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Nach 50 Amtsjahren: Heinrich Haider kündigt Ausstieg bei Fraunberg an

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Mit Urkunden und Vereinsabzeichen ehrten Vorsitzender Heinrich Haider (l.) und Fraunbergs Bürgermeister Hans Wiesmaier (r.) verdiente Mitglieder. Foto: niedergesäss

Fraunberg - Die Nachricht des Abends verkündete der Vorsitzende des FC Fraunberg am Sonntag erst am Ende der Generalversammlung im Vereinsheim: „Jede Ära geht einmal zu Ende.

Nach 50 Jahren im Vorstand, davon vier Jahre als Kassier und 46 Jahre als Vorsitzender, werde ich bei den Neuwahlen im nächsten Jahr nicht mehr kandidieren. Das sind meine letzten zwölf Monate.“

Weiter meinte Haider, er werde nun 70 Jahre alt, und damit sei es Zeit, Jüngere ans Ruder zu lassen. „Ich erkläre das so früh, damit der Verein genügend Zeit hat, einen Nachfolger zu finden“, so Haider.

Eine Aufgabe jedoch will er noch anpacken: Die Mitgliedsbeiträge müssten erhöht werden. „Die erwachsenen Mitglieder zahlen 48 Euro, Schüler elf Euro im Jahr. Die Vereine in der Umgebung haben ebenfalls erhöht. Die SpVgg Altenerding ging von sechs auf neun Euro monatlich bei den Erwachsenen“, erklärte Haider.

Die Kosten für Strom, Wasser und Heizung seien explodiert, und für einen Spielerpass bei Ummeldungen verlange der Bayerische Fußballverband jetzt 25 Euro statt 3,50 Euro wie bisher.

„Wir kommen um höhere Mitgliedsbeiträge nicht herum“, meinte Haider. Schatzmeisterin Birgit Völkl schlug eine gestaffelte Lösung vor. Es sei gerechter, wenn Passive weniger zahlen würden als Aktive, weil diese das sportliche Angebot mehr in Anspruch nehmen würden. Wenig begeistert jedoch waren die anwesenden Fußballer. Einige Mitglieder meinten, ein höherer Beitrag sei durchaus angemessen. „Vereine wie Moosburg oder Landshut nehmen auch mehr“, hieß es.

Der Vereinsausschuss wurde beauftragt, einen Vorschlag auszuarbeiten auf der Basis umliegender und vergleichbarer Vereine. Wie notwendig die höheren Beiträge sind, wurde auch deutlich durch den von Völkl vorgelegten Kassenbericht. Bei Einnahmen von knapp 64 000 Euro blieb nur ein Überschuss von 800 Euro.

„Damit können wir keine großen Sprünge machen“, meinte Haider. Allerdings schafft es der Verein, jährlich 7500 Euro für das zum Bau des Vereinsheims aufgenommenes Darlehen zurückzuzahlen. „Vor fünf Jahren hatten wir 180 000 Euro Schulden. Aktuell sind es 120 000 Euro. Im Jahr 2026, in 15 Jahren, stehen wir schuldenfrei da“, erklärte Haider.

Reiche Zinsen trägt die Arbeit von Jugendleiter Erwin Daimer. „Aus dem eigenen Nachwuchs kommen viele gute Spieler. Derzeit haben wir 42 Spieler im Großfeldbereich. Das ist ein gutes Potenzial für die nächsten Jahre“, rechnete Daimer vor.

Positiv ist die Entwicklung beim Tischtennis, wie Norbert Radde berichtete. Vier Mannschaften stehen im Punktspielbetrieb, und im Jugendbereich stehen 20 Aktive zur Verfügung. „Damit können wir eine zweite Mannschaft ins Rennen schicken“, so Radde. Dafür würden Betreuer benötigt. nie

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