Wehren sich als Nachbarn gegen die zwei Ställe für jeweils 18 000 Legehennen (v. l.): Jutta Albrecht, Helmut Gruber und Rudi Brückner. foto: Niedergesäss

Unterschriftenliste gegen Legebatterien

Protest gegen Legebatterien

Fraunberg - Hunderte von Fraunbergern haben sich in Unterschriftenlisten gegen zwei geplante Hühnerställe eingetragen.

Weit reicht der Blick vom etwa 500 Meter hohen Xaverer Buckel in Kleinhündlbach. Doch mit dem Alpenpanorama kann es bald vorbei sein. Auf der bisher landwirtschaftlich genutzten Fläche sollen zwei jeweils 96 Meter lange Ställe für 36 000 Hühner entstehen. Der Widerstand bei den Fraunbergern formiert sich.

Begründet wird der Bau im Außenbereich vom Antragsteller aus Inning am Holz als landwirtschaftliches Vorhaben, das damit privilegiert sei. „Das ist gegenüber allen Landwirten unfair. Hier geht es doch längst nicht mehr um die Landwirtschaft, sondern um Legemaschinen und damit um Gewerbe und die Profitgier eines einzelnen Menschen“, kritisiert Rudi Brückner. Das Vorhaben sei nur profitabel, wenn jedes Huhn pro Tag ein Ei legt. Dafür müsse in den Ställen Tag und Nacht das Licht brennen. Er gehört zu den Nachbarn, die derzeit Unterschriften gegen das Vorhaben sammeln. „Innerhalb von 24 Stunden haben schon rund 200 Bürger aus der gesamten Gemeinde unterschrieben. Das beweist, wie umstritten die Maßnahme ist“, erzählt Brückner.

Er versteht die Welt nicht mehr: „Da wird die Gemeinde mit Preisen für das Entwicklungs-Pilotprojekt überhäuft. Dazu gehört auch die Kulturlandschaft als zentrales Element, und diese wird nun verschandelt. Ausgerechnet auf der höchsten Anhöhe sollen die Ställe errichtet werden.“

In der unmittelbaren Nähe beginnt der Marienweg, der auch mit EU-Mitteln gefördert wurde. „Jeder Wanderer sieht künftig diese Ställe. Ich weiß nicht, ob die Fördermittel da zurückgezahlt werden müssen“, fragt sich Brückner.

Katastrophal wären die Hühnerställe für Jutta Albrecht. Vor zwei Jahren kauften sie und ihr Gatte Julio ein ehemaliges landwirtschaftliches Anwesen. „Mein Mann leidet unter einer Hühnerfedern-Allergie, musste bereits wegen eines allergischen Schocks ins Krankenhaus. Darum zogen wir nach Kleinhündlbach weitab jeglicher Bebauung. Jetzt sollen ausgerechnet zwei Ställe direkt vor unserem Küchenfenster entstehen“, so Albrecht.

Helmut Gruber verweist auf eine 1932 vom Landwirtschaftlichen Verein Bayern verliehene Ehrenurkunde: „Unser Hof ist seit 1482 im Familienbesitz. Als Nachbar sehe ich ihn nun gefährdet.“ Jetzt soll eine Bürgerinitiative gegründet werden. „Wir wollen uns mit Briefen an den Landrat wenden“, sagt Brückner. „Der Xaverer Buckel ist ein idealer Standort für eine Kirche, aber nicht für zwei riesige Hühnerställe.“

(nie)

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