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Die Schlangenlinie quer durch ein Maisfeld in Forach bei Fraunberg ist kein Wunder der Natur, sondern angebaute Wintergerste, die vor Bodenerosionen schützt.

Schlangenlinien gegen Bodenabtragung

Wintergerste auf dem Maisfeld sorgt für Schutz vor Erosion

Auf einem Maisfeld bei Fraunberg waren in den letzten Wochen interessante Schlangenlinien zu sehen. Dabei handelt es sich nicht um eine Art Kornkreis, sondern um Erosionsschutz.

Fraunberg – Was auf dem Foto von Andreas Faltermaier wie eine gelblich-grüne Schlange durch die leicht hügelige Ackerlandschaft bei Forach mäandert, ist keine zufällige Laune der Natur. Es handelt sich vielmehr um einen bewusst angelegten Schutz gegen drohende Bodenerosion, vor allem gegen zu viel abfließendes Wasser.

Landwirt Bartholomäus Pfanzelt, der ganz in der Nähe seinen Hof bewirtschaftet und schon seit 20 Jahren auf dieser rund vier Hektar großen Fläche Mais anbaut, erklärt: „Damit das Erdreich auf der teilweise stärker geneigten Ackerfläche nicht weggeschwemmt wird, etwa durch viel Wasser nach starkem Regen, haben wir Wintergerste als natürliches Hemmnis zwischen der Mais-Saat eingebracht“.

Gerstenanbau kurz vor der Mais-Ansaat

Zuerst wird nach der Düngung mit Gülle Ende März der Boden so bearbeitet, dass er locker bleibt, dass das Verhältnis von Luft und Wasser im Erdreich stimmt. Im April schließlich, wenn der Boden eine Temperatur von etwa acht Grad hat, wird – ganz kurz vor der Mais-Ansaat – diese so genannte Wintergerste eingebracht.

Diese Getreideart braucht Frost, um wachsen zu können, trägt aber zu dieser Jahreszeit dann keine Frucht mehr. Sie wächst nur noch rund zehn Zentimeter hoch zwischen den Saatreihen, in denen der Mais wächst. Aber die Wintergerste hält sehr wirksam Wasser als möglichen Erosionsgrund zurück und gleichzeitig das Erdreich fest, es kann jetzt nicht mehr einen ganzen Hang abschwemmen.

80-prozentiger Schutz gegen Erosion

„Das bietet uns in Summe einen 80-prozentigen Schutz gegen Erosion“, weiß Bauer Pfanzelt, der je nach Topografie und Steilheit des Geländes eine rund drei Meter breite Schlangenlinie durch sein Feld gezogen hat, so breit wie seine Sämaschine. Aus Erfahrung weiß er, wo herab fließendes Wasser am ehesten wertvolles Erdreich mitnehmen könnte – dort wird dann eventuell eine intensivere Schleife gezogen als an weniger steilen Geländestellen.

Grundsätzlich wird Saat mit einer Sämaschine verteilt, gezogen von einem Traktor mit so genannten Niederdruckreifen. Diese Gummi-Monster sind immerhin 65 Zentimeter breit und gut zwei Meter hoch, haben zudem eine starke Profilierung in Pfeilform. „Damit ist gewährleistet, dass nicht zu viel Druck pro Zentimeter Fläche auf den Boden einwirkt. Zudem wirkt dieses Pfeilprofil wie viele kleine Dämme“, geht der Landwirt ins technische Detail seiner Arbeits-Maschinen.

Und so entsteht schließlich ein wirksamer Schutz gegen unerwünschten Bodenverlust, der dem Landwirt nicht nur seine Ernte sichert, sondern auch gut ist für spannende Bilder in der Natur.

Friedbert Holz

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