Das Gemeindezentrum Fraunberg soll mit einer Lüftungsanlage ausgestattet werden. Entschieden ist aber noch nichts.
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Das Gemeindezentrum Fraunberg soll mit einer Lüftungsanlage ausgestattet werden. Entschieden ist aber noch nichts.

Debatte im Gemeinderat Fraunberg

Ohne Lüftungsanlagen geht’s wohl nicht

  • Friedbert Holz
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Fraunberg – Die Gemeinde Fraunberg plant, den Bürgersaal und den Sitzungssaal, das Kinderhaus und die Schulturnhalle mit Lüftungsanlagen nachzurüsten.

Wenn der Fraunberger Gemeinderat, der mittlerweile wieder im Sitzungssaal tagt, über ein gutes Klima diskutiert, geht es nicht etwa um atmosphärische Störungen. Vielmehr möchte die Kommune – letztlich auch der Situation in Pandemie geschuldet – den Bürgersaal im Gemeindezentrum und den darüber liegenden Sitzungssaal belüften lassen. Auch im Kinderhaus St. Florian und in der Schulturnhalle Maria Thalheim sollen solche Anlagen eingebaut werden.

„Als wir damals über den Neubau hier sprachen, überlegten wir bereits eine solche Investition, haben uns aber das Geld erst einmal gespart“, erinnerte Bürgermeister Hans Wiesmaier die Räte. Nun wird die Notwendigkeit dringlicher, vor allem im großen Saal im Erdgeschoss. Denn dort sollen irgendwann auch wieder Veranstaltungen stattfinden können.

Um sich ein Bild über notwendige Einbauten und Investitionskosten machen zu können, war Konrad Brand eingeladen, Inhaber des Spezialbüros Brand und Kallenbach aus Waldkraiburg. „Bei 120 Personen im Bürgersaal sollte eine Lüftungskapazität von 37 Kubikmetern pro Person angenommen werden, was etwa 4400 Kubikmetern entspricht. Im Saal darüber, der hauptsächlich für Sitzungen genutzt wird, gehen wir von 35 Personen und einer Kapazität von zwölf Kubikmetern pro Person, also etwa 420 Kubikmetern aus“, rechnete der Ingenieur vor.

Beide Räume wären allerdings nicht gleichzeitig zu belüften, obwohl sie von einer Anlage aus versorgt würden. Allerdings wäre zusätzlich auch das Bürgersaal-Foyer belüftbar. Die neue Anlage hätte ihren Sitz im Keller.

Über Rohre, die durch das Stuhllager neben dem Bürgersaal und danach über das Flachdach auf der Rückseite des Gemeindezentrums führen, käme frische Luft in beide Säle. Dazu wären Kernbohrungen notwendig, denn die Anlage könnte nicht, wie von Georg Scheiel (WG Reichenkirchen) angeregt, auf dem Flachdach außen montiert werden: „Dagegen sprechen neben dem Gewicht der Anlage auch die zu erwartenden Lärmemissionen, die unseren Nachbarn nicht zuzumuten wären“, erklärte Wiesmaier.

Im Bürger- und im Sitzungssaal würde die frische Luft aus Rohren an der Decke kommen, dezent in Form und Farbe, wie von Architekt Jakob Oberpriller angedacht. Brand rechnet mit Kosten „zwischen 260 000 und 280 000 Euro“, die Planung mit eingerechnet. An Fördergeldern seien rund 20 Prozent zu erreichen, Baubeginn könnte im Frühjahr 2022 sein.

Auch das Kinderhaus St. Florian samt Erweiterung und Anbau für den Essbereich soll eine Lüftungsanlage erhalten. Um dort fünf Gruppenräume für jeweils 14 Personen mit einer Frischluft-Kapazität von 30 Kubikmetern (insgesamt 420 Kubikmeter) und im Obergeschoss einen Gruppenraum für 50 Personen à 30 Kubikmeter (insgesamt 1500 Kubikmeter) zu versorgen, müsste auch im Keller eine Belüftungsanlage installiert werden.

Experte Brand rechnet hier allein für den neuen Essbereich, ausgelegt für 24 Personen, mit Kosten in Höhe von 27 000 Euro. Eine Förderung erscheint durchaus möglich, die Gesamtkosten für eine Belüftungsanlage im Kinderhaus stehen aber noch nicht fest.

Auch eine Belüftung auch für die Schulturnhalle in Maria Thalheim wurde diskutiert. Bei einer geforderten Luftmenge von rund 8000 Kubikmetern würden Kosten von 195 000 Euro entstehen, bei 80 Prozent Fördermitteln. In einer der nächsten Sitzungen will der Gemeinderat über die Anschaffung aller Anlagen entscheiden.

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