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Mit einem Förderbescheid über 150 000 Euro war Ministerin Ulrike Scharf im Rathaus zu Gast. Dabei waren (v. l.) Christian Leeb, Hans Wiesmaier und Hans Rasthofer.  

Förderprogramm Hochwasserschutz

Gegen die „Hochwasser-Demenz“

Fraunberg erhält als erste von 24 bayerischen Gemeinden einen Zuschuss nach einem neuen Hochwasser-Förderprogramm des Freistaats.

Fraunberg – Die Gemeinde Fraunberg ist die erste von bayernweit 24 Pilot-Kommunen, die an einem neuen Förderprogramm des Freistaates Bayern zum Hochwasserschutz teilnehmen. Gestern erhielten Bürgermeister Hans Wiesmaier und sein Stellvertreter Hans Rasthofer den Bescheid über die Förderung in Höhe von 150 000 Euro.

Das Förderprogramm gebe nun der Gemeinde die Möglichkeit, etwas zu tun, sagte Wiesmaier. Fraunberg habe 42 Quadratkilometer, 42 Ortsteile und volle 36 Kilometer Gewässer dritter Ordnung, etwa kleine Bäche. Um diese gehe in diesem Programm, berichtete der Bürgermeister. Er hob hervor, dass es wichtig sei, dass auch kleine Einheiten in solchen Programmen des Freistaates berücksichtigt würden. Angesichts der veranschlagten 200 000 Euro für örtliche Maßnahmen sei der Zuschuss ein substanzieller Beitrag, freute sich Wiesmaier.

Das Geld gibt es für Planungsleistungen für Verbesserungen im Schutz gegen Sturzfluten, wie sie 2016 Simbach heimgesucht haben mit sieben Toten und einem Sachschaden in Millionenhöhe. „Schon nach dem Hochwasser 2013 hat die Gemeinde Fraunberg mit Überlegungen begonnen und war in Vorleistung gegangen“, lobte Umweltministerin Ulrike Scharf bei der Übergabe des Förderbescheids. Sie sprach von einer „vorausschauenden und klugen Vorgehensweise“ und setzte augenzwinkernd hinzu: „Ich bin sehr zufrieden mit meinem Bürgermeister.“

Für die in Maria Thalheim wohnende Ministerin war es ein Heimspiel, für Christian Leeb dagegen das Debüt: Der neue Leiter des Wasserwirtschaftsamts München war zum ersten Mal in Fraunberg.

Die Ministerin stellte das Problem in einen größeren Zusammenhang, nannte Sturzfluten wie die von Simbach einen „Boten des Klimawandels“ und erläuterte, dass sich die Zugbahnen von Wetterphänomen verlangsamt hätten mit der Folge, dass sich Starkregenereignisse erstens intensivierten und zweitens lokal stärker begrenzt seien.

Es gehe auch um Bewusstseinsbildung, deutete Wiesmaier an. Die Gemeinde könne planen, aber wenn sie die Flächen etwa für Retentionsräume und Rückhaltebauwerke nicht bekomme, gehe es eben nicht. Er erinnerte sich, dass er kurz nach seiner Amtsübernahme eins solches Bauwerk habe angehen wolle. „Ich bin jetzt 22 Jahre lang Bürgermeister. Gebaut haben wir es immer noch nicht.“ Es fehle eben an der Grundstücksverfügbarkeit.

Scharf kannte das Problem nur allzu gut: „Wir reden von der Hochwasser-Demenz“ sagte sie und appellierte: „Es ist eine Frage der Solidarität.“ Damit meinte sie, dass die Menschen im Oberlauf der Gewässer möglicherweise weniger Probleme hätten als die, bei denen das ganze Wasser dann ankommt.

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