgeholt und bekam beim Hausarzt nach der Blutabnahme die alarmierende Nachricht: „Der Blutzuckerwert, der normal bei 100 liegt, war bei Maxima auf 800 angestiegen.“

Mit dem Sensor lässt sich der Blutzuckerspiegel laufend kontrollieren.

Sofort ging es ins Altöttinger Kinderkrankenhaus. „Dort war ich drei Tage auf der Intensivstation, da habe ich mich wie angekettet gefühlt mit den vielen Schläuchen“, sagt die kleine Patientin. Nach dem Wechsel auf die normale Station begannen für Mutter und Tochter tagelange Schulungen zum Umgang mit der Krankheit. „Ich habe die erste Nacht nur geweint, erst nach ein paar Tagen kam dann die Sicherheit, dass es zu schaffen ist“, sagt Mutter Christine. „Mir ging’s im Krankenhaus ganz gut“, beteuert dagegen Maxima, „dauernd hat jemand gefragt, was ich zum Essen will, sogar Schnitzel mit Pommes gab es“.

Diabetes Typ 1 bei Kindern: Maxima (8) gewöhnte sich schnell an das ständige Blutzuckermessen

Nach zwei Wochen im Krankenhaus besuchte die Schülerin sofort wieder den Unterricht, ihre Freunde hatten sie schon sehr vermisst. Neben dem Schulranzen galt es aber nun, weitere Ausrüstung mitzunehmen. In einer Bauchtasche immer dabei hat die Achtjährige ihren Diabetikerausweis, dazu mehrere Stücke Traubenzucker und ein Messgerät, ähnlich wie ein Smartphone. Zum Messen des Blutzuckerspiegels hält sie dieses an einen kreisförmigen Sensor, der auf dem Oberarm aufgeklebt ist. Vermieden wird dadurch das laufende Piksen in den Finger. Alle zwei Wochen ist ein Wechsel des Sensors zum anderen Arm fällig. Das sei nicht so angenehm, gibt die Schülerin zu, da der Sensor mit einer kleinen Nadel in den Arm gestochen wird. Die Nadel zieht sich danach in die Applikationshilfe zurück, im Arm bleibt nur ein dünnes Fädchen unter dem außen sichtbaren „Knopf“, das den Blutzucker misst.

Stolz zeigt Maxima die bunten Aufkleber, mit denen sie den Sensor verzieren kann, am besten gefällt ihr dabei der Sticker mit dem kleinen Hund. Bereits im Altöttinger Krankenhaus erhielt die kleine Patientin einen Rucksack mit Giraffenmuster, auch hierin sind ein Diabetikerausweis und Traubenzucker enthalten, dazu ein kleiner Saft sowie eine Insulinspritze. „Den nehme ich immer mit, wenn ich zu einer Freundin gehe“, erzählt Maxima.

Maxima (8) ist unheilbar krank: Notfalllbox in der Schule deponiert

Bereits im Vorfeld hat Mama Christine die Lehrerin über die Lage informiert und in der Schule eine Notfallbox abgegeben. „Ich bin das einzige Kind mit Diabetes in meiner Schule“, berichtet Tochter Maxima. Gelernt hat sie bei den Schulungen im Krankenhaus auch das Spritzen des Insulins, das sie sich mittlerweile routiniert in den Bauch spritzt. „Sie wollte das Spritzen sofort selbst machen, das ist ja auch praktisch, wenn sie unterwegs ist“, erklärt Christine Scharf. Auch die abendliche Spritze mit dem Langzeit-Insulin verabreicht sich ihre Tochter souverän in den Oberschenkel, die Mama kontrolliert nur die aufgezogene Menge.

Die Insulinspritze ist für Maxima Scharf inzwischen Routine.

„Das arme Kind, jetzt darf sie nichts Süßes mehr essen“, wird Maxima oft bedauert, doch das stimme so nicht. Es wäre keine Umstellung beim Essen nötig gewesen, ihre Tochter darf alles essen wie zuvor, erklärt Mama Christine. Auch das Essengehen sei kein Problem, nur etwas bedachter gehe die Nahrungsaufnahme vonstatten. Vor dem Essen werden mit Hilfe einer Tabelle die Broteinheiten (BS) bestimmt, danach richtet sich die Spritzeinheit. Bei drei Mahlzeiten wird auch dreimal gespritzt, bei Zwischenmahlzeiten ein- bis zweimal zusätzlich.

Diabetes Typ 1 bislang unheilbar: Maxima (8) wird gut betreut

Zur Dokumentation wird genau Blutzucker-Tagebuch geführt, mit Einträgen zu den täglichen Spritzmengen, das dann auch bei den ärztlichen Kontrollterminen vorgelegt wird. „Schon im Krankenhaus wurden wir bestens von unserer Diabetologin Frau Dr. Sydlik und unserer Diabetes-Beraterin Frau Jetzlsperger betreut, die wir jederzeit kontaktieren können bei Fragen oder Problemen. Das gibt mir viel Sicherheit“, sagt Christine Scharf, die die Situation inzwischen relativ entspannt erlebt.

Keine spürbaren Einschränkungen im Alltag: Maxima (8) schlägt sich tapfer mit ihrer Diabetes Typ 1

Sehr vernünftig hat sich auch Patientin Maxima mit der Krankheit arrangiert. Sie ist froh, dass sie weiterhin ihre sportlichen Aktivitäten wie Kickboxen beim KBV Erding, Skifahren und Einradfahren ausüben kann. Sport wird ausdrücklich angeraten, da er die Blutzuckerwerte stabilisieren kann. Auch Aktionen mit den „Wieselkindern“ im Gartenbauverein oder Freundinnen treffen sind kein Problem. „Ich habe mit den Trainern und Eltern der Schulkameraden gesprochen, die wissen alle genau Bescheid. Das klappt super“, freut sich die Mutter. Nur mit dem Übernachten bei Freunden wollen die beiden noch etwas warten.

Schritt für Schritt erweitern Mutter und Tochter nun den Aktionsradius, Kinobesuche mit Popcorn – mit vorher spritzen – oder ein Besuch im Legoland klappten schon gut. Coronabedingt musste der für die Sommerferien geplante Urlaub in Gran Canaria abgesagt werden, doch auch dafür hat Maxima eine Lösung: „Dann fahren wir eben nächstes Jahr zweimal weg“, erklärt das sportliche Mädchen mit einem Lächeln.

Auch Adrian aus dem Landkreis Dachau leidet unter Diabetes Typ 1. Er war gerade einmal 15, als er die Diagnose bekam. Es war ein Tag, an dem sich alles änderte - und den er fast nicht überlebte.

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