Das Untergeschoss nimmt Form an: Die Arbeiten am Fraunberger Kinderhaus St. Florian kommen gut voran, wie Bürgermeister Hans Wiesmaier im Gemeinderat berichtete. Die Kosten dürften allerdings steigen.
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Das Untergeschoss nimmt Form an: Die Arbeiten am Fraunberger Kinderhaus St. Florian kommen gut voran, wie Bürgermeister Hans Wiesmaier im Gemeinderat berichtete. Die Kosten dürften allerdings steigen.

Erweiterungsbau im Zeitplan – Angebote 60 Prozent über der Kostenschätzung

Fraunberg: Kinderhaus teurer als gedacht

  • VonMayls Majurani
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Der Erweiterungsbau am Fraunberger Kinderhaus St. Florian „kommt gut voran“, wie der Bürgermeister im Gemeinderat berichtet. Doch die Kosten werden wohl steigen.

Fraunberg – Im Keller werden bald die Trennwände aufgestellt, noch in dieser Woche kann die Decke drauf. „Es kommt gut voran, wir sind mit dem Baufortschritt zufrieden“, sagte Fraunbergs Bürgermeister Hans Wiesmaier am Dienstag im Gemeinderat über den Kinderhausanbau. Doch es gibt auch Probleme: Die Kosten werden wohl steigen.

Das Fraunberger Kinderhaus St. Florian wird, wie berichtet, um einen zweistöckigen Anbau erweitert. Davon verspricht sich die Gemeinde eine zusätzliche Nutzfläche von 650 Quadratmetern. Das bedeutet Platz für zwei weitere Gruppen, einen Turnraum sowie eine größere Mensa. Aktuell beheimatet das Haus neun Gruppen und hat eine Betriebserlaubnis für 180 Kinder. Wenn der Bau steht, können 211 Kinder in elf Gruppen betreut werden.

Wiesmaier berichtete im Gremium nun, dass bereits erste Angebote in der Gemeinde eingegangen seien. Der Haken: „Die Angebote sind 60 bis 70 Prozent über der Kostenschätzung“, so Wiesmaier. Auf Nachfrage unserer Zeitung berichtet Verwaltungsleiter Friedhelm Eugel, dass der Gemeinderat im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung vier Aufträge vergeben hat.

Der Zimmerer liege rund 60 Prozent über der Kostenschätzung, der Dachdecker sei etwa ein Drittel teurer als zunächst angenommen. Die Kosten für Heizung und Sanitär liegen im Kostenrahmen. Überraschend seien die Kosten für die Lüftungsanlage: rund zehn Prozent unter der Schätzung. „Wenn etwas staatlich subventioniert wird, wird es eigentlich teurer. Diesmal war’s nicht so“, sagte Eugel. Der Verwaltungsleiter erklärte auch, dass sich zwar viele Firmen erkundigt hätten, verbindliche Angebote seien aber nur eine Handvoll eingegangen.

Für die gesamte Baumaßnahme kalkuliert die Gemeinde mit 2,85 Millionen Euro. Die Regierung von Oberbayern hat der Gemeinde einen Zuschuss in Höhe von 1,6 Millionen Euro in Aussicht gestellt, mehr als die Hälfte der geschätzten Kosten. Angesichts der vorliegenden Angebote sagte Wiesmaier: „Ich glaube, wir werden am Ende 30 bis 45 Prozent Zuschuss bekommen“, meinte der Bürgermeister

Den Aushub für den Anbau hatte die Fraunberger Firma Hörhammer GmbH übernommen, Baumeister ist das Bauunternehmen Käsmaier GmbH, ebenfalls aus Fraunberg. Die Elektroarbeiten hat die Firma Geissler und Tannhof aus Ottobrunn geplant, die Firma Schmidbauer aus Eching wird sie installieren. Wiesmaier erklärte in der Sitzung, dass diese Arbeiten in der kommenden Woche starten werden.

Kritik äußerte Wiesmaier am Rande seines Berichts am Bundestag. Der beschloss am Montagabend einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung. „So was beschließt man natürlich ganz kurzfristig vor der Wahl. Und keiner überlegt sich: Wo kommt das Personal her? Wer übernimmt die Kosten?“ Der Bürgermeister ist sich ziemlich sicher: „Am Ende bleiben die Kosten bei uns hängen.“

Fraunberg sei zwar eine junge Gemeinde, die gern in die Zukunft investiere, allerdings „geht es langsam an die Grenzen von dem, was Fraunberg leisten kann“, so Wiesmaier.

Schmunzelnd erzählte der Bürgermeister dann noch eine Anekdote: Er habe vor Kurzem von den glücklichen Eichhörnchen im Kinderhaus erfahren und sich gedacht: „Eichhörnchen? Jetzt ham’ ma die a no!“ Zu seiner Erleichterung habe er dann aber erfahren, dass die Eichhörnchen die neunte Gruppe im Kinderhaus ist. Wiesmaier fragte das Gremium, wie denn ein Eichhörnnest heißt. Anna Gfirtner klärte auf: „Kobel.“

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