Als neues Kommunikationszentrum gedacht: das ehemalige Jagerhaus hinter dem Gemeindezentrum.
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Als neues Kommunikationszentrum gedacht: das ehemalige Jagerhaus hinter dem Gemeindezentrum.

Gemeinde kauft altes Anwesen – Markthalle mit Parkplätzen – Bald zwei neue Radwege?

Jagerhaus soll zum Treffpunkt für die Fraunberger werden

Die drei Bürgerversammlungen in der Gemeinde Fraunberg sind ausgefallen. Als Ersatz spricht Bürgermeister Hans Wiesmaier mit uns unter anderem über den Kauf eines über 100 Jahre alten Anwesens, die geplante Markthalle und zwei Radwege, die bald gebaut werden könnten:

VON FRIEDBERT HOLZ

Fraunberg – Sein besonderes Augenmerk liegt auf der Gemeindeentwicklung: Gerade in diesen Zeiten brauche es neue Kommunikationsräume für alle Teile der Bevölkerung, „einen Mehrwert im Innenraum“. Die immer stärker feststellbare „Entsozialisierung“ sei eine große Gefahr, es brauche Treffpunkte im Ort. In Fraunberg soll daher gegenüber dem Gemeindezentrum eine „Markthalle der Ideen“ entstehen, mit verschieden nutzbaren Räumlichkeiten und einem halb-unterirdischen großen Parkplatz.

Hinter dem neuen Verwaltungsgebäude hat die Gemeinde vor kurzem ein Anwesen gekauft, das rund 100 Jahre alte Jagerhaus. Dieser ehemalige Bauernhof soll in seiner Kubatur erhalten bleiben, innen aber soll Platz entstehen für vielfältige Aktivitäten. Im Teilort Reichenkirchen indes geht der neu gestaltete Dorfplatz zwischen Kirche und Schule der Fertigstellung entgegen, nur noch das Salettl im Kirchhof verlangt etwas Feinschliff. Im neuen Baugebiet Reichenkirchen-Ost sind Wiesmaier zufolge von den insgesamt 15 Bauparzellen bereits zwölf verkauft. Zudem soll dort auch von der Gemeinde aus kommunal geförderter neuer Wohnungsbau entstehen – „wir denken dabei an neun bezahlbare Wohnungen“.

Letztlich gehen wohl auch zwei andere, lang gehegte Wünsche der Fraunberger bald in Erfüllung: Sowohl der Radweg von Tittenkofen nach Langengeisling als auch der von Grucking nach Unterstrogn (Bockhorn) sollen dank staatlicher Förderung bald gebaut werden können.

Mit dem neuen Logo „kommunal, regional, nachhaltig“ möchte Fraunberg zeigen, dass es seine Identität bewahren will. Es gelte, so Wiesmaier, „Altes zu erhalten und Neues zu erschließen“. Ganz wichtig ist ihm dabei, Regionalität zu betonen.

Dass die Bürgerschaft sehr engagiert sei, habe sich schon im März bei den Kommunalwahlen gezeigt. „Wenn sich immerhin 60 Personen im Ehrenamt als mögliche Gemeinderäte aufstellen lassen, ist das ein gutes Zeichen“, so der Rathauschef. Die Gemeinde stehe insgesamt sehr stabil da, auch bezogen auf ihre finanzielle Situation (siehe auch Kasten). „Besonders zufrieden bin ich mit einem konstanten Verwaltungshaushalt und Gewerbesteuereinnahmen auf einem soliden Niveau. So konnten wir 2019 insgesamt über 1,5 Millionen Euro investieren, vor allem für unser Kinderhaus, den Straßenbau und die Dorferneuerung, durften uns wieder freuen über zahlreiche Fördermittel“, so Wiesmaier.

Auch der Ausbau des Breitbands gehe zügig voran, „jetzt haben nur noch 13 Einzelgehöfte eine Versorgung unter 30 Megabit pro Sekunde“. Besonders stolz könne die Gemeinde auch auf ihre autarke Stromerzeugung mit erneuerbaren Energien sein: „Fraunberg versorgt sich dabei komplett selbst, hat einen Wert von 223 Prozent“.

Besonderes Augenmerk werde auf das so genannte Sturzflutmanagement gelegt. „Hier haben wir Empfehlungen für jeden besonders betroffenen Gemeindeteil, die wir bei entsprechender Finanzlage auch bald umsetzen wollen“. Zudem stelle sich die Gemeinde dem Klimawandel, sie sei beteiligt am integrierten Konzept ihrer Nachbargemeinden Berglern, Langenpreising und Wartenberg. „Und wir gehen natürlich ein auf diesbezügliche Sorgen und Anträge unserer Bürger“, erklärte Wiesmaier.

So hat etwa Andreas Faltermaier aus Kemoding einen Antrag auf Darstellung der Klimapläne in der Gemeinde gestellt, er sieht die Einrichtung eines Klimarats als notwendig an. „Wir werden unsere Klima-Initiative weiter verfolgen“, sagt der Bürgermeister dazu und verweist dabei auch auf bereits erfolgte Maßnahmen wie etwa Ladesäulen für Elektromobilität, auf energieärmere Leuchtkörper an Straßen und in Hallen.

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