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Fraunbergs Bürgermeister Hans Wiesmaier hat Markthalle für regionale Anbieter im Visier

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Fraunbergs Bürgermeister Hans Wiesmaier vor dem Gemeindezentrum
Nicht nur die Blumen blühen in Fraunberg unter der Regie von Bürgermeister Hans Wiesmaier auf. © Friedbert Holz

Im Interview spricht Fraunbergs Bürgermeister Hans Wiesmaier über eine mögliche sechste Amtszeit und über seine Ziele - unter anderem eine Markthalle.

VON FRIEDBERT HOLZ

Fraunberg – Er macht seit 30 Jahren Kommunalpolitik in Fraunberg, seit 1990 als Gemeinderat, seit 1996 als Bürgermeister. Seit 2002 sitzt er im Kreistag, ist Vorsitzender des Bayerischen Gemeindetags Kreisverband Erding: Hans Wiesmaier (59) ist im Mai in seine fünfte Amtszeit als Chef im Rathaus gestartet, bekam wieder einmal maximale Zustimmung aus der Bürgerschaft, war ohne Gegenkandidat im Wahlkampf. Auch dazu hat er sich Gedanken gemacht im Sommer-Interview mit unserer Zeitung.

Sie haben vor kurzem Ihre fünfte Amtszeit als Bürgermeister in Fraunberg begonnen. Was ist diesmal anders als bei den vier Starts zuvor?

Die Zeit mit Corona muss uns noch mehr als sonst zum Nachdenken bringen. Es gibt nicht mehr das Leben und Agieren in geordneten Bahnen, es herrscht mehr Unsicherheit. Ich finde es trotzdem spannend, vieles neu justieren zu müssen.

Sind Sie froh darüber, ein überzeugendes Votum für Ihre Wiederwahl bekommen zu haben?

Es ist schön zu sehen, dass unser gesamtes Team, zu dem auch ich gehöre, wieder das Vertrauen der Bevölkerung bekommen hat. Wiederwahl bedeutet Bestätigung für eine gute Gesamtarbeit.

Die Bürger kennen und schätzen Sie als überzeugten Demokraten. Macht es Sie da nicht stutzig, dass sich in der Gemeinde bislang kein Gegenkandidat gefunden hat?

Offenbar, so schließe ich aus dem Wahlergebnis, besteht für die Fraunberger keine Notwendigkeit eines Wechsels an der Gemeindespitze. Das liegt vielleicht auch daran, dass wir uns in erster Linie als Mediatoren verstehen, nicht als Bestimmer: Wir haben einen guten Umgang mit allen, suchen nach zeitnahen Lösungen und stellen uns konstruktiv jeder Kritik. Vor allem aber machen wir hier die Arbeit im Hinblick auf die Menschen und nicht mit der Sicht auf das Ende einer Wahlperiode.

Können Sie sich vorstellen, dass sich ein alternativer Kandidat für Ihr Amt in sechs Jahren finden lässt? Wenn nicht, könnten Sie sich noch eine sechste Amtszeit vorstellen?

Aus heutiger Sicht mache ich mir keine Gedanken darüber, was in fünfeinhalb Jahren sein wird. Ich mache meine Arbeit unabhängig von Wahlperioden und werde zu gegebener Zeit entscheiden. Zudem haben wir derzeit noch genügend Arbeit.

Wo sehen Sie denn ganz aktuell die größten Herausforderungen für die nächsten Jahre?

Ganz allgemein gesprochen brauchen wir eine angepasste Entwicklung der Infrastruktur. Es gilt, Notwendiges auf seine Machbarkeit hin zu prüfen und zusammen mit den Menschen hier nach bezahlbaren Lösungen zu suchen. Die Themen sind vielfältig: vom neuen Kinderhaus über die Digitalisierung der Schulen oder der Ver- und Entsorgung in unserer Gemeinde bis hin zur Gestaltung unserer Ortsmitten. In Fraunberg etwa wollen wir im Rahmen einer „Markthalle der Regionalität“ die Fläche gegenüber dem Gemeindezentrum zu einem neuen Kommunikationspunkt ausbauen, mit Möglichkeiten für lokale Händler und Angebote aus der Region. Selbstverständlich wollen wir weiter Wohnraum zu erschwinglichen Preisen für die Bürgerschaft anbieten.

Sehen Sie, wie manche Ihrer Kollegen in anderen Gemeinden, auch die Notwendigkeit, angesichts schmalerer Kassen eventuell die Kreisumlage etwas herunterzufahren?

Natürlich muss die Kreisumlage auch in Zukunft angepasst sein an die Bedürfnisse des Kreises und der möglichen Leistung seiner Gemeinden. Das wird heuer und in den nächsten Jahren sicher zu einer Herausforderung. Denn einerseits können wir die notwendigen Ausgaben im Landkreis nicht auf Null herunterfahren, andererseits sind wir als Kommunen auf unsere eigenen Steuereinnahmen angewiesen. Ich bin aber sicher, dass wir einen für alle tragbaren Kompromiss finden.

Als Sprecher aller Bürgermeister im Kreis und als Mitglied des Bayerischen Gemeindetags blicken Sie über den Fraunberger Tellerrand hinaus. Wo liegen nach Ihrer Meinung die dringendsten Aufgaben im Landkreis, wo in Oberbayern?

Als Gemeinden im Freistaat Bayern haben wir eine besondere Aufgabe zu stemmen: Wir wollen, traditionell gewachsen, den direkten Kontakt zu den Menschen bei uns nicht missen und auch nicht aufgeben. Auf der anderen Seite verlangt unsere Zeit eine zunehmende Digitalisierung unserer Arbeit. Viele Amtsvorgänge sollten machbar sein, ohne dass ein Bürger dafür extra ins Rathaus muss. Dieser Zweiklang muss stimmen, sonst werden wir austauschbar und damit wertlos. Natürlich wird es nicht einfach sein, überall im Land gleichwertige Lebensbedingungen für alle zu schaffen. Aber wir sollten es probieren. Persönlich lege ich großen Wert darauf, dass wir als Gemeinde unsere Selbstbestimmung nicht verlieren: Souveränität ist wichtig, aber auch die Verantwortung dafür.

Haben Sie abschließend noch einen ganz persönlichen Wunsch?

Ich hoffe, gesund zu bleiben und den Glauben an das Gute hochhalten zu können, denn Ungutem sollten wir nicht mit ebenfalls Ungutem begegnen.

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