Fast unverändert präsentiert sich die Führungsriege der Fraunberger LBV-Ortsgruppe mit (ab 2. v. l.) Andreas Ploner, Claudia, Christian und Julia Kainz sowie Walter Eschbaumer. Bürgermeister Hans Wiesmaier (l.) würdigte in seinem Grußwort das große Engagement des 23 Mitglieder zählenden Vereins.
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Fast unverändert präsentiert sich die Führungsriege der Fraunberger LBV-Ortsgruppe mit (ab 2. v. l.) Andreas Ploner, Claudia, Christian und Julia Kainz sowie Walter Eschbaumer. Bürgermeister Hans Wiesmaier (l.) würdigte in seinem Grußwort das große Engagement des 23 Mitglieder zählenden Vereins.

Christian Kainz bleibt Fraunbergs LBV-Vorsitzender

Das alles andere als romantische Leben der Turteltaube

Vorstandswahlen standen beim Fraunberger Landesbund für Vogelschutz an. Zudem gab es einen Vortrag über das gar nicht mal romantische Leben der Turteltaube.

VON FRIEDBERT HOLZ

Fraunberg – Sie kümmern sich, wie Bürgermeister Hans Wiesmaier sagte, „um den sensiblen Umgang mit unserer heimischen Natur“: die 23 Mitglieder der Fraunberger Ortsgruppe im Landesbund für Vogelschutz (LBV). Seit vier Jahren besteht die Gruppierung, die in ihrer Hauptversammlung im Gasthaus Strasser in Oberbierbach den Vorstand wählte.

Bis auf den Posten des Schriftführers, der von Walter Eschbaumer zu Julia Kainz wechselte, sieht die Führungsriege wie bisher aus: Vorsitzender bleibt Christian Kainz, sein Stellvertreter heißt Andreas Ploner, die Kasse verwaltet Claudia Kainz. Eschbaumer bleibt der Vereinsspitze als Beisitzer erhalten.

Wegen Corona sind die Termine im laufenden Jahr übersichtlich. Ohne feste Daten im Kalender zu nennen, wollen sich die Vogel- und Naturfreunde auch weiterhin um die mittlerweile rund 100 Nistkästen und deren Säuberung in der Gemeinde kümmern. Sie pflegen den ehemaligen Badeweiher als Biotop, pflanzen einzelne Hecken als Rückzugs- und Nistort für Vögel und Kleintiere. „Wenn alles gut läuft“, so Kainz, „können wir vielleicht Mitte Januar unser traditionelles Neujahrstreffen veranstalten, zusammen mit einer Fotoausstellung“.

Schon seit ihrem Bestehen achten die LBV-Mitglieder in Fraunberg engagiert auf den Schutz von Biotopen und gefährdeten Tieren, versuchen, über Vorträge und Exkursionen die Öffentlichkeit für den Umweltschutz zu sensibilisieren. Und so dankte Wiesmaier dem Verein für seine Arbeit in der Gemeinde, „die nach außen hin nicht immer einfach zu vermitteln ist“. Es gelte gerade in diesen Zeiten, alle Akteure vor Ort, wie Jäger oder Gartenbesitzer, zum Mitmachen zu motivieren, demnächst werde die Gemeinde auch ein Pflegekonzept für gewisse Flächen vorstellen.

Das harte Leben der Turteltaube

Sie gilt nicht nur als Sinnbild für den Heiligen Geist in der Katholischen Kirche, sie steht auch für Liebe und Frieden. Und doch sind ihre Lebensbedingungen weit weniger romantisch, wie Christian Kainz in seinem Vortrag ausführte. „Vor allem in Südeuropa wird die Turteltaube immer noch viel gejagt, jährlich kommen dabei weit über eine Million Tiere zu Schaden“. Aber auch hierzulande ist das Leben für den zierlichen Vogel, die kleinste unter fast 300 Tauben-Arten, keinesfalls einfach. Denn Flurbereinigung, monotone Anbauformen in der Landwirtschaft und Pestizide machen ihr zu schaffen, zudem wird ihr Lebensraum - offene Waldränder, Flußauen oder lichte Wälder - immer mehr eingeengt. „Sie braucht auch viel und regelmäßig Wasser, badet sich darin gerne und bekommt als so genannter Langstreckenzieher an ihrem Zielort im mittleren Afrika immer mehr Probleme wegen starken Wassermangels“, so Kainz. Denn die Turteltaube verlässt im Winter unser Land und fliegt in den Süden, wo sie allerdings immer mehr auf Wüstenland trifft. Seit 1990 ist ihr Bestand in Deutschland sehr zurück gegangen, daher gilt sie nach dem Bundesnaturgesetz auch als besonders geschützt und erhielt deswegen den Titel als Vogel des Jahres 2020. 

Bevor Christian Kainz einen kurzen, aber informativen Vortrag über die Turteltaube (siehe Infobox oben) hielt, präsentierte seine Frau Claudia als Kassenwartin den Stand der Vereinsfinanzen. Diesem zufolge gab es im vergangenen Jahr Einnahmen in Höhe von rund 1500 Euro, darunter Spenden von rund 700 Euro. Dem standen Ausgaben von rund 1300 Euro gegenüber. Der aktuelle Kassenstand beträgt rund 420 Euro, nennenswerte Einnahmen und Ausgaben werden heuer nicht erwartet.

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