Gemeinderat

Fraunberg knackt die Zwölf-Millionen-Marke

Bürgermeister Hans Wiesmaier hat sich im Fraunberger Gemeinderat am Dienstagabend sichtlich beeindruckt vom gewaltigen Zahlenwerk für 2019 gezeigt. 

Fraunberg – Bürgermeister Hans Wiesmaier hat sich im Fraunberger Gemeinderat am Dienstagabend sichtlich beeindruckt vom gewaltigen Zahlenwerk für 2019 gezeigt: „Es ist das erste Mal, dass wir einen Haushalt über zwölf Millionen Euro verabschieden“, sagte er. Nach einer Erklärung der wichtigsten Posten durch Kämmerer Stefan Haberl stimmte das Ratsgremium der Finanzgrundlage für das kommende Jahr zu. Und der Rat genehmigte zudem den Nachtragshaushalt für 2018 in Höhe von fast 360 000 Euro.

„Wenn alles gut läuft, können wir uns 2019 vielleicht mehr leisten.“ Diese vorsichtige Perspektive des Rathauschefs basiert auf der Wahrscheinlichkeit, dass geschätzte 2,5 Millionen Euro Einnahmen durch den Verkauf von Baugrundstücken den Vermögenshaushalt anreichern könnten. Immerhin warten schon Bauwerber für das neue Gebiet Reichenkirchen-Ost sowie für das Gewerbegebiet Tittenkofen. Damit würde sich der Umfang des Vermögenshaushalts fast verdoppeln: Waren 2018 noch rund 3,16 Millionen Euro im Gemeindesäckel, sind für 2019 schon 6,24 Millionen angesetzt.

So erwartet die Gemeinde rund 630  000 Euro Landeszuschüsse für ein neues Feuerwehrauto, für die Offene Ganztagsschule in Maria Thalheim, für die Erneuerung des Dorfplatzes und des maroden Schulhausdachs in Reichenkirchen.

Diesen erfreulichen Einnahmen stehen aber stattliche Ausgaben gegenüber: Die Erschließung neuer Baugebiete kostet rund 1,2 Millionen Euro, gut 600 000 Euro fallen für Straßenbaumaßnahmen an.

In der Verwaltung unterbesetzt

Die Umsiedlung einer Krippengruppe in die alte Kanzlei steht mit 150 000 Euro in den Büchern, 200 000 Euro werden als erste Ausgaben für die Erweiterung des Kinderhauses vorgesehen.

Auch das Volumen des Verwaltungshaushalts hat sich erhöht. Wurden hier 2018 noch rund 5,8 Millionen Euro verrechnet, kalkuliert die Gemeinde für das kommende Jahr mit fast 260 000 Euro mehr. Die Verwaltung erhofft sich höhere Schlüsselzuweisungen, auch wird mit etwa 200 000 Euro mehr Einkommenssteuer gerechnet. Schließlich erwartet die Gemeinde rund eine halbe Million Euro Betriebskostenförderung für Kinderbildung und Betreuung.

Die Steuer-Hebesätze bleiben indes unverändert, eine Kreditaufnahme ist nicht notwendig. Bei den Ausgaben im Verwaltungshaushalt stellen die Personalkosten mit nun gut einer Million Euro den größten Einzelposten. „Dennoch sind wir im Vergleich zu ähnlich großen Gemeinden in der Verwaltung immer noch unterbesetzt“, relativierte Wiesmaier.

Zu den steigenden Ausgaben zählen hier vor allem die Schulen, allein die Schülerbeförderung verschlingt rund 112 000 Euro. Und mit einer angenommenen Erhöhung der Kreisumlage auf dann gut 1,9 Millionen Euro (bisher: 1,6 Mio.) hadert der Bürgermeister immer noch. „Aber hier“, so erklärte er, „laufen noch ein paar Verhandlungen mit dem Landkreis. Denn wir als Gemeinde sollten auch noch atmen können.“

Hohe Förderung für neuen Dorfplatz 

Dagegen war der Nachtragshaushalt für 2018 in Höhe von fast 360 000 Euro leichter zu vermitteln. Die Mehrkosten ergaben sich vorwiegend aus höheren Ausgaben für den Grunderwerb im Gewerbegebiet Tittenkofen, für die Offene Ganztagesschule, für den neuen Radweg von Reichenkirchen nach Grucking, für die Erschließung von Baugebieten und für drei Geschwindigkeitsmessstellen.

Nach so vielen großen Zahlen genehmigte der Gemeinderat 5000 Euro als Zuschuss für eine Praktikantenstelle im Kinderhaus sowie jeweils 250 Euro für Jugendgewehre in den beiden Schützenvereinen Reichenkirchen und Bierbach.

Schließlich hatte Bürgermeister Wiesmaier noch eine gute Nachricht in Sachen Finanzen für das Gremium: „Wir bekommen sehr wahrscheinlich die höchstmögliche Förderung für den Umbau des Dorfplatzes Reichenkirchen – immerhin 285 000 Euro“.

VON FRIEDBERT HOLZ

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