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Überfälle müssen gelernt sein: Teresa Sperling und Stefan Voglhuber proben in „Zwoa wia Bonnie und Clyde“ einen Banküberfall, der ihr Leben verändern soll.

Theater beim Strasser-Wirt

Manchmal siegt auch die Dummheit

Oberbierbach – Als bayerisches Pendant zu „Bonnie and Clyde“ zeigten sich Stefan Voglhuber und Teresa Sperling in einer rasanten Komödie beim Strasser-Wirt.

Als kurzweilig wird ja vieles beschrieben, aber die Aufführung von „Zwoa wia Bonnie und Clyde“ im Theater beim Wirt z’Bierbach verging wie im Flug. In den zweieinhalb Stunden inklusive Pause kam das Publikum nicht aus dem Lachen heraus und tobte vor Begeisterung.

Es war das zweite Heimspiel des aus Reimering, Gemeinde Inning. stammenden Stefan Voglhuber. Der gelernte Bankkaufmann machte seine Leidenschaft, die Schauspielerei, zu seinem Beruf und sammelte in den vergangenen drei Jahren unter anderem im Stadttheater Weilheim und Blutenburg-Theater in München viel Erfahrungen als Profi.

Voglhuber kann aber nicht nur klasse spielen, wie er in der männlichen Hauptrolle der Komödie von Tom Müller und Sabine Misiorny bewies. Er hatte das Stück auch überarbeitet und mit viel Sprachgefühl und Wortwitz ins Baierische übersetzt. Er zeichnete für die Dramaturgie verantwortlich und führte sogar Regie. Der Mann hat Potenzial und das heimische Publikum darf gespannt sein auf seine nächsten Projekte.

Cool, überheblich und berstend vor genialen Ideen, wie man eine Bank überfallen könnte, eiferte Voglhuber als Clyde seinem amerikanischen Vorbild nach. Nicht ganz so cool, dafür gutmütig und vor allem äußerst liebenswert mimte Teresa Sperling seine naive Geliebte Bonnie. Sie ging ihm nicht nur gewaltig auf die Nerven, sondern vereitelte auch so manchen seiner bis aufs i-Tüpfelchen durchdachten Pläne.

Die beiden träumen vom schnellen Geld, wollen deshalb eine Bank überfallen, um reich nach Las Vegas zu reisen, dort mit den einarmigen Banditen zu spielen, zu heiraten und ihren Ruhestand auf Hawaii zu verbringen. Doch ihr Plan geht nicht auf. Die falsche „Didn“ (bayrisch für Tüte), blickdichte Strumpfhosen, leere Revolvermagazine oder Tanks und viele missverständliche Kommandos lassen die Raubzüge der Aushilfs-Ganoven immer wieder aus dem Ruder geraten. Dabei kommt es zu den absurdesten Komplikationen.

Dass nicht immer nur Frechheit, sondern manchmal auch Dummheit siegt, ist die Quintessenz des mit sehr viel Spielfreude inszenierten Stücks. Im letzten Drittel avancierte das Theater aufgrund der skurrilen und eigenartigen Gewohnheiten der dargestellten Personen schon zu einer Screwball-Comedy, die nie an Schwung verlor.

Die Deggendorferin und der Inninger, sie kennen sich von der Schauspielschule, verstehen sich bestens, harmonieren auf der Bühne und ihr Schlagabtausch wird zu einem Leckerbissen für die Zuschauer. Weil die geplanten beiden Aufführungen schnellstens ausverkauft waren, haben die beiden noch zwei weitere Termine dran gehängt.

Birgit Lang

Restkarten für die Zusatzvorstellungen

am 27. und 28. Januar gibt es nur noch unter Tel. (0 80 84) 12 07. Einlass ist ab 18 Uhr, damit sich das Publikum auch noch kulinarisch vom Strasser-Wirt verwöhnen lassen kann.

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