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Die Referenten des Abends (v. l.): Dominik Himmler, Dominik Fehringer, Irmgard Posch, Stefan Hörmann und Jakob Maier mit Vize-Kreisobmann Michael Hamburger. 

Kreisversammlung Bayerischer Bauernverband

Angst vor Ausverkauf von Flächen

„Kommunen haben teilweise wenig Verständnis für landwirtschaftliche Belange.“ Das beklagte Kreisobmann Jakob Maier bei der Kreisversammlung des Bayerischen Bauernverbands (BBV) und warnte vor einem Ausverkauf von landwirtschaftlichen Flächen..

Grucking Kreisobmann Maier forderte von den Mitgliedern im Gasthaus Rauch in Grucking ein grundsätzlich anderes Denken ein, „denn ohne eine Standesvertretung haben wir gegenüber Dritten schlechte Karten“.

Auch Stefan Hörmann aus Loh, Fachberater im Kreisverband Erding, stellte vor rund 50 Ortsobmännern fest, dass „Gemeinden derzeit alles an Flächen aufkaufen, was sie nur erwischen können“. In erster Linie seien dies Käufe, um Landwirten Ausgleichsflächen anbieten zu können. Zunehmend sei aber auch festzustellen, dass vor allem für die Ansiedlung von Gewerbegebieten und für großflächige Hochwasserbecken landwirtschaftlich nutzbarer Boden erworben werde.

Wie Landwirte bei Flächen, die für sie wenig ertragreich scheinen oder die als Maßnahmen für den Naturschutz gefordert werden, trotzdem noch eine Rentabilität erwirtschaften können, erklärte Dominik Himmler aus Karlsfeld. Der Geschäftsführer der Bayerischen Kulturlandstiftung mit Sitz in München stellte dabei die so genannte produktionsintegrierte Kompensation vor. Damit soll es möglich sein, gefährdete Tiere und Pflanzen zu schützen, ohne die landwirtschaftliche Nutzung zu unterbrechen. Selbstverständlich bekämen interessierte Landwirte dafür eine Entschädigung.

Zu einem weiteren wichtigen Thema sprach Dominik Fehringer aus Weichering bei Ingolstadt. In seiner Funktion als Wildlebensraumberater für Oberbayern zeigte er den Landwirten Möglichkeiten auf, wie sie Lebensräume für Wildtiere in der Agrarlandschaft erhalten können – für Hasen oder Rebhühner ebenso wie für Bienen oder Schmetterlinge. „So ermöglichen zum Beispiel Blühflächen an Waldrändern eine bessere Jagd auf Schwarzwild. Hecken und Feldgehölze beugen der Wasser- und Winderosion vor, zudem bieten sie wichtige Rückzugsräume für kleinere Wildtiere.“ Schließlich, so der Experte, „kann eine so genannte Winter-Begrünung nicht nur den Boden schützen, sondern Tieren auch Nahrung und Deckung bieten“.

Mit eindrucksvollen Bildbeispielen führte Fehringer vor, wo solche Flächen schon bestehen und funktionieren. Dieses Ministerialprojekt gebe es so nur in Bayern. Es eigne sich, dass Landwirte eine Zusammenarbeit mit Jägern, Jagdpächtern und sogar Imkern vertiefen: „Wir haben bereits die Situation, dass Bienen Blüten leichter auf Münchner Balkonen finden, als auf unseren Feldern.“

Schließlich ging BBV-Kreisobmann Maier noch auf einige Verbandsthemen ein. Er erinnerte die Ortsobmänner daran, mehr Mitglieder zu werben und Prüfungen eines Betriebs nicht unter allen Umständen zuzulassen. Am 26. Juni gebe es zudem ein Treffen mit Umweltministerin Ulrike Scharf. Dabei solle die vom Bundesumweltamt geplante Verschärfung von Ammoniak-Emissionen erörtert werden. Und er sprach sich dafür aus, in keinem Fall hochträchtige Tiere schlachten zu lassen.

Kreisbäuerin Irmgard Posch aus Isen bedankte sich für das große Engagement der Landwirte am Kindertag auf dem Bauernhof. Immerhin 16 Betriebe hätten sich dazu angemeldet, um rund 500 Kindern Landwirtschaft lebendig und verständlich nahe zu bringen.

Friedbert Holz

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