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Ein schönes Bild gab der Festzug der Gemeindevereine am Sonntag ab. Dieser wurde von der Oid Reikirchner Blaskapelle angeführt und marschierte vom Sportgelände in die Pfarrkirche St. Michael zum Gottesdienst.

40 Jahre SG Reichenkirchen

Ein ganzes Dorf feiert seinen Verein

Reichenkirchen – Der mit über 400 Mitgliedern größte Verein der Gemeinde Fraunberg, die SG Reichenkirchen, feierte am Wochenende sein 40-jähriges Jubiläum. Das ganze Dorf war auf den Beinen, um am Festprogramm mit sportlichen und gesellschaftlichen Highlights teilzuhaben.

Drei Tage Party waren am Wochenende in Reichenkirchen angesagt. Für das erste Highlight der 40-Jahr-Feier der SG Reichenkirchen sorgte am Freitag im vollen Festzelt der grandiose Auftritt von Kabarettist und Musiker Roland Hefter und seiner Band Isarrider. Hefter hatte das Publikum schnell in seinen Bann gezogen und begeisterte mit seinen Geschichten voller Pointen und mitreißender Mundartliedern.

Am Samstag stand das Zelt nach dem hochklassigen Vorbereitungsspiel des Regionalligisten TSV Buchbach gegen Landesligist VfB Hallbergmoos (Ergebnis: 3:1) ganz im Zeichen des Weinfests. Hinzu kamen ein bunter Heimatabend und boarische Party mit der heimischen Band d´ Reichenkirchner.

Sogar die Queen gratuliert

Um 20.45 Uhr rieben sich die Gäste verdutzt die Augen. Für einen Blitzbesuch marschierte Queen Elisabeth II mit ihrem Ehemann Philip (Ehepaar Meier aus Lohkirchen) auf. Im April habe sie ihren 90.Geburtstag gefeiert. „Umso schöner ist es, heute hier gratulieren zu dürfen“, sagte die Queen.

Nicht ganz so ernsthaft wurde ab 22 Uhr über Probleme der Reichenkirchener Bürger geredet. Die BR-Sendung „Jetzt red i“ sendete zusammen mit Radiosender Reikirch und Reporter Rudi Peis live aus dem Festzelt. Dafür wurden mit Horst Seehofer (Josef Gruber), Sigmar Gabriel (Michael Nett) und Anton Hofreiter (Matthias Baumgartner) Spitzenpolitiker eingeladen. Sie diskutierten Themen wie Kindererziehung, Hundehaltung, Vogelstimmen oder Wasserverlust am Reichenkirchener Froschweiher. Zudem hatte Biobauer Schorsch Schleichmeier (Franz Karbaumer) der SG vorgeschlagen: „Für 500 Euro würde ich in der Sommerpause die Rasenflächen der Sportplätze nutzen. Nach jeden Mähen würde ich auch Bio-Odel ausbringen. Das bringt letztlich billigen Strom. Davon profitieren wiederum die Bürger.“ Das wurde aber einstimmig von Politik und der SG abgelehnt.

Eine architektonische Fehlplanung scheint das neue Gemeindezentrum zu sein. Es fehlt der Meisterbalkon, hatten die Fußballer nach der A-Klassen-Meisterschaft schnell erkannt. Bürgermeister Hans Wiesmaier sagte dazu: „Es wird dafür eine mobile Lösung geben. Man steigt ja nicht jedes Jahr auf.“ Bei einer auf Monitoren eingespielten Straßenumfrage vor dem entstehenden neuen Gemeindezentrum waren sich die Bürger nicht schlüssig, was das überhaupt werden soll.

Ein Holzarbeiter, der gerade im Geheimauftrag des Bürgermeisters die herrliche Linde vor dem Gebäude fällen wollte – wegen Fraunberger Parkplatzmangel – meinte, farblich werde das ein Großraumleichenhaus. Oder ist es etwa ein McDonald’s?

Leichenhaus Gemeindezentrum

Der Festsonntag begann mit dem Empfang der Gemeindevereine zum Weißwurstfrühstück im Festzelt. Es folgte der Festzug mit zahlreichen Fahnenabordnungen, angeführt von der Oid Reikirchner Blaskapelle. Es ging vom Sportgelände zum Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Michael. Nach dem anschließenden Mittagstisch im Festzelt standen Ehrungen auf dem Programm (Bericht folgt). Ein Fußballturnier der Herren und Junioren-Tennis rundeten den Festtag ab. Am Abend klang das Fest mit Public Viewing des EM-Finals zwischen Frankreich und Portugal gemütlich aus.

Im Jahr 1976 hatte die Erfolgsgeschichte der SG Reichenkirchen mit der Gründung einer Tennismannschaft begonnen. Zwei Jahre später waren dank toller Eigenleistung drei Tennisplätze fertiggestellt. Zehn Jahre danach wurde die Fußballabteilung gegründet. Das neue Vereinsheim steht seit fünf Jahren auf dem Vereinsgelände. Der ersten Herrenmannschaft gelang nun im Jubiläumsjahr nach 13 Jahren A-Klasse wieder der Aufstieg in die Kreisklasse.

Auch die 25 Jahre alte Stockschützenabteilung feierte am Festwochenende kräftig mit. Sie hat bis heute sieben Aufstiege bis zur Landesliga gefeiert. 2012 wurden die Stockbahnen von Asphalt auf Pflaster umgerüstet und ein großer Schuppen an der Stockbahnanlage errichtet.

Thomas Obermeier

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