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In der Flughafenregion rüsten sich die Gemeinden zur Ultrafeinstaubmessung. Auch Fraunberg sieht nun Handlungsbedarf.

Flughafen München

Ultrafeinstaub: Fraunberg ist an Bord

Wo ein Flughafen ist, gibt es Ultrafeinstaub. Dabei handelt es sich um winzige Partikel in der Luft, die nicht nur vom Umwelt-Bundesamt sondern auch von der EU-Kommission als Gesundheitsrisiko eingestuft werden. Um das Aufkommen dieser Partikel zu ermitteln, hat sich neben den Gemeinden Moosburg, Hallbergmoos und Neufahrn auch der Markt Wartenberg eine Messstation angeschafft. Daran beteiligt sich nach mehrheitlichem Beschluss des Gemeinderats nun auch Fraunberg mit 500 Euro jährlich.

VON FRIEDBERT HOLZ

Fraunberg – Die Verwaltung hatte eine Präsentation des Bürgervereins Freising zur Vermeidung von Lärm- und Schadstoffbelastungen gezeigt. Er misst schon seit Jahren auch Werte zur Ultrafeinstaub-Belastung am Flughafen München – der keine eigenen Messungen vornimmt – sowie der umliegenden, betroffenen Gemeinden. Dabei wurde ermittelt, dass die höchsten Partikel-Emissionen der Flugzeug-Triebwerke gar nicht beim Start in die Umgebungsluft geraten, sondern bei den Maschinen, die auf den Zufahrtswegen zur Startbahn rollen oder stehen.

Gemeinderat Karl-Heinz Reingruber (Grüne) sagte: „Es ist ein Witz, dass sich offizielle Messstellen in Bayern für Ultrafeinstaub-Belastung in Augsburg und Regensburg befinden. Hier in Flughafen-Nähe wäre es aber notwendig. Und so soll durch die Ergebnisse der vier gemeindlichen Messstellen letztlich Druck auf den Staat ausgeübt werden, selbst dieses gesundheitsschädliche Phänomen zu erfassen und Gegenmaßnahmen zu ergreifen.“

Beispielsweise wäre es sofort umsetzbar, etwa Flugzeuge mit schwefelfreiem Kerosin zu betanken. Zwar, so besagt die gezeigte Untersuchung, gibt es derzeit noch keine gesetzlichen Höchstgrenzen für Ultrafeinstaub. Doch Messungen an verschiedenen Stellen zeigten klar die hohe Belastung für Gemeinden in Flughafen-Nähe. So wurden auf der Zugspitze 1000 Partikel pro Kubikzentimeter Luft gemessen, in einer Wohngegend in der Nähe des Airports bei entsprechendem Wind jedoch 45 000 Partikel. „Denn gerade der Wind“, so Reingruber, „trägt Ultrafeinstaub in alle Richtungen und führt dort zu erheblich gesundheitsschädlichen Konzentrationen“.

Diese Zahlen beeindruckten auch den Gemeinderat. Und so beschloss er bei einer Gegenstimme, die Nachbargemeinde Wartenberg mit 500 Euro bei deren Messungen zu unterstützen. Jedoch betonte Bürgermeister Hans Wiesmaier, dass diese Maßnahme nicht der Weisheit letzter Schluss sein könne: „Es darf doch nicht den einzelnen Gemeinden überlassen bleiben, Schadstoffe in der Luft zu messen. Das ist schon eine staatliche Angelegenheit.“ Deshalb will er neben der Nachbarschaftshilfe trotzdem das Umweltministerium zu einer offiziellen Aktion auffordern.

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