Konzept gegen Hochwasser in fraunberg 

Besserer Schutz vor Sturzfluten

150 000 Euro sind vom Ministerium zugesagt: Jetzt geht es beim Hochwasserschutz für die Gemeinde Fraunberg um die Umsetzung.

FraunbergErst vor knapp zwei Wochen hat Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf ihrer Heimatgemeinde Fraunberg als erster in Bayern 150 000 Euro Fördermittel für den Hochwasserschutz überreicht (wir berichteten). Mit diesem Geld sollen Konzepte entwickelt werden, um einen besseren Schutz vor Sturzfluten zu bekommen.

Jetzt sucht die Verwaltung nach einem Ingenieurbüro, das mögliche Maßnahmen erarbeiten soll: einen so genannten Risikomanagement-Plan. Dies beschloss der Gemeinderat am Dienstagabend. Die Pilotförderung gilt bis Februar 2019.

„Wir haben in unserem Gemeindegebiet rund 35 Kilometer Gewässer dritter Ordnung“, erklärte Bürgermeister Hans Wiesmaier. „Jedes dieser Gewässer hat eine ganz unterschiedliche Hochwasser-Lage, die wir jetzt professionell prüfen lassen müssen.“ Dabei will die Kommune einerseits mit dem Wasserwirtschaftsamt zusammenarbeiten. Aber auch alle Grundstückseigentümer, deren Flächen von Starkregen besonders betroffen sein können oder schon waren, werden um Mithilfe gebeten.

Schließlich benötigt die Gemeinde mit ihren 42 Teilorten so genannte Retensionsflächen, um bei Hochwasser Auffangreservoirs bilden zu können. Diese Flächen sind derzeit noch in Privatbesitz, müssen aber eventuell von der Gemeinde aufgekauft werden. Wiesmaier: „Wenn wir für Fraunberg einen professionellen Hochwasserschutz aufbauen wollen, ist es nicht damit getan, das eine oder andere Rohr umzulegen. Vor allem müssen wir die Geschwindigkeit des eindringenden Wassers zu verringern suchen.“ Er warb darum, beim Erwerb von Grundstücken wegzukommen von einer Vorwurfs- zu einer Umsetzungskultur, „schließlich steht der Schutz unserer Bürger an oberster Stelle“.

Das Sonderförderprogramm des bayerischen Umweltministeriums richtet sich besonders an kleinere Kommunen. Auch in Fraunberg ist es das Ziel, die Hochwassergefahren nicht nur von vielen kleinen Gewässern zu erkennen. Vielmehr gilt es, so genanntes wild abfließendes Wasser zu kontrollieren. Dies ist bei der teilweise schwierigen Topografie in der Gemeinde kein leichtes Vorhaben. Wiesmaier erinnerte bei der Diskussion im Gemeinderat daran, dass im Rahmen des Sturzfluten-Risikomanagements auch das Risikobewusstsein aller Bürger zu schärfen sowie die Eigenvorsorge zu verbessern sei. „Letztlich sollen als begleitende Maßnahme funktionierende Einsatzketten gebildet werden, um im Katastrophenfall gut gerüstet zu sein“, sagte der Gemeindechef.

von Friedbert Holz

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