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Aus dem Leben gegriffen sind die Schmunzelgeschichten von Martin Wichary alias Wiggerl.

Wiggerls neues Programm

Der Mofarocker im Familien-Badewasser

Fraunberg – Unpolitisch und in bayerischer Mundart: Martin Wichary alias Wiggerl stellte am Samstag sein viertes Soloprogramm in Fraunberg vor.

„Willkommen im Backstagebereich für unbekannte Künstler“, scherzte Wiggerl noch kurz vor dem Auftritt und meinte damit den Schießstand im Gasthaus Stulberger in Fraunberg. Unbekannt? Von wegen. Martin Wichary aus Berglern hat sich bereits einen Namen in der Kabarettszene gemacht. Am Samstag warteten über 230 Zuschauer gespannt auf die Premiere seines neuen Programms „Werd scho wern … (As Beste und no mehr)“.

Wichary präsentierte nach eigenen Worten „ein Best of der letzten fünf Jahre, mit neuen Geschichten und alten Klassikern. Wie immer völlig unpolitisch und boarisch“. Der FC Fraunberg hatte die Veranstaltung organisiert.

Nachwuchskünstler Tobi Klaus leitete den Abend ein. In seinem Vorprogramm berichtete der Entertainer von seinen Work&Travel-Erfahrungen. Er demonstrierte dem Publikum Sicherheitsvorkehrungen in einem Flugzeug, die im Ernstfall lieber nicht befolgt werden sollten. Mit Schlagerhits wie Helene Fischers „Atemlos“ und Wolfgang Petrys „Wahnsinn, warum schickst du mich in die Hölle“ animierte er die Kabarett-Fans zum Mitsingen.

„Wer sieht mich heute zum ersten Mal?“, fragte Wiggerl zu Beginn. Ein paar Mutige hoben die Hand. „Und wer zum letzten Mal?“ So sorgte bereits nach wenigen Sekunden für den ersten Lacher. Die Geschichten, die er erzählte, stammen aus dem wahren Leben. Nicht selten erkannten sich die Zuschauer in den geschilderten Alltagssituationen wieder und mussten schmunzeln.

So war es auch für den einen oder anderen, als der 41-Jährige seine Badeerfahrung als Kind schilderte. „Als ob ma auf am rauen Schleifpapier sitzt, wenn sich da Dreg vo de andern unten obgsetzt hod“, beschreibt er das Gefühl, in das dreckige Badewasser zu steigen, in dem er als Jüngster nach allen anderen Familienmitgliedern gewaschen wurde.

Im neuen Programm vergleicht Wiggerl hauptsächlich persönliche Erfahrungen aus seiner Kindheit und Jugend mit der heutigen Zeit. Mittlerweile spreche man beispielsweise nicht mehr von einer Couch, sondern von einer „Chill-Station“. Auch das Wort Pinkeln sei durch den Begriff „Downloaden“ ersetzt worden.

Als junger „Mofarocker“ habe er die Straßen Berglerns mit seiner 27 km/h schnellen Maschine unsicher gemacht. Dabei habe er einmal ein „windiges Berliner Zigarettenbürscherl“ getroffen. Die Burschen machten einen Wadlvergleich. Der Berliner habe geradezu „Nordic-Walking-Stecker-Beine“ gehabt. „Des is ungefähr so, als ob a Flamingo neben einem zwölf Zentner schweren Haflinger steht“, erzählte Wiggerl.

Mit viel Applaus und roten Rosen, die er für eine Andy-Borg-Gesangseinlage von Zuschauerinnen erhalten hatte, verabschiedete sich der Berglerner aus Fraunberg.

Im Schlachthof München

tritt Wiggerl am 31. August auf. Infos auf www.wiggerl-live.de.

Julia Pfeil

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