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Anita Steinbichler leitet das Kinderhaus St. Florian.

Kinderhaus St. Florian nimmt an Universitätsstudie teil

Die Fraunberger Covid-Kids

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Das Kinderhaus St. Florian in Fraunberg nimmt an großen, bayernweiten Covid-Kinder-Studie teil. Von den Ergebnissen soll das ganze Land profitieren.

Fraunberg – Das Wissen über Corona wächst schnell. Welche Rolle Kinder als Infektionstreiber spielen, ist aber noch immer nicht zufriedenstellend erforscht. Wie ansteckend Kinder sind und welche Folgen die Pandemie für sie hat, wird nun in einer großen Studie zu klären versucht. An dem Projekt Covid Kids Bavaria beteiligt sich im Landkreis Erding das Kinderhaus St. Florian in Fraunberg.

Dessen Leiterin Anita Steinbichler berichtet im Gespräch mit unserer Zeitung, dass alle Schulen und Kindertagesstätten angeschrieben worden seien. „Ich finde das ein hoch spannendes Thema, und deswegen haben wir uns entschieden, uns um die Teilnahme an Covid Kids Bavaria zu bewerben. Tatsächlich wurde die Kita mit 170 Mädchen und Buben in Trägerschaft der Katholischen Kirchenstiftung St. Michael Reichenkirchen ausgewählt. Diese Woche, berichtet Steinbichler, habe man alle Familien informiert.

Im Mittelpunkt stehen Reihentestungen, mindestens drei unter zufällig ausgewählten Kindern. Auch werde es in Kürze einen Online-Fragebogen geben. Steinbichler betont: „Natürlich ist die Teilnahme freiwillig. Es gibt sicher Familien, die nicht mitmachen wollen, und das respektieren wir auch.“ Sie hält es aber für wichtig, „herauszufinden, wie gefährdet und gefährlich Kinder in der Pandemie sind“. Das sei auch wichtig für die Arbeit im Kinderhaus.

Covid Kids Bavaria ist ein wissenschaftliches Großprojekt, an dem sechs bayerische Universitätskliniken, das Gesundheits- und das Wissenschaftsministerium sowie das Landesamt für Gesundheit (LGL) mitwirken. „Um die Auswirkungen der Sars-CoV-2-Pandemie zu erforschen, soll es eine flächendeckende Erhebung an Grundschulen, in Krippen und Kindergärten geben“, erklärt Studienleiter Prof. Dr. Christoph Klein, Direktor des von Haunerschen Kinderspitals der Ludwig-Maximilians-Universität München, den Auftrag.

Die Studie läuft bis zum Winter. „Wir erhoffen uns einerseits wichtige Informationen über die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Kindergesundheit, andererseits aber auch über die Rolle der Kinder bei der Verbreitung der Viren“, so Klein. Für Ministerpräsident Markus Söder ist die „Infektiosität von Kindern eine der Schlüsselfragen bei der Bewältigung der Pandemie“. Wissenschaft und Politik geht es auch um das richtige Reagieren auf die steigenden Fallzahlen. Bekanntlich soll eine neuerliche Schließung von Kitas und Schulen laut Söder möglichst vermieden werden.

Das Kinderhaus St. Florian ist bisher gut durch die Krise gekommen. „Einen positiven Test hatten wir Gott sei Dank noch nicht“, berichtet Steinbichler. Auch Quarantäne für ganze Gruppen habe bislang nicht angeordnet werden müssen. Nur zwei Wochen sei im März geschlossen gewesen, „danach haben wir schnell die Notbetreuung aufgebaut, die immer mehr Zulauf fand“, so die Leiterin. Im Juli seien fast alle Kinder wieder da gewesen.

Im Haus gelte ein strenges Hygienekonzept mit Maskenpflicht bis in die Gruppenräume. Die Gruppen selbst dürfen nicht gemischt werden.

ham

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