Treue Mitglieder wurden in der Versammlung geehrt (hinten, v. l.): Gauschützenmeister Klaus Waldherr, Lorenz Gruber (50 Jahre im Verein), Fritz Graf (50 Jahre im Bayerischen Sportschützenbund/BSSB), Ingo Schönwälder (25 Jahre BSSB), Hans Weber (40 Jahre BSSB), Matthias Ott (goldenes Gauehrenzeichen), Anton Fenk (40 Jahre im Verein); (vorne, v. l.) Schützenmeister Bernhard Lanzinger, Helga Zimmermaier, Anton Haller (beide goldenes Gauehrenzeichen) und Erna Huber (50 Jahre BSSB).
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Treue Mitglieder wurden in der Versammlung geehrt (hinten, v. l.): Gauschützenmeister Klaus Waldherr, Lorenz Gruber (50 Jahre im Verein), Fritz Graf (50 Jahre im Bayerischen Sportschützenbund/BSSB), Ingo Schönwälder (25 Jahre BSSB), Hans Weber (40 Jahre BSSB), Matthias Ott (goldenes Gauehrenzeichen), Anton Fenk (40 Jahre im Verein); (vorne, v. l.) Schützenmeister Bernhard Lanzinger, Helga Zimmermaier, Anton Haller (beide goldenes Gauehrenzeichen) und Erna Huber (50 Jahre BSSB).

Generalversammlung der Gruckinger Schützen

Für neue elektronische Schießstände: Germanias Schützenmeister holt den Taschenrechner raus

Hochzufrieden sind die Gruckinger Germania-Schützen mit dem ersten Amtsjahr ihres neuen Schützenmeisters Bernhard Lanzinger. In der Generalversammlung legte er unter strengsten Hygienevorschriften im Gasthaus Rauch seinen ersten Bericht vor. Sein Vorgänger Anton Haller wurde dabei zum Ehrenschützenmeister ernannt.

VON THOMAS OBERMEIER

Grucking – Im Herbst hatte Lanzinger, ein Entwicklungsingenieur, das schwere Erbe angetreten, immerhin hatte Haller den Verein zuvor 21 Jahre geführt und war davor schon 20- Jahre als Jugend- und Sportleiter tätig gewesen. Für seine Verdienste erhielt Haller nun unter großem Applaus der 50 anwesenden Mitglieder mit Urkunde und Schulterklappe seine Auszeichnung. „Ich freue mich riesig und dass es ihr so toll machts. Jeder Chef ist nur so gut wie seine Mannschaft“, meinte Haller.

Ausgebremst wurde der vor Energie und Tatendrang nur so strotzende neue Schützenmeister von der Corona- Krise. Denn groß auf der Agenda hat Lanzinger moderne, elektronische Schießstände. Da das für den 17. und 18. Juni 2023 geplante 100-jährige Gründungsfest auf der Stürzer Wiesn aus heutiger Sicht unsicher erscheine, habe er die Vereinsfinanzen der letzten zehn Jahre verglichen und festgestellt, dass dies bei jährlichen 450 Euro Minus für die Zukunft alternativlos sei. Um die Schießstände trotz allem zeitnah bauen und finanzieren zu können, wurde der Vereinsbeitrag angehoben. Ehepaare zahlen nun 50 statt bisher 35 Euro, Erwachsene 30 statt 20 Euro und Kinder/Jugendliche bis zum 17. Lebensjahr 12 statt 9 Euro.

Die Modernisierungskosten von über 30 000 Euro sollen auch durch Zuschüsse bewältigt werden, so der Schützenchef. „Heutzutage geht es nicht mehr anders, wir wollen unserer erfolgreichen Jugend für die Zukunft beste Voraussetzungen bieten,“ sagte Lanzinger.

„Geil und toll“ findet der Schützenchef die Zahl seiner 19 Jugendlichen, von denen einige sogar in der bayerischen und oberbayerischen Meisterschaft schießen. „Da können wir noch viel erwarten“, prophezeite er. Mit Amelie Huber, Lena Lanzinger, Selina Bichlmaier und Julia Kraus sorgen derzeit gleich vier Gaukader-Schützinnen aus dem Jugendbereich mit Erfolgen für Furore. Von den Jungs holte sich zudem Johannes Huber beim Sektionsschießen in Maria Thalheim den Titel in der Jugendklasse männlich. „Gute Schützen müssen wir uns selber machen, damit meine ich nicht die biologische Zeugung“, so Lanzinger, „sondern die Ausbildung“.

Die Ehrengäste, Gauschützenmeister Klaus Waldherr und Sektionsschützenmeister Andreas Ulrich, traten ein bisserl auf die Euphorie-Bremse. Sie rieten ihm, seine tolle Schützenjugend nicht zu verheizen, sondern behutsam aufzubauen.

Schatzmeisterin Cornelia Brenninger vermeldete ein Minus von 2400 Euro in der Vereinskasse. Die jährlichen Ausgaben und die Anschaffung eines Gewehres hätten wegen des coronabedingten Ausfalls des Dorffestes nicht kompensiert werden können. Den Adventfenster-Erlös von 1000 Euro hatte der Verein an Familie Humm gespendet.

Laut Schriftführerin Hildegard Huber lief das Vereinsleben seit Corona vor allem über WhatsApp oder die Homepage. Immerhin habe kürzlich die Sektionspreisverteilung in Oberbierbach stattgefunden (wir berichteten).

Sportleiter Matthias Ott berichtete von 18 gut besuchten Schießabenden. „Die Luftgewehrschützinnen sind bei uns an der Macht“, sagte er- Sie hatten sich beim Königsschießen alle Königstitel gesichert. Die erste Mannschaft konnte die B-Klasse halten, die Zweite ist in der Gaurunde in die C-Klasse abgestiegen. „Unsere Jugend holte sich in der Gruppe Jugend Ost den großartigen zweiten Platz und musste sich nur der Mauggner Jugend geschlagen geben“, sagte Ott.

Von der A-Klassenmannschaft wurde Martin Huber (95,7 Ringe) vor Anton Haller (95,6) und Gisela Huber (95,0) Vereinsmeister. Im B-Klassen-Team siegte Matthias Ott (93,) vor Hildegard Huber (89,6) und Wolfgang Wagner (89,). Beim Sektionsschießen in Maria Thalheim wurde der sechste Platz belegt. „In fünf Jahren wollen wir mit Fraunberg und Maria Thalheim auf Augenhöhe schießen“, kündigte Schützenmeister Lanzinger an. Deshalb wurde schon mal der Bundesligaverein Germania Prittelbach besucht. „Von solchen Vereinen kannst du viel lernen“, meinte der Schützenmeister.

Er will das gute Verhältnis zu den Reichenkirchener Schützen pflegen, die die Gruckinger Schießstände mit nutzen. Dafür gibt es nun ein neues Hygienekonzept. Künftig ist immer Montag der Gruckinger Schießbetrieb, am Donnerstag der Reichenkirchener. Im 14-tägigen Wechsel dürfen die beiden Schützenvereine dann freitags an die Schießstände. Für seine Gruckinger möchte Lanzinger die Schießabende attraktiver gestalten: „Ich möchte dass immer etwas ausgeschossen wird, denn ein Schießvirus ist wichtig.“

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