Haushalt Fraunberg

Etat ohne neue Kredite

2018 nimmt die Gemeinde Fraunberg kein Darlehen auf. Bürgermeister Hans Wiesmaier findet dennoch: „Besser Schulden als Investitionsstau.“

VON FRIEDBERT HOLZ

Fraunberg – Gut neun Millionen Euro umfasst der Fraunberger Haushalt 2018. Der Gemeinderat verabschiedete den Etat am Dienstag einstimmig. „Wir sind froh darüber, dass wir ohne Kreditaufnahme ins neue Jahr starten können“, sagte Bürgermeister Hans Wiesmaier bei der Diskussion über das Zahlenwerk, das Kämmerer Stefan Haberl präsentierte.

Die Schulden der Gemeinde summieren sich dennoch auf rund 3,3 Millionen Euro, 860 Euro pro Einwohner. „Diese Summe ist teilweise auch dem Bau unseres neuen Gemeindezentrums geschuldet“, erklärte der Bürgermeister, und er schränkte gleich wieder ein: „Es ist meiner Meinung nach besser, Schulden zu haben als einen Investitionsstau.“

„Wir mussten Grund- und Gewerbesteuer nicht erhöhen“, so der Gemeindechef weiter. Die Hebesätze bleiben bei 350 von Hundert. So sehr den Bürgermeister die enorme Steigerung bei den Gewerbesteuereinnahmen freut – um 170 000 Euro mehr auf nun rund 1,1 Millionen Euro –, so sehr drücken ihn die Personalkosten in der Verwaltung. Rund 970 000 Euro stehen hier zu Buche. Die Mitarbeiterzahl lasse sich kaum steigern „Dies stellt bei stetig wachsenden Aufgaben eine große Herausforderung dar“, sagte Wiesmaier. Immerhin wurden aber vor kurzem noch zwei neue Teilzeitkräfte eingestellt.

Dank guter Beschäftigungslage ihrer Einwohner erhält die Kommune zwei Millionen Euro Einkommenssteuer, muss aber auf der anderen Seite auch gut 1,6 Millionen Euro an Kreisumlage berappen. Zudem stehen 900 000 Euro an Betriebskosten für Kindergarten und Krippe sowie 300 000 Euro für die Abwasserbeseitigung im Verwaltungshaushalt (5,9 Millionen Euro) an.

Die größten finanziellen Brocken im Vermögenshaushalt (3,1 Millionen Euro) werden ein neues Feuerwehrauto für Fraunberg (360 000 Euro), der hälftige Gemeindeanteil an der Fertigstellung der Ortsmitte (330 000 Euro), der weitere Breitbandausbau-Anteil (rund 220 000 Euro) sowie Reparaturen an Straßen im Gemeindegebiet (über 300 000 Euro) sein.

Die Zuführung zum Vermögenshaushalt beträgt rund 640 000 Euro, aus allgemeinen Rücklagen werden 210 000 Euro entnommen.

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