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Segen und Weihe für d as restaurierte Kreuz gab es von Diakon Christian Pastötter.

Marterleinweihung bei Loodermoos

Erinnerung an einen schweren Schicksalsschlag

Die Sonne lachte vom Himmel, die Holzlandblaskapelle unter der Leitung von Hans Wegmann spielte zünftig auf. Gut 40 Bürger waren mit ihren Kindern aus den umliegenden Dörfern gekommen, darunter Enkelin Katharina Eibl und Familie Waxenberger, die Angehörigen des 1913 verunglückten Schusters und Landwirts Simon Glasl. An ihn erinnert ein Marterl, das nun restauriert worden ist. Jetzt fand an Pfingsten bei Lodermoos die festliche Kreuzweihe mit Diakon Christian Pastötter statt.

Loodermoos – Initiator Richard Lechner war überwältigt und bedankte sich bei den Besuchern und bei allen, die ihn bei der Kreuzaktion unterstützt hatten. Lechner blickte vom Finden des Kreuzes bis zur fertigen Restaurierung zurück (wir berichteten). Nach der Enthüllung durch Bürgermeister Hans Wiesmaier sprach der Diakon ein Gebet, segnete das Kreuz und weihte es mit Weihwasser.

Nach dem gemeinsamen Vater Unser sagte Wiesmaier: „Ich bin heute da, um Vergelt’s Gott zu sagen, dass man immer wieder Leute findet, damit das Alte nicht verloren geht.“ Ein Spruch sage: „Den Charakter eines Volkes erkennt man daran, wie es mit ihren Toten umgeht. Heute müsste es heißen: Den Geist einer Pfarrei kennt man daran, wie sie mit ihren Verstorbenen umgeht.“

Früher habe es keine Lebensversicherung, keine Krankenkasse gegeben. Wenn ein Familienvater umgekommen sei, sei das ein Schicksalsschlag gewesen, den man sich heute gar nicht mehr vorstellen könne, so Wiesmaier. „Da ist eine Familie dran gehängt, ein ganzes Dorf hat gelitten unter diesem Schicksalsschlag.“ Deshalb sei es damals ein Anliegen in der Gesellschaft gewesen, dass man ein Marterl aufstellt, um das Vergessen zu umgehen.

„Das Miteinander dürfen wir auf keinen Fall verloren geben“, meinte der Bürgermeister außerdem. „Richard, du hast heute das Miteinander ein Stück nach außen getragen“, sagte Wiesmaier zu Lechner.

Nach der gemeinsam gesungenen Bayern-Hymne waren alle Helfer, Musiker und Ehrengäste bei Lechner zum Weißwurstessen eingeladen.

 THOMAS OBERMEIER

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