Sie hat das Leben geliebt und es trotz allem Kampf und aller Hoffnung verloren. Daniela Schaurer aus Reichenkirche ist an Krebs gestorben.
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Sie hat das Leben geliebt und es trotz allem Kampf und aller Hoffnung verloren. Daniela Schaurer aus Reichenkirche ist an Krebs gestorben.

„Meine Dany war ein Blumenkind“

Dreifache Mutter erliegt Krebsleiden: Diakon erfüllt ihr am Sterbebett letzten Herzenswunsch

  • vonAlexandra Anderka
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„Dany hat das Leben geliebt, sie war ein fröhlicher Mensch, ein Blumenkind“, sagt Björn Schaurer über seine Frau. Daniela Schaurer ist am Montag im Alter von 42 Jahren ihrem Krebsleiden erlegen.

Reichenkirchen - Viele Landkreisbürger nahmen Anteil am Schicksal der dreifachen Mutter aus Reichenkirchen und haben die Familie auch im Rahmen unseres Leserhilfswerks „Licht in die Herzen“ mit Spenden unterstützt. Zweieinhalb Jahre hat Daniela Schaurer gegen den Krebs gekämpft, war nie verbittert, bis zum Schluss zuversichtlich und voller Hoffnung.

Reichenkirchen: Daniela Schaurer an Lungenkrebs gestorben - „Meine Frau ist immer sehr offen mit der Krankheit umgegangen

„Meine Frau ist immer sehr offen mit ihrer Krankheit umgegangen, hat unglaubliches Wissen über diesen tückischen Lungenkrebs angehäuft und hat auf Facebook sowie Instagram Selbsthilfegruppen gegründet“, sagt der Witwer. Über 1000 Nachrichten seien über die sozialen Medien seit der Todesnachricht eingegangen, mit Beileidsbekundungen aus ganz Deutschland.

„Durch ihr positives Wesen ist es ihr immer wieder gelungen, anderen Menschen, die ihr Schicksal teilten, Mut zu machen“, weiß Björn Schaurer. Er habe sie dafür bewundert. Eine Person hat geschrieben: „Ohne den Zuspruch von Daniela hätte ich es nicht bis hierher geschafft“, eine andere: „Sie hat mir immer den Rücken gestärkt, obwohl es ihr selbst so schlecht ging.“ Björn Schaurer hat seine Frau für ihr besonderes Wesen geliebt: „Sie war immer korrekt, geradeheraus und ehrlich. Sie hat sich den Dingen gestellt.“

Familie und Freunde haben ihr letzte Botschaften auf den Sarg geschrieben.

Die 42-jährige Kinderpflegerin ist in Pfaffenhofen an der Ilm geboren und in Scheyern, vorwiegend bei ihrer über alles geliebten Oma, aufgewachsen. Ins Kloster Scheyern ging auch der letzte Ausflug des Ehepaars am Valentinstag. „Ich weiß nicht, ob sie da schon gespürt hat, dass es zu Ende geht, aber sie hat so darauf gedrängt, dass wir da hinfahren“, sagt Björn Schaurer.

Sie wollte noch das Grab der Oma besuchen, „aber das haben wir mit dem Rollstuhl nicht mehr geschafft“, bedauert er. Die 42-Jährige sei sehr gläubig gewesen. „Wir sind nicht jeden Sonntag in die Kirche gegangen“, meint der Witwer, „aber sie hat sehr viel gebetet – und nicht erst zum Schluss“.

Diakon erfüllt krebskranker Daniela Schaurer Herzenswunsch: Ehemann am Sterbebett kirchlich geheiratet

Eine enge Beziehung hatte sie auch zu Diakon Christian Pastötter aus Reichenkirchen. Sie habe viele Gespräche mit ihm geführt. Der Diakon hat der Schwerkranken zum Schluss dann auch noch einen Herzenswunsch erfüllt: Daniela Schaurer wollte unbedingt noch kirchlich ihren Mann Björn heiraten. Im Beisein der gesamten Familie hat Pastötter am Sterbebett Daniela und Björn den kirchlichen Segen erteilt.

Sie habe ihr Schicksal zum Schluss angenommen, weiß ihr Ehemann, dennoch hatte sie sich noch ein paar Etappenziele gesteckt. „Sie hätte so gerne unsere Tochter nach der Mittleren Reife im schönen Abschlusskleid gesehen.“ Sie wollte auch am Ende ihres Lebens nicht gehen. „Solange meine Tochter und ich ihr die Hand gehalten haben, hat sie nicht aufgehört zu atmen.“

„Sie hätte so gerne unsere Tochter nach der Mittleren Reife im schönen Abschlussballkleid gesehen“

Der Witwer wollte allen, die seine Frau gekannt und begleitet haben, die Möglichkeit geben, sich von ihr zu verabschieden. Er ließ den Sarg mit seiner Frau in der Aussegnungshalle in Reichenkirchen aufstellen. Alle, die das Bedürfnis hatten, konnten ihr noch die letzte Ehre erweisen. Viele schrieben ihr eine Botschaft auf den Sarg. „Das hätte Dany gefallen, das hat zu ihr gepasst. Sie liebte es bunt.“ Tochter Emilia wählte den Spruch, den ihre Mutter ihr einst ins Poesie-Album geschrieben hatte: „Es begleite dich täglich als funkelnder Stern, der Glaube, die Liebe, der Segen des Herrn.“

Auch die Mutter und Ehefrau hat ihren Lieben letzte berührende Botschaften hinterlassen. Am Tage ihres Todes hat Björn Schaurer vier Videobotschaften auf seinem Handy entdeckt – für ihn, Tochter Emilia (16) sowie die Söhne Eric (24) und Philip (19). Er verrät nur soviel: „Sie glaubt an uns, sie weiß, dass wir das schaffen und schaut von oben auf uns herab.“

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