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Bereit für den großen Hochzeitszug: die reitenden Falkner Florian Taisch mit Sozia Franziska Stiglmaier, Sebas tian Schweiberger mit Evi Schnurer und Fabian Kargl mit Julia Schnurer auf den drei Rappen des Fraunbergers Werner Kalinetz (vorne, r.). Wochenlang haben Darsteller, Pferde und Falken dafür trainiert.

Landshuter Hochzeit 

Ein Fraunberger führt die berittenen Falkner

Fraunberg/Landshut - Fraunberger Unterstützung erfährt die Landshuter Hochzeit: Zum dritten Mal ist Werner Kalinetz (65) mit seinen drei herrlichen französichen Kaltblütern dabei.

Zum 41. Mal findet heuer die Landshuter Hochzeit statt. Das Mittelalter-Spektakel dauert bis 23. Juli. In originalgetreuen Gewändern erinnern 2400 Darsteller an die Vermählung Herzog Georgs von Landshut mit der polnischen Königstochter Hedwig im Jahre 1475.

Das Historienspiel findet seit 1903 alle vier Jahre statt. Mittendrin ist zum dritten Mal der Fraunberger Werner Kalinetz. Der 65-Jährige ist als Pferdeführer mit seinen drei französischen Kaltblütern, Rappen der Rasse Percheron, als Pferdeführer bei den Falknern dabei. Heuer stellt Kalinetz sogar ein viertes Pferd für die Kaiserlichen zur Verfügung. Auf ihm reitet Günther Bergmüller als Herzog Wolfgang.

„Mittlerweile gehört der Werner schon fest zum Inventar der Landshuter Hochzeit“, sagt Falkner-Chef Wolfgang Forstner. „Er macht nicht nur mit, er lebt die Landshuter Hochzeit.“ Seine prächtigen Pferde standen 2009 auf der Landshuter Wunschliste ganz oben. „Normalerweise fahre ich bei Festumzügen mit der Kutsche Prominente spazieren oder Trachtenvereine beim großen Oktoberfest-Schützenumzug in München“, sagt Kalinetz. „Da ich meine Pferde nicht von der Hand lasse, wurde mir damals angeboten, selbst als Pferdeführer bei der Landshuter Hochzeit mitzuwirken“, erzählt er.

Für die Vorbereitung der Umzüge musste Kalinetz viel Freizeit investieren. Seit dem Frühjahr hatten die drei berittenen Falkner und er die Aufgabe, Pferde und Falken mit viel Geduld aneinander zu gewöhnen. Besonders schwierig sei es, „wenn die Falken anfangen zu flattern und sich die Pferde erschrecken. Das wäre eine heikle Situation beim Festzug mit den vielen Gästen“. Auch an die Hallooo-Rufe sind die Pferde gewöhnt worden. Fast täglich wurden die Festabläufe durchgespielt.

„Außerdem mussten sich meine Kutschenpferde auch an den speziellen altertümlichen Sattel gewöhnen, auf dem jeweils zwei Personen reiten. Doch mit viel Ruhe, Geduld und Tierliebe haben wir es geschafft“, sagt Kalinetz zufrieden.

Vor zwei Wochen waren alle Pferdeführer mit ihren Tieren in der Landshuter Innenstadt und haben geübt. Da lief es bei allen Mitwirkenden bestens. Am morgigen Sonntag geht’s los. Dann findet der erste Hochzeitsumzug statt.

Kalinetz fährt mit den sauber gewaschenen Pferden am Vormittag zum Lagerplatz. Dort werden die Tiere für den Festzug geschmückt, der um 14 Uhr beginnt. „Meine Stute Lady reitet Herzog Wolfgang bei den Königlichen. Ich ziehe in mittelalterlicher Kleidung mit meinen drei Pferden Pia, Gloria und Hercules, begleitet von 15 Falknern und deren elf Falken laut ,Hallooo‘ rufend durch die Alt- und Neustadt zurück ins Lager.“ Tausende Zuschauer lassen sich das nicht entgehen.

Nach dem Umzug bringt Kalinetz seine Pferde wieder nach Hause. Er könnte sie für die vier Festwochen auch in Landshut unterbringen, „aber sie fühlen sich in ihrer gewohnten Umgebung in Fraunberg am wohlsten“. Nachdem er die Pferde versorgt hat, geht’s für Kalinetz nach Landshut zurück. Im historischen Lager feiert er mit den anderen Mitwirkenden zusammen.

Die Landshuter Hochzeit dauert bis 23. Juli. Keine Eintrittskarte braucht man für den großen Hochzeitszug mit allen Mitwirkenden durch die Alt- und Neustadt. Beginn ist jeden Sonntag um 14 Uhr. Wegen des Andrangs von über 100 000 Zuschauern ist es ratsam, früh da zu sein, um einen guten Platz zu ergattern. Auch der Zehrplatz mit mittelalterlichem Lagerleben auf der Grieserwiese ist ohne Reservierung zugänglich. Eintritt: drei Euro. (Thomas Obermeier)

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