Im Kuhstall pudelwohl fühlt sich Landwirtin Caroline Brielmair aus Grucking. Foto:
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Im Kuhstall pudelwohl fühlt sich Landwirtin Caroline Brielmair aus Grucking. Foto:

Gruckingerin Caroline Brielmair arbeitete in Junglandwirte-Kommission

Landwirtin berät Ministerin

Acht Jahre lang hat Caroline Brielmair aus Grucking (Gemeinde Fraunberg) als Bankkauffrau gearbeitet. 2010 orientierte sie sich beruflich um, wechselte in die Landwirtschaft, um den elterlichen Traditionshof aus dem Jahre 1670 zu übernehmen. Nach der abgeschlossenen landwirtschaftlichen Ausbildung 2012 und dem Meister 2017 wurde die heute 35-Jährige von Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber in die Bayerische Junglandwirte-Kommission berufen. Ein Jahr lang arbeitete sie zusammen mit 36 Kollegen aus allen Regierungsbezirken an neuen Ideen und Konzepten für die Landwirtschaft.

Grucking – „Es war für mich eine große Ehre“, freut sich Brielmair. Bei drei mehrtägigen Treffen in Regensburg, Grub und Roth sowie vielen Online-Chats hat sie zusammen mit den anderen Junglandwirten an neuen Perspektiven gearbeitet, „damit die nächste Generation auch wieder oder noch Lust auf diese Arbeit hat“. Dabei seien die Teilnehmer aus allen möglichen Betrieben gekommen, von Schweinehaltung über Rindermast, Milchkuh- oder Geflügelhaltung bis hin zu Sonderkulturen wie Wein oder Hopfen, erzählt die Landwirtin, die 2017 die Erdinger Landwirtschaftsschule als beste Meisterin ihrer Lehrzeit abgeschlossen hat.

Die Hauptforderungen der Junglandwirte-Kommission: „Mehr Wertschätzung für unsere Arbeit und ein fairer Wettbewerb innerhalb der EU und darüber hinaus“, fasst Brielmair zusammen. Demnach sollen alle in der EU zugelassenen Lebensmittel nach ihrer Herkunft gekennzeichnet werden. So könne die regionale Lebensmittelversorgung gestärkt werden. „Für Verbraucher haben wir daher ein Bonuspunkte-System beim Kauf regionaler Produkte vorgeschlagen.

In Sachen Tierwohl will die Kommission eine Maximalentfernung für Schlachtviehtransporte durchsetzen, nach dem Motto „In Tiere statt in Beton investieren“. Dazu müsse es Verbesserungen für mehr Tierwohl geben. „Wir wollen, dass nicht nur neu gebaute Ställe gefördert werden, sondern auch kleinere Verbesserungen in der Tierhaltung“, sagt die Landwirtin.

Eine weitere Forderung der Kommission: Landwirtschaft und Forschung besser verknüpfen. Für Ergebnisse aus Experimentierbetrieben solle eine Plattform eingerichtet werden. Sehr glücklich ist Brielmair darüber, dass die Erdinger Landwirtschaftsschule erhalten bleibt: „Wir Jungbauern waren ja dafür, aber nur unter der Prämisse, dass die Ausbildung reformiert wird“, sagt Brielmair. Etwa die Trennung von öko und konventionell sei nicht zielführend, meint sie.

Nun ist die Politik dran. „Wir werden gespannt verfolgen, was die Zeit mit sich bringt“, sagt die 35-Jährige. „Und gegebenenfalls werden wir uns noch einmal zu Wort melden.“

THOMAS OBERMEIER

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