Mächtig geraucht hat es beim Feuerwehrtag in Fraunberg anlässlich der Brandschutzwoche. Hier löscht die Wehr einen in Brand geratenen Kübel mit flüssigem Fett – und zwar mit Schaum, Wasser wäre hier keine gute Idee.
+
Mächtig geraucht hat es beim Feuerwehrtag in Fraunberg anlässlich der Brandschutzwoche. Hier löscht die Wehr einen in Brand geratenen Kübel mit flüssigem Fett – und zwar mit Schaum, Wasser wäre hier keine gute Idee.

Großer Feuerwehrtag in Fraunberg anlässlich der Brandschutzwoche

Helfen ist Trumpf

Das Motto der Brandschutzwoche lautete „Helfen ist Trumpf“. Die Fraunberger Feuerwehr gab am Samstag aus diesem Anlass einen Einblick in ihre Arbeit und Geräte.

VON FRIEDBERT HOLZ

Fraunberg – An drei Stationen – vor dem Gemeindezentrum, auf dem Platz gegenüber und in einer Garage an der Schlossstraße – zeigte sie, dass sie, obwohl „nur“ im Ehrenamt, nicht nur professionell Feuer löschen kann.

Nicht wenige Bürger hatten sich schon am Morgen vor dem Gemeindezentrum versammelt, um sich über ihre Wehr zu informieren. Einige von ihnen, wie der zehnjährige Manuel aus Fraunberg, konnten die Demonstration kaum erwarten. „Schon beim Aufstehen fragte er, wann es endlich losgeht“, berichtete seine Mutter. Kein Wunder, ist doch sein Bruder Niklas (16) schon Mitglied in der Jugendfeuerwehr, und dorthin will Manuel natürlich auch. So wartete er zusammen mit anderen Schaulustigen auf dem Schotterplatz in der Ortsmitte auf die erste Aktion der Männer mit dem roten neuen Auto, dem LF 20, was als Abkürzung für ein modernes Löschfahrzeug steht.

Medizinische Versorgung: Zwei Ersthelfer kümmern sich um eine bei einem Brand zunächst als vermisst gemeldete Person. Bei dieser handelte es sich freilich nur um eine Puppe. Die Kinder verfolgten es aber mit Spannung.

Tatsächlich brannte bald ein Kübel mit flüssigem Fett, das – anders als viele andere Feuer – nur mit Schaum und nicht mit Wasser gelöscht werden darf. Auch gegen lodernde Flammen aus einer Benzin-Lache wurde Schaum verwendet. Schließlich rückte das halbe Dutzend Feuerwehrler noch einem brennenden Holzstoß zu Leibe, diesmal aber mit Wasser.

Wer wollte – und natürlich wollten vor allem die Kinder – durfte dann vor dem Rathaus ins neue Auto klettern, wurde vom frisch gewählten Kommandanten Thomas Daschinger aus Furthmühle in die Geheimnisse dieses technischen Wunderwerks eingeweiht. „Besonderes Augenmerk in unserer Präsentation legen wir diesmal auf den Atemschutz, wir zeigen auch die komplette Ausrüstung jener Spezialisten, die als erste in ein verrauchtes Haus gehen“, erläuterte der Chef der rund 40 Aktiven.

Wie ein solcher Einsatz aussieht, konnten die Besucher danach live erleben. Eine Garage auf dem Anwesen des 2. Kommandanten Andreas Neumaier, fußläufig von der Ortsmitte zu erreichen, war der „Tatort“. In diesem Gebäude wurde ein Brand gemeldet, zudem eine vermisste Person. Unter den gespannten Blicken der Zuschauer prüfte zuerst der Gruppenführer die Lage, dann holte er zwei seiner Kollegen mit Atemschutzgeräten hinzu.

Als erstes fanden diese den „Verletzten“, eine Puppe, brachten ihn ins Freie, wo er sofort von zwei Ersthelfern der First Responder medizinisch versorgt wurde. Weitere Feuerwehrleute hatten in der Zwischenzeit Schläuche ausgerollt, jetzt konnte mit Wasser gelöscht werden.

Und endlich durften die Kinder, die es vor lauter Neugier kaum mehr hinter der Absperrung hielt, ins Gebäude, das mit Disco-Nebel verraucht worden war. Unter ihnen auch die Brüder Lorenz (5) und Lukas (2), die mit den Eltern aus Wartenberg gekommen waren, um die Übung sehen zu können.

Alle Aktionen am Einsatzort wurden von Feuerwehrmann Andreas Neumaier informativ kommentiert. Was viele wohl besonders erstaunte war seine Feststellung: „Das Aufräumen nach einem Einsatz macht am meisten Mühe, 15 Minuten Löschen bedeuten oft eine Stunde Nacharbeit.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Geheimplan für Airport-Arena: Manipulation? Riesen-Projekt am Flughafen - Kritiker warnen vor Kollaps
Geheimplan für Airport-Arena: Manipulation? Riesen-Projekt am Flughafen - Kritiker warnen vor Kollaps
Erdingerin in München vermisst: Polizei gibt Entwarnung
Erdingerin in München vermisst: Polizei gibt Entwarnung
Angela Aschers Geheimmission mit König Ludwig II.
Angela Aschers Geheimmission mit König Ludwig II.
Corona: Fünf neue Infektionen
Corona: Fünf neue Infektionen

Kommentare