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Preisträger-Konzert: Der Orchesterverein spielte und wurde mit dem „Fraunberger“ ausgezeichnet.

Bürgerversammlung Fraunberg

Rathausumzug wird ein „Quantensprung“

Fraunberg - Der Bau des Fraunberger Gemeindezentrums ist derzeit das größte Projekt der Kommune. Im Herbst wird es laut Bürgermeister Hans Wiesmaier bezogen.

„Schmissiger kann eine Bürgerversammlung wohl kaum beginnen“, freute sich Bürgermeister Hans Wiesmaier im voll besetzten Saal des Gasthauses Stulberger, als der Orchesterverein Fraunberg den „Russischen Tanz“ von Peter Tschaikowsky intonierte. Die Musiker waren nicht zufällig anwesend. Das Ensemble erhielt den Gemeindepreis „Der Fraunberger“.

Dazu überreichte der Gemeindechef, der zum 61. Mal eine Bürgerversammlung leitete, Dirigentin Ute Auf dem Hövel sowie Vorsitzendem Christoph Spranger Urkunde und Geldgeschenk. Denn der Verein, der 2004 gegründet wurde und mittlerweile rund 30 feste Musiker umfasst, kann für seine vielen geplanten Projekte den mit dem Preis verbundenen 250-Euro-Zuschuss gut gebrauchen. In seiner kurzen Laudatio hob Hans Wiesmaier vor allem die ansprechenden Konzerte heraus, die weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt sind.

In seinem Rückblick auf 2015 betonte der Bürgermeister das „Glück, eine Heimat zu haben und auch hier bleiben zu können“, dies sei keinesfalls selbstverständlich. Danach bestimmten vor allem Zahlen den Inhalt, ausgehend von der statistischen Situation der Gemeinde bis hin zu ihrem finanziellen Status (siehe Kasten).

So gut Fraunberg auch dastehe, sei doch die Verwaltung personell stark unterbesetzt. Im Vergleich zu ähnlich großen Gemeinden seien es gerade einmal halb so viele Mitarbeiter, berichtete der Bürgermeister. Trotzdem freue er sich, mit seiner Mannschaft im Herbst ins neue Gemeindezentrum umziehen zu können – „das wird ein Quantensprung für uns“. Dieser Neubau sei keinesfalls ein Luxus, sondern vielmehr ein guter neuer Platz für Verwaltung und Bürgerschaft.

Schließlich erläuterte Landrat Martin Bayerstorfer, der als Gast zur Versammlung erschienen war, noch einmal seine Sicht der Dinge in der Flüchtlingsthematik. „Jeder, der zu uns in den Landkreis kommt, egal aus welchen Beweg- oder Hintergründen, wird anständig untergebracht. Wir haben das großzügigste Asylrecht auf der Welt, helfen, wo es nur geht. Im Camp Shelterschleife, das derzeit fast leer steht, hatten wir bisher rund 90 000 Menschen aus aller Welt versorgt.“ Allerdings, so Bayerstorfer weiter, könne er kein Verständnis dafür aufbringen, dass in dem Lager im Fliegerhorst rund 15 000 Flüchtlinge nicht registriert worden seien. Vor allem sehr viele unbegleitete Jugendliche seien ohne eindeutige Identität im Land. „Ich schätze die Arbeit der Freiwilligen sehr, die sich um Flüchtlinge kümmern. Das ist genau so ein Merkmal für unsere Demokratie wie freie Meinungsäußerung, ein großer wirtschaftlicher Erfolg und die innere Sicherheit – darum beneiden uns viele.“

Als die zahlreichen Bürger im Saal schließlich ebenfalls zu Wort kamen, kristallisierten sich Fragen heraus, die meist Umstände direkt vor ihrer Haustüre betreffen: die marode Brücke in Riding (wird wegen schwieriger Kostenverteilung derzeit nicht weiter verfolgt), die Ergebnisse des Schadstoff-Messwagens (demnächst Thema im Gemeinderat) oder die mancherorts als mangelhaft empfundene Straßenbeleuchtung (wird im Einzelfall geprüft).

Am morgigen Dienstag, treffen sich die Bürger aus Maria Thalheim zu ihrer Versammlung im Gasthaus Strasser in Oberbierbach, am Mittwoch die Reichenkirchener im Gasthaus Rauch in Grucking, jeweils um 19.30 Uhr.

Fraunberg 2015 in Zahlen

3646 Einwohner

davon 302 Ausländer

1495 Erwerbstätige

33 Geburten und 31 Todesfälle

Kinderbetreuung:

161 Kinder im Kinderhaus St. Florian Fraunberg, 29 in auswärtigen Einrichtungen, 134 Grundschüler in acht Klassen

Haushalt: 9,4 Millionen Euro (2016: 10,2)

Verwaltungshaushalt: 5,6 Mo.

Vermögenshaushalt: 3,8 Mio.

Schulden: 1,1 Millionen Euro

(557 Euro pro Kopf)

Rücklagen: 1,18 Millionen Euro

Einnahmen:

Gewerbesteuer: 930 000 Euro

Einkommensteuer: 1,96 Millionen Euro

Investitionen:

Straßen: 750 000 Euro

Dorfentwicklung: 54 000 Euro

Kanal und Kläranlagen: 110 000 Euro

(Stand Ende 2015)

Friedbert Holz

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