Ernste Worte sprach Verbandsgeschäftsführer Rudolf Apfelbeck zu den Zuckerrübenanbauern aus dem Landkreis. foto: hartinger

Winterversammlung der Zuckerrübenanbauer

Schlechte Ernte, niedrige Erlöse

Grucking - Schwierige Zeiten haben derzeit die Zuckerrübenanbauer. Wegen des trockenen Sommers war der Ertrag um zehn Prozent niedriger als im Schnitt.

Krise, Preisverfall, Streit mit der Südzucker AG – die Winterversammlung der Zuckerrübenanbauer im Gasthof Rauch in Grucking war am Montag geprägt von schlechten Nachrichten. Aufgrund der Trockenheit von Juli bis September war der Ertrag von 75,5 Tonnen pro Hektar knapp zehn Prozent unter dem fünfjährigen Durchschnittswert, berichtet Dr. Rudolf Apfelbeck, Geschäftsführer des Verbandes der bayerischen Zuckerrübenanbauer. „Andererseits führten die trockenen Bedingungen dazu, dass im Einzugsgebiet der Zuckerfabrik Rain am Lech mit 19,28 Prozent Zuckergehalt die höchsten Werte in ganz Deutschland erzielt wurden.“

Trotzdem befinde sich der Zuckerrübenmarkt in einer Krise, erklärte Georg Huber aus Oppolding, Gebietsvertreter des Verbandes. Ein Grund der schwierigen Situation sei, dass „alle Rohstoffmärkte nach Süden gehen“. Zudem falle China als Absatzmarkt weg, weil dort das Wachstum eingebrochen sei. Um nachhaltig Gewinn zu erzielen, seien schließlich die Erlöse bei der Verarbeitung von Überschussrüben zu Bioethanol zu schlecht.

Dass dies hier noch nicht so extrem zu spüren ist, liege daran, dass „wir eine begünstige Region sind“, meinte der Zuckerrübenanbauer. Positive Faktoren seien hier die relativ sicheren Niederschläge, das Fachwissen der Bauern und, dass die Böden die Trockenheit durch ihre Wasserspeicherfähigkeit gut ausgleichen könnten. „Im Landkreis Erding beträgt der Gesamtumsatz der 75 Bauern mit der Rübe 1,5 Millionen Euro“, berichtete er.

Im Streit mit der Südzucker AG, an der die Rübenanbauer 56 Prozent der Aktien halten, geht es laut Huber hauptsächlich um die Verkaufserlöse und die Schnitzelvergütung, also die Einnahmen aus der Verarbeitung ausgelaugter Rüben zu Futtermittel.

„Da ab 2017 die Quoten und Mindestpreise wegfallen, können die Preise frei verhandelt werden“, erläuterte der Oppoldinger Landwirt. Doch die Verhandlungen vor zwei Wochen seien für die Landwirte schlecht gelaufen. Das Ergebnis nach Hubers Worten: „30 Prozent des Bauerngeldes gehen an die Fabrikspanne.“

Alfons Münch von Südzucker appellierte an die Kooperationsbereitschaft der Landwirte. Daraufhin erwiderte Huber: „In einem Boot, in dem zwei sitzen, muss man dem anderen genug Platz lassen. Sonst kentert es.“

Die Zukunft der Zuckerrübensparte sieht Huber dennoch positiv: „Der Markt wird sich erholen. Wir müssen aber aufpassen, dass eine Seite, Bauern oder Unternehmen, nicht verhungert.“

von Sebastian Hartinger

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