Das Fraunberger Kinderhaus St. Florian beim Fest des 40-jährigen Bestehens.
+
Das Fraunberger Kinderhaus St. Florian beim Fest des 40-jährigen Bestehens vor fünf Jahren.

Dicker Posten ist auch die Erschließung von Reichenkirchen-Ost

Fraunberger Haushalt eine „riesige Herausforderung“: 1,5 Millionen für Kinderhaus-Erweiterung

Fraunberg – Rund 13 Millionen Euro umfasst der Haushalt Fraunbergs, den der Gemeinderat am Dienstag einstimmig verabschiedet hat. Er fällt um rund 1,8 Millionen Euro oder zwölf Prozent geringer aus als im Vorjahr. Das ist nicht etwa Corona geschuldet, sondern dem bloßen Fakt, dass heuer weniger Bauvorhaben anstehen.

VON FRIEDBERT HOLZ

Die Gemeindeverwaltung glaubt, auch 2021 ohne Kreditaufnahme über die Runden zu kommen, und hofft darauf, die anvisierten Rücklagen in Höhe von knapp 480 000 Euro am Jahresende auch erreichen zu können.

„In diesen Zeiten einen Haushalt aufstellen zu können, in der größten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg, bedeutet eine riesige Herausforderung“, betonte Bürgermeister Hans Wiesmaier. Es sei schwierig, vorauszusagen, wie sich das Jahr weiter entwickle. „Dabei gibt es derzeit immer mehr Forderungen an kommunale Einrichtungen und verpflichtende Maßnahmen, ohne dass wir einen Ausgleich schaffen können. So stellt sich die Frage: Was müssen wir uns als Gemeinde leisten können, wollen wir gesellschaftlichen Wandel – etwa bei Schule oder Kinderhaus – begleiten?“

Zu den wichtigsten Einnahmen im Verwaltungshaushalt, der rund 6,98 Millionen Euro umfasst, gehören Zuschüsse zu Schülerbeförderung, Kinderhausbetriebskosten und Straßenunterhalt ebenso wie Kanal- und Wassergebühren. Das Wasserwerk in Maria Thalheim wird laut Wiesmaier die Nachbargemeinde Inning heuer „nur noch wenig versorgen“.

Zu den Steuereinnahmen sagte Kämmerer Hermann Hofer: „Den Ansatz für die Gewerbesteuer haben wir moderat um 50 000 Euro gesenkt. Wir erwarten aber, wie 2020, rund eine Million“.

An Ausgaben fallen im Verwaltungshaushalt alle Kosten für Schulen (samt Beförderung), für das Kinderhaus, für Wasserversorgung und Straßenunterhalt an. Aber auch die Kreisumlage fordert ihren Tribut: Fraunberg muss heuer rund zwei Millionen Euro, rund 120 000 Euro mehr als bisher, an den Landkreis abgeben. Zweithöchster Posten sind die Personalkosten für die Verwaltung mit rund 1,1 Millionen Euro. „Derzeit“, so Wiesmaier, „haben wir elf Planstellen, darunter vier in Vollzeit. Im Vergleich zu anderen Gemeinden gleicher Größenordnung sind wir sicher nicht überbesetzt“.

Im sechs Millionen Euro umfassenden Vermögenshaushalt fallen einige staatliche Zuschüsse auf, etwa für die neue Heizung in der Turnhalle Maria Thalheim (330 000 e Ausgaben/Zuschüsse: 140 000 e), die Neugestaltung der Ortsmitte Reichenkirchen (heuer 200 000 e Ausgaben/280 000 e Zuschüsse noch offen), Arbeiten an Wasserkanälen oder die Erweiterung des Kinderhauses. Dieses Projekt bildet einen der größten Posten bei den Ausgaben, mit rund 1,5 Millionen Euro gehört es mit Erschließungskosten für das neue Baugebiet Reichenkirchen-Ost (1,6 Mio. e) sowie Straßenbaumaßnahmen (580 000 e) zu den wichtigsten und finanzintensivsten Maßnahmen.

Neue Kredite will Fraunberg dafür keine aufnehmen, und so geht es mit einem Schuldenstand von rund 3,7 Millionen Euro ins laufende Geschäftsjahr. Rund 230 000 Euro sollen getilgt werden, zum Jahresende ergibt sich ein geschätztes Minus von etwa 3,5 Millionen Euro. Das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 905 Euro pro Einwohner.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare