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Die Kuckucks-Lichtnelke blüht auf Nasswiesen an der Strogn. Foto: Ulrich Müller

Massnahmen zum Erhalt des Schutzgebiets an der Strogn 

Grüner Plan für ein blaues Band

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Bei einem Runden Tisch am Donnerstag stellen Behördenvertreter den Managementplan zur Erhaltung des Schutzgebiets an der Strogn vor.

Fraunberg– Auwald, Flutmulden, Quelltümpel, Lebensraum für Blaupfeil-Libelle, Sumpfgrashüpfer und den Fisch Elritze – über 20 Kilometern Länge fließt die Strogn durch den Landkreis. Auf dem Weg nach Norden gewinnt der Bach auch ein „e“ dazu. In Wartenberg ist er als Strogen bekannt. Das blaue Band ist als das 250 Hektar große FFH-Gebiet „Strogn, Hammerbach, Köllinger Bächlein“, also Flora-Fauna-Habitat, geschützt und Teil des Natura-2000-Netzes.

Der Bereich liegt im Naturraum Isen-Sempt-Hügelland. Er erstreckt sich entlang der Strogn mit ihren beiden Quellbächen Hammerbach in der Gemeinde Buch am Buchrain und dem Köllinger Bächlein im Südwesten von Bockhorn. Mit der Meldung im europaweiten Netz Natura 2000 würden ökologische Qualität und Bedeutung bis über die Landesgrenzen hinaus offensichtlich, heißt es in einer Pressemitteilung der Regierung von Oberbayern.

Zur besonderen Bedeutung des FFH-Gebiets würden zudem die Vorkommen der Mühlkoppe und des Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings beitragen. Diese beiden zählen zu den Tier- und Pflanzenarten, für die laut der FFH-Richtlinie Schutzgebiete im Natura-2000-Netz eingerichtet werden müssen.

Die EU fordert einen guten Erhaltungszustand für die Natura-2000-Gebiete. Naturschutz- und Forstbehörden erfassen und bewerten dazu im sogenannten Managementplan Lebensräume und Arten und formulieren Vorschläge für Maßnahmen. Für Grundstückseigentümer und Nutzer hat der Managementplan Hinweischarakter. Sie dürfen die Flächen entsprechend der guten fachlichen Praxis auch weiterhin bewirtschaften. Der Erhaltungszustand der Lebensraumtypen und Arten darf sich jedoch nicht verschlechtern. Förderprogramme sollen Anreize zur Mitwirkung geben.

„Nur durch gemeinsames Handeln aller Beteiligten lässt sich die wertvolle Kulturlandschaft Oberbayerns erhalten“, erklärt die Regierung. Im Rahmen des Managementplans sollen Maßnahmen zum Erhalt des noch vorhandenen Arten- und Lebensraumspektrums abgesprochen werden. Dies kann nur in enger Zusammenarbeit mit den Besitzern und Nutzern sowie durch den Einsatz von Fördermitteln geschehen.

Die Regierung veranstaltet daher zusammen mit der Forstverwaltung und der Unteren Naturschutzbehörde einen Runden Tisch zu dem Thema. Die Behördenvertreter stellen den aktuellen Stand des Managementplans vor und diskutieren die Anregungen und Wünsche aller Beteiligten. Entlang der Bachläufe befinden sich 899 Flurstücke, die zumindest teilweise im FFH-Gebiet liegen. Sie gehören 259 verschiedenen Eigentümern, die auch zum Runden Tisch eingeladen sind.

Bei dem Gesprächsforum können alle Belange – naturschutzfachliche, soziale, forst-, land- und wasserwirtschaftliche – eingebracht werden. Berechtigte Hinweise werden in den Managementplan einfließen. Der abgestimmte Maßnahmenkatalog wird dann zur Richtschnur für die Behörden. Die Regierung von Oberbayern ist federführend zuständig.

Natura 2000 ist ein europäisches Biotopverbundnetz mit FFH- und Gebieten nach der Vogelschutz-Richtlinie. Mit dem Programm soll die Vielfalt der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Pflanzen und Tiere aufrecht erhalten werden.

Timo Aichele 

Der Runde Tisch

zum Managementplan für das FFH-Gebiet „Strogn, Hammerbach, Köllinger Bach“ findet am Donnerstag, 7. Dezember, um 13 im Gasthaus Stulberger in Fraunberg statt. Weitere Informationen auf www.natur.bayern.de.

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