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Sorgte für viele Lacher im Publikum: Humorist Aurer Jackl (r.) begeisterte die Gäste mit Witzen und lustigen Geschichten.
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Die Geehrten (v. r.): Jakob Daschinger (40 Jahre im BSSB), Fähnrich Alois Ascher und Begleiter Leonhard Fischer (Fahnenabzeichen in Gold).

Große Geburtstagsfeier

Hubertus Fraunberg in Feierlaune: Feuer frei seit 90 Jahren

Die Hubertus-Schützen Fraunberg haben am Wochenende groß ihren 90. Geburtstag gefeiert. Zeit, auf die Geschichte des Vereins zurückzublicken.

VON THOMAS OBERMEIER

Fraunberg – Es ist eine bewegte Geschichte, die die Fraunberger Hubertus-Schützen am Wochenende gefeiert haben. Auf dem Programm stand der 90. Geburtstag des Vereins. Dazu trafen sich die Mitglieder, darunter Festmutter Gabi Scharl, die Schützenvereine der Sektion Fraunberg mit Reichenkirchen, Thalheim, Rappoltskirchen, Bierbach, Grucking und Pesenlern, die Ortsvereine und die Ehrengäste zu einem Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Florian. Bei der Jubiläumsfeier im Gasthaus Stulberger blickte Schützenmeister Gerhard Zehetner dann auf die Vereinsgründung vor 90 Jahren im Gasthaus Müllerwirt zurück.

Rund um Gründungsvorstand Matthias Radlmaier hatten im Winter 1928/29 Arnulf Huber, Bartholomäus Rosenhuber, Josef Ascher, Matthias Feichtbauer und einige andere in Fraunberg beschlossen, einen Schützenverein zu gründen, um die Gesellschaft zu pflegen. Erster Vorsitzender war Hans Angermaier, Josef Stulberger sein Stellvertreter.

Pause im Krieg

Besonders stolz war der Verein über den ersten Zimmerstutzen, der 1932 angeschafft wurde. Mit verschiedenen Festen, der Christbaumversteigerung und sogar Theateraufführungen, wurde der finanzielle Grundstock für die erste Fahnenweihe 1934 gelegt. In der Kriegszeit kam der Verein dann zum Erliegen. Erst 1950 riefen Rosenhuber, Ascher, Wilhelm Grainer und Jakob Käsmeier den Schützenverein wieder ins Leben, und Herbergsvater Jakob Angermaier stiftete ein neues Luftgewehr.

Erste Schützenkette

Unter Matthias Huber, ab 1954 Vorsitzender, nahm der Verein einen kontinuierlichen Aufschwung. Ein besonderes Ereignis war die Anschaffung einer Schützenkette. Am 21. Mai 1960 fand das erste Königsschießen statt, das Konrad Pfanzelt für sich entschied.

Gründung der Sektion

1962 lud Huber, damals auch Sektionsschützenmeister, gemeindeübergreifend die Vorstände der Schützenvereine aus Reichenkirchen, Grucking, Bierbach und Thalheim ins Vereinslokal zum Müllerwirt ein und rief damit das Sektionsschießen ins Leben. Im Juni wurde das erste Sektionsschießen im Müllerwirt-Sägewerk veranstaltet, Gastgeber Hubertus siegte mit 97 Ringen vor Bierbach und Reichenkirchen.

Aus sieben wird zehn

Durch den Anbau am Schießheim 1967 wurde der Stand von bisher sieben auf zehn Meter verlängert. Anfang Juni 1979 stand das 50-jährige Gründungsfest mit Fahnenweihe mit Fahnenmutter Maria Eschbaumer und Fahnenbraut Maria Hörhammer sowie dem Patenverein, den Immergrünschützen aus Maria Thalheim, auf dem Programm.

Einmaliger Auftritt

1983 wurde Georg Daschinger mit einem 44 Teiler Gauschützenkönig und auch noch Bezirksschützenkönig. Aus diesem Grund durfte der Verein im Herbst 1984 mit 35 Schützen in neuer Tracht bisher einmalig am Umzug des Oktoberfests teilnehmen.

Umzug

Im Januar 1984 stand ein Umzug an: Vom bisherigen Vereinslokal Müllerwirt ging es mit Fackeln und Blaskapelle in die neue Herberge im Gasthaus Stulberger. Der neue Schießstand im Keller umfasste nun zehn automatische Scheibenzuganlagen von zehn Metern für Luftgewehr und Luftpistole. Nach großem Zuwachs bei den Pistolenschützen wurde ab 1993 auch der Luftpistolenkönig ausgeschossen. Die Königskette für die Luftpistole wurde mit Talern aus der alten Luftgewehrkette gestaltet.

Jetzt wird geböllert

Am 29. April 1994 wurde unter Schussmeister Konrad Eschbaumer die Abteilung Böllerschützen gegründet, der heute 23 Böllerer angehören. 1997 wurde unter der Federführung des Schützenvereins ein Maibaum in der Fraunberger Ortsmitte aufgestellt. 2004 stand das 75-jährigen Gründungsfest mit Festmutter Gabi Scharl, Festbraut Christine Hackl und den Reichenkirchener Schützen an.

Spider Murphy Gang

Die Böllerschützen feierten zugleich ihr Zehnjähriges. Highlight damals war das Konzert im Festzelt mit der bekannten Münchner Band Spider Murphy Gang. Ein weiterer Höhepunkt war die Einweihung des Fraunberger Gemeinschaftsprojektes (FC, Feuerwehr und Schützen) mit den neuen modernen zwölf Schießständen am Sportgelände. 1129 freiwillige Arbeitsstunden hatten die Mitglieder dann auch noch beim Bau des Schützenstüberls am Schießstand geleistet, das im September 2010 eingeweiht wurde.

Heute 156 Mitglieder

Heute zählt der Verein 156 Mitglieder. In seinem Grußwort lobte Bürgermeister Hans Wiesmaier den Zusammenhalt und die Geselligkeit des Vereins, und Gauschützenmeister Klaus Waldherr appellierte daran, der stark vertretenen Jugend, die die Zukunft sei, eine Chance zu geben, etwas zu tun und auch Fehler zu verzeihen.

Schützenmeister Gerhard Zehetner nutzte das Jubiläum für besondere Ehrungen. Dabei wurde Jakob Daschinger für 40 Jahre Zugehörigkeit zum Bayerischen Sportschützenbund, der langjährige Fähnrich Alois Ascher sowie Begleiter Leonhard Fischer mit dem Fahnenabzeichen in Gold geehrt. Anschließend sorgte Humorist Aurer Jackl mit Witzen und Geschichten sowie Handpuppe Luggi für lustige Unterhaltung.

Schießen auf gut Glück

In der Pause wurde von Alexandra Eschbaumer mit Tochter Rebecca der Sieger der von Georg Daschinger gespendeten und Ehrenvorsitzendem Franz Angermaier bemalten Jubiläumsscheibe gekürt. Beim Jubiläumsschuss hatten 36 Schützen 300 Schuss mit Pistole oder Gewehr abgegeben. Bei der Wertung galt es, den besten 105 Teiler – die Quersumme des ersten Königsschießens vom 21. Mai 1960 – zu erzielen, was die Schützen nicht wussten. Deshalb war die Spannung bei der Siegerehrung besonders groß. Sieger wurde hauchdünn Sabrina Gels mit einem 102 Teiler vor Christian Brunmeier (101) und Maria Daschinger (160).

Der größte Erfolg

Per Diashow zeigte Günther Eschbaumer noch viele Bilder aus der Vereinsgeschichte, darunter auch der größte sportliche Erfolg: der Aufstieg im Jahr 2013 in die Bezirksoberliga. Damals gewann die erste Luftgewehr- Mannschaft die Bezirksliga und marschierte sensationell mit Melanie Höllinger, Sabrina Gels, Günther Eschbaumer und Stephan Scharl in die Bezirksoberliga durch. Das sportliche Highlight- Jahr wurde mit der Meisterschaft und dem Aufstieg der zweiten LG-Mannschaft von der A- Klasse in die Gauoberliga gekrönt. Als fünfmaliger Seriensieger beim Sektionsschießen seit 2015 ist Hubertus Fraunberg aktuell der beste Schützenverein der Sektion.

Ein optisches Schmankerl gab es noch für die Gäste: An Modepuppen und auf einem Tisch ausgelegt, durften sie die historische Hubertus-Schützenkleidung der vergangenen Jahrzehnte bestaunen.

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