+
Platz für Kinder ist im Reichenkirchener Pfarrheim St. Michael. Hier fühlen sich die Mädchen und Buben im Zwergerlgarten wohl bei den Erzieherinnen Eva-Maria Schraufstetter (kniend, l.) und Katrin Kiermeier (kniend, r.). Darüber freuen sich (sitzend, v. l.) Dagmar von Fraunberg und Katharina Ciomperlik von der Nachbarschaftshilfe Fraunberg sowie (hinten, v. l.) Kirchenpfleger Anton Maier, Diakon Christian Pastötter und Fraunbergs einstiger Vize-Bürgermeister Martin Haindl, der den Kindern zwei massive Tische gezimmert hat.

Neues Angebot der Nachbarschaftshilfe Fraunberg

Im Zwergerlgarten gut aufgehoben

Fraunberg - An zwei Vormittagen in der Woche betreuen zwei Erzieherinnen in Reichenkirchen Zwei- bis Vierjährige, um deren Eltern zu entlasten. Das Angebot der Nachbarschaftshilfe (NBH) Fraunberg kommt gut an.

Wer kennt sie nicht, die zeitlichen Engpässe junger Eltern? Einerseits würden sie gerne mit ihren Kindern, die noch zu klein für den Kindergarten sind, zuhause spielen. Andererseits gibt es viel zu erledigen. Man muss mal zum Arzt oder Einkaufen, der Partner ist in der Arbeit. Wer aber kümmert sich in dieser Zeit um die Kleinen? In der Gemeinde Fraunberg wurde jetzt eine Lösung gefunden. Die NBH bietet Betreuung im Zwergerlgarten an.

Die sieben Kleinkinder, die in einem Gruppenraum im Pfarrheim Reichenkirchen spielen, haben offensichtlich Spaß. Einige beschäftigen sich mit der Holzeisenbahn, andere malen. Zwei Mädchen ziehen ihre Puppen um. „Zweimal in der Woche sind sie hier, dienstags und mittwochs von 8.30 bis 11.30 Uhr“, erzählt Eva Schraufstetter. Die 40-Jährige leitet den Zwergerlgarten. Die Erzieherin aus Reichenkirchen, selbst Mutter von drei Kindern, war nicht nur Initiatorin des neuen Betreuungsprogramms, sie erfand auch den Namen der Gruppe. Das Logo entwarf Michaela Kappes aus Fraunberg.

„Schon oft haben mich Mütter aus der Gemeinde gefragt, ob es nicht eine Möglichkeit gäbe, die Kleinen mal für ein paar Stunden abzugeben“, erinnert sich Schraufstetter. Und so sprach sie mit Diakon Christian Pastötter, dem Hausherrn des Pfarrheims. Er hat sich sofort bereit erklärt, einen Raum zur Verfügung zu stellen. Außerdem gewann Schraufstetter mit Katrin Kirmeier eine frühere Kollegin als zweite Betreuungskraft. Die 36-jährige Erzieherin kommt dafür eigens aus Wurmsham (Kreis Landshut) – und arbeitet wie Schraufstetter ehrenamtlich. Das erklärt Dagmar von Fraunberg (51), Vorsitzende der Nachbarschaftshilfe: „Unser Zwergerlgarten finanziert sich zu einem Teil aus den Betreuungsgebühren. Manchmal bekommen wir auch Spenden. Wir als Träger dieses Angebots dürfen dabei aber nicht mehr zahlen, als die Ehrenamtspauschale.“

Eltern, die ihre Kinder im Alter zwischen zwei und vier Jahren in den Zwergerlgarten bringen, bezahlen acht Euro pro Kind und Treffen. Darin nicht enthalten ist die Verpflegung. Jedes Kind bringt seine Brotzeit mit. Außerdem sind Hausschuhe gewünscht sowie eine Box mit Wechselwäsche oder Windeln.

Maximal zehn Kinder kann der Zwergerlgarten betreuen. Ist die Nachfrage höher, entscheidet das Los. Kinder aus der Gemeinde haben Vorrang. Wer nicht berücksichtigt werden konnte, kommt auf eine Warteliste.

„Betriebskosten wie Strom oder Heizung übernimmt die Pfarrei Reichenkirchen“, erzählt Katherina Ciomperlik (43), die 2. Vorsitzende der Nachbarschaftshilfe. „Eine Unfallversicherung für die Kinder und eine Betriebshaftpflichtversicherung gehen aber zu Lasten der Nachbarschaftshilfe. Geholfen hat uns am Anfang auch die Caritas in Erding, und besonders stolz sind wir auf die zwei neuen Tische von Martin Haindl.“

Der langjährige Gemeinderat und ehemalige Vize-Bürgermeister aus Lohkirchen hat seine Arbeitskraft als Zimmerer kostenlos zur Verfügung gestellt. Er hat zwei stabile Tische gebaut, an denen die Kinder basteln, malen oder musizieren können. Als Anerkennung dafür überreichten ihm die Mädchen und Buben jetzt eine selbst gefertigte Dankeskarte.

„Wir sind aber mit den Kindern nicht nur hier im Raum. Bei schönem Wetter gehen wir ins Freie“, erzählt Schraufstetter. „Leider haben wir für den Garten noch keine Spielgeräte oder Fahrzeuge. Wer also etwas spenden möchte, könnte uns damit eine große Freude bereiten.“

Zudem soll im zweiten Halbjahr noch eine so genannte Springerin dazu kommen, falls eine der beiden Erzieherinnen wegen Krankheit einmal ausfällt. Damit im Fall der Fälle nichts passieren kann im Gruppenraum, bekommt der jetzt noch eine Ausstiegshilfe für den Notausgang. Schon jetzt zufrieden zeigt sich Diakon Pastötter mit dem Zwergerlgarten: „Es ist schön zu sehen, dass sich die Kinder hier wohl fühlen. Immerhin können wir manche Eltern durch dieses Angebot etwas entlasten, und wir stellen auch keine Konkurrenz zu Krippe oder gar Kindergarten dar.“ (Friedbert Holz)

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Dorfen wird zur Surf-City
Dorfen rüstet zum großen Hotspot auf: Ab 2019 soll es im gesamten Innenstadtbereich ein kostenloses WLAN-Netz geben. Und das mindestens mit LTE-Geschwindigkeit. …
Dorfen wird zur Surf-City
Fehlbach-Brücke halbseitig gesperrt
Kaum ist die eine Brücke wieder befahrbar, gibt es Engpässe an der anderen.
Fehlbach-Brücke halbseitig gesperrt
Bewährung für schlagkräftige Köchin
Ihre Jobs in der Gastronomie waren ihr Verhängnis. Eine Erdinger Köchin (26) wurde alkoholabhängig – und im Suff aggressiv. Mittlerweile ist sie abstinent. Damit blieben …
Bewährung für schlagkräftige Köchin
Seit 30 Jahren im Familienbetrieb Faltlhauser
Roswitha Steiger-Stein arbeitet seit 1988 im Familienbetrieb Faltlhauser.
Seit 30 Jahren im Familienbetrieb Faltlhauser

Kommentare