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Mit einem geselligen Hoffest präsentierte sich die Unterkunft für minderjährige Flüchtlinge.

Unterkunft für Minderjährige Flüchtlinge

„Ein kleines Stück bessere Welt“

Fraunberg - Mit einem Hoffest bei der Unterkunft für minderjährige Flüchtlinge in Bachham stellten die jungen Bewohner sich und ihr neues Zuhause vor.

Die Sonne strahlte mit der guten Laune der Veranstalter und Gäste um die Wette. Bei einem Hoffest in Bachham (Gemeinde Fraunberg) waren die zehn unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge die Hauptpersonen. Sie kommen aus Guinea, Eritrea, Syrien, Afghanistan und Pakistan. Sie sprachen bei ihrer Ankunft im Januar noch kein deutsches Wort. Mittlerweile aber besuchen sie alle eine Schule, je nach Alter und entsprechendem Bildungsstand.

Wenn sie mit dem Bus nach Hause in die Einrichtung des Johanniter-Regional-Verbands Oberbayern kommen, kochen sie, machen Hausaufgaben unter Betreuung und genießen ihre Freizeit – endlich in Freiheit. „Es war spannend zu sehen, wie sie sich integriert haben und wie nett sie aufgenommen worden sind“, berichtet Margit März, Mitglied des Johanniter-Regionalvorstands. „Deshalb habe ich mich auf dieses Hoffest auch besonders gefreut.“

Freude drückte auch Bürgermeister Hans Wiesmaier aus. „Hier vor Ort lässt sich spüren, was alles geleistet wurde. Von Anfang an sei alles professionell abgelaufen. Die Jugendlichen kommen aus einer anderen Welt, mit teilweise schrecklichen Erlebnissen, wir können ihnen vielleicht ein kleines Stück bessere Welt geben. Und“, so ergänzte Wiesmaier schmunzelnd, „wir hoffen, dass wir neue Bayern bekommen“.

Tatsächlich scheint es den jungen Männern in Bachham zu gefallen, wie etwa dem 17-jährigen Nidal aus Kobane in Syrien. „Ich fühle mich hier wohl“, sagt er stolz auf Deutsch, „ich habe Maler gelernt, gehe auf die Berufsschule in Erding und würde gerne bleiben“.

Einer der Betreuer, Francesco Adragna aus Sizilien, 35, hilft bei Hausaufgaben, bildet die Nahtstelle zum Vormund und unterstützt die Burschen im Alltag. Adragna hat Arabisch in Palermo studiert und einige Jahre in Damaskus gelebt. „Damit kann ich für einige der Jungen eine wichtige Sprachbrücke bilden.“

Sabine Weiß, die Besitzerin des ehemaligen Hofes, berichtet von positiven Erfahrungen: „Bislang gibt es keine wirklichen Probleme. Die Jugendlichen scheinen hier gern zu leben und kommen untereinander gut zurecht“.

Der einzige mit einem kleinen Problem war beim Hoffest der Bürgermeister. Wiesmaiers Versuch, das Bier aus dem von ihm gestifteten Fass herauszubekommen, war erfolglos. Doch nach ein paar Ansätzen mit dem Zapfhahn floss das Bier endlich. Das Hoffest konnte beginnen.  

Friedbert Holz

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