Über die Steigerung der Qualität referierte Josef Freundorfer (l.). foto: hartinger

Mitgliederversammlung der Erzeugergemeinschaft für Qualitätsgetreide geprägt von schlechten Getreidepreisen

Preis unter Druck – und damit die Bauern

Grucking - Derzeit erhalten Landwirte 12 bis 13 Euro pro 100 Kilo Weizen. Wenn der Preis weiter fällt, wird es eng.

Grucking – Der Getreidepreis ist unter Druck. Das prägte auch die Mitgliederversammlung der Erzeugergemeinschaft für Qualitätsgetreide am Freitag im Gasthof Rauch in Grucking. Von 184 Mitgliedern nahmen rund 40 Landwirte teil. Aufgrund der „weltweiten Rekordernte, wird der Preis unter Druck kommen“, erklärte Geschäftsführer Franz Brandmayer. Er hoffe, dass für Weizen der Erzeugerpreis für Landwirte „noch im zweistelligen Bereich bleibt“, präzisierte er auf Nachfrage.

Der Preis schwanke tagesaktuell und hänge auch von der Qualität ab. Derzeit liege er bei 12 bis 13 Euro pro 100 Kilogramm, erläuterte der Geschäftsführer aus Niederding. Der Ertrag liege je nach Boden bei acht bis neun Tonnen pro Hektar und Jahr. Über 80 Prozent der Mitglieder würden Weizen anbauen, sagte Brandmayer.

„In den letzten Wochen ist der Preisverfall drastischer geworden, und er könnte sich bis zur nächsten Ernte fortsetzen“, mahnte der Geschäftsführer in der Versammlung. Außerdem sei der Braugerstepreis „am Bröckeln“ (momentan 15 bis 16 Euro). Der niedrige Rohölpreis mache sich schließlich auch beim Rapspreis enorm bemerkbar (aktuell rund 33 Euro).

Die Lage der Getreidebauern werde sich heuer wohl nicht verbessern. „Allgemein wird oft in der Bevölkerung gesagt“, meinte Brandmayer, „die Bauern jammern doch immer. Aber bei den negativen Deckungsbeiträgen, die wir jetzt wieder haben, lebt der Bauer von der Substanz. Das hält niemand lange durch“, kritisierte er. Dieser negative Saldo zwischen Aufwand und Erlös sei gerade noch nicht Realität, drohe aber beim weiteren Absinken.

Des weiteren informierte Josef Freundorfer vom Amt für Landwirtschaft in Deggendorf die Landwirte, wie beste Getreidequalität erzeugt werden kann. Wichtige Einflussgrößen seien Standort, Witterung, Sorte, Düngung sowie Pflanzenschutz.

Zwar habe Ährenfusariumsbefall in der jüngeren Vergangenheit keine Rolle gespielt. „Jedoch können wir uns nicht in Sicherheit wiegen, auch wenn wir die vergangenen drei Jahre kein Problem gehabt haben“, sagte Freundorfer zu der Getreidekrankheit. Ebenso warnte er die Bauern vor dem Gelbrost-Phänomen, einem Pilz, der aufgrund des milden Winters auftritt und die Pflanzen schädigt. „Dieses lässt sich mit gängigen Fungiziden nicht kontrollieren.“ Da der Gelbrost im Frühjahrauftritt, könne er aber durch frühes Spritzen bekämpft werden, meinte Freundorfer.

Von Nina Bauer und Sebastian Hartinger

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