Feierlicher Einzug zum Abschiedsgottesdienst: Die Reichenkirchener Pfarrkirche war gut gefüllt – so gut es die Corona-Maßnahmen eben zuließen. 
+
Feierlicher Einzug zum Abschiedsgottesdienst: Die Reichenkirchener Pfarrkirche war gut gefüllt – so gut es die Corona-Maßnahmen eben zuließen. 

Nachfolger noch nicht in Sicht

„Für die Gläubigen war er immer da“: Abschied von Pfarrvikar Edward Stupak

  • Markus Schwarzkugler
    vonMarkus Schwarzkugler
    schließen

Eine große Hilfe in den vergangenen drei Jahren ist Pfarrvikar Edward Stupak gewesen. Tatkräftig hat er das Seelsorgeteam des Pfarrverbands Reichenkirchen/Maria Thalheim mit den Pfarreien Fraunberg, Reichenkirchen, Maria Thalheim, Riding und Rappoltskirchen sowie des Pfarrverbands Wartenberg mit den Pfarreien Wartenberg, Berglern, Langenpreising und Zustorf unterstützt.

Reichenkirchen/Wartenberg – Nun wurde Stupak bei einem Gottesdienst von beiden Verbänden gebührend – so gut es in einer Pandemie eben geht – in den Ruhestand verabschiedet. Einen Nachfolger für ihn gibt es noch nicht, benötigt würde er jedoch dringend.

Am 1. Juli 2018 war der heute 70-Jährige in den beiden Verbänden eingesprungen. Der Wartenberger Pfarrverbandsleiter Gregor Bartkowski hatte zuvor im Oktober 2017 auch die Verantwortung für den Verband Reichenkirchen/Maria Thalheim übernommen. Eine große Aufgabe bei neun Pfarreien mit 9000 Gläubigen. „Ich kann mich nicht vierteilen“, sagte Bartkowski damals unserer Zeitung, entsprechend froh war er über die zusätzliche Hilfe in Person Stupaks.

Der Vikar zum letzten Mal am Altar (v. l.): Pfarrverbandsleiter Gregor Bartkowski, Gertraud Bachner, Maria Heller und Ludwig Waitzenauer vom Wartenberger Pfarrverband, Edward Stupak, die Reichenkirchen-Maria Thalheimer Pfarrverbandsratsvorsitzende Kathrin Wiesmaier und Diakon Christian Pastötter.

Am Sonntag zum Weltgebetstag für geistliche Berufungen war es nun jedoch Zeit für den Abschiedsgottesdienst in der Reichenkirchener Pfarrkirche. „Du warst immer da, bist oft spontan eingesprungen“, dankte Bartkowski dem künftigen Ruheständler für dessen Engagement. Am Ende bedankte sich Stupak selbst bei seinen Pfarrgemeinden für großartige drei Jahre. Was ihn besonders freute: „Die Gläubigen machten hier keinen Unterschied zwischen Wortgottesdienst und Eucharistiefeier.“

Die Vertreter des Wartenberger Pfarrverbands, Gertraud Bachner, Maria Heller und Ludwig Waitzenauer, überreichten Stupak zum Dank einen Genusskorb und für den Ruhestand einen schattenspendenden Sonnenhut. Reichenkirchens und Maria Thalheims Pfarrverbandsratsvorsitzende Kathrin Wiesmaier überreichte im Namen der fünf Pfarreien einen Präsentkorb. Der Reichenkirchener Kirchenchor St. Michael sorgte unter Leitung von Angelika Obermeier und Organistin Angela Gruber für den würdigen musikalischen Rahmen.

Zum 1. Mai geht Stupak offiziell in Ruhestand und kehrt zurück in seine Heimat Polen, um dort den Lebensabend zu genießen. 2018 war er nach 28 Jahren im Pfarrverband Hörgertshausen-Gammelsdorf zur Verstärkung der Seelsorgeteams in den Landkreis Erding gewechselt, wo händeringend Hilfe gesucht wurde. Der im Reichenkirchener Pfarrhof lebende Pfarrvikar hatte sich in seinem neuen Umfeld schnell sehr wohl gefühlt.

Stupak wurde im Mai 1951 im ostpolnischen Suchowola geboren. Er wuchs dort auf und besuchte bis zu seinem Abitur die Schule in dem Ort. Nach dem Abitur trat er mit nur 19 Jahren ins Priesterseminar in Bialystok ein. Nach der Priesterweihe im Juni 1975 folgten die Kaplan-Jahre in seiner Heimatdiözese. 1978 führte ihn sein Weg nach Deutschland. Die ersten Jahre fern von der Heimat verbrachte Stupak in Kevelaer in Westfalen. Dort lernte er die deutsche Sprache kennen und machte seine ersten Erfahrungen in der Seelsorge.

Mitte der 80er Jahre wechselte er in die Erzdiözese München und Freising. Er fand seine neue Heimat im Pfarrhaus in Volkmannsdorf und wirkte als Kaplan in Bruckberg. Von 1990 bis 2018 leitete Stupak den Pfarrverband Hörgertshausen-Gammelsdorf mit den Pfarreien Margarethenried und Priel.

Pfarrer Bartkowski und Diakon Christian Pastötter hoffen nach seinem Weggang auf eine neue Verstärkung im Seelsorgebereich. Noch steht ein Nachfolger nicht fest. Das sei Sache der Erzdiözese, so Pastötter.

Thomas Obermeier/Markus Schwarzkugler

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare