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Gedenktafel in der Ortsmitte: Bürgermeister Hans Wiesmaier (l.) und Landtagspräsidentin Ilse Aigner (3.v.r.) enthüllten am Mittwochabend in Maria Thalheim die Jubiläumstafel im Beisein von Landrat Martin Bayerstorfer und MdL Ulrike Scharf.

Gedenktafel für Wallfahrtskirche enthüllt

Maria Thalheim und das 600-Jahre-Gütesiegel

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Maria Thalheim – 600 Jahre Wallfahrt nach Maria Thalheim sind Anlass für einen würdevollen Festakt. Aus diesem Grund hatte der Förderverein der Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt am Vorabend des 15. August – Mariä Himmelfahrt – eine Marienandacht mit Lichterprozession geplant. Ehrengast: Landtagspräsidentin Ilse Aigner.

Maria Thalheim600 Jahre Wallfahrt nach Maria Thalheim sind Anlass für einen würdevollen Festakt. Aus diesem Grund hatte der Förderverein der Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt am Vorabend des 15. August – Mariä Himmelfahrt – eine Marienandacht mit Lichterprozession geplant. Ehrengast: Landtagspräsidentin Ilse Aigner.

Mit ihr waren mehrere hundert Menschen der Einladung gefolgt, darunter viele Bürgermeister aus dem Landkreis. Wiesmaier, auch Vorsitzender der Fördervereins, war sichtlich stolz, Aigner begrüßen zu dürfen. Dabei waren auch die CSU-Heimatabgeordnete Ulrike Scharf, die in der Gemeinde zuhause ist, und Landrat Martin Bayerstorfer.

Diakon Christian Pastötter ging in der Andacht auf die besondere Rolle der Wallfahrtskirche als Zufluchtsort ein und nannte den jüngsten Eintrag ins Wallfahrtsbuch als Beispiel. „Eine Frau schrieb, dass ihr Maria in schweren Tagen depressiver Stimmung hilft“, so der Diakon. Diese Hilfe gebe es nun seit sechs Jahrhunderten. Im Anschluss enthüllten Wiesmaier und Aigner eine Jubiläumstafel in der Ortsmitte, die auf die 600 Jahre als Wallfahrtsort verweist. Pastötter segnete die Tafel. In einer kleinen Lichterprozession zogen die Bürger danach zum Hollerbusch an der Kirche, mit dem die Geschichte des Ortes als Wallfahrtstätte einst begonnen hatte.

Beim Empfang im Pfarrheim betonte Scharf, dass Aigners Kommen „ein starker Ausdruck für die Wertschätzung und die Bedeutung der Marienwallfahrt in Bayern“ sei: „Marienwallfahrt heißt, einen Ort zu finden, wo man sich unter den Schutz der Mutter Gottes stellt.“ Es sei, „wie eine Mutter zu finden, in guten wie in schweren Tagen“. Die Wallfahrtsorte hätten aber auch eine besondere Bedeutung für den Zusammenhalt und das Miteinander in der Gesellschaft und seien ein wichtiges Zeichen für Stabilität. In Maria Thalheim würde der vor sechs Jahren gegründete Förderverein ein wichtiges Signal für den Erhalt der Struktur setzen.

Bayerstorfer ging in seiner Rede auf die jährliche Landkreis-Wallfahrt ein, zu der er heuer zum 18. Mal einladen konnte. Bei Treffen mit anderen Landräten sei sie immer etwas Einzigartiges, das er von seiner Arbeit berichten könne. Der Landrat erwähnte auch, dass die Landkreiswallfahrt in den 1950er Jahren von den Bauern ausging und erst später an den Landrat übertragen wurde.

Ilse Aigner lobt die Hartnäckigkeit, mit der in Maria Thalheim die lange Tradition gepflegt wird. Als „bekennendes Landei“ begrüße sie, wie die Bräuche gepflegt werden. Auch die Wallfahrten haben wieder Aufwind bekommen, nicht zuletzt durch Hape Kerkeling und sein Buch „Ich bin dann mal weg“. „Man muss ja nicht gleich nach Santiago de Compostela laufen, Maria Thalheim reicht auch“, meinte Aigner und erntete dafür Applaus.

Heute sei der Wunsch wieder größer, „herunterzukommen und vom immer schneller werdenden Leben zu entschleunigen“. Auch die Suche nach Halt und Wurzeln werde größer, die Rückbesinnung auf Traditionen nehme zu. Besonders in Bayern gehörten Bräuche noch zum Leben, der Freistaat biete ein Lebensgefühl, „um das uns viele in der Welt beneiden“.

Wichtig sei, so Aigner, dass die Religionsgemeinschaft wieder stärker in der Gesellschaft verankert werde. Dabei müsse jedoch noch mehr auf die Gleichberechtigung der Frauen geachtet werden, die das Zusammenleben vor allem durch Warmherzigkeit reicher machten. Aigner rief die Frauen dazu auf, sich stärker zu Wort zu melden.

Aber auch die Politik sei in einer Zeit, in der der Umgangston rauer und das Miteinander deutlich abkühle, gefragt, verstärkt auf die Demokratie und damit die Wurzeln des Zusammenlebens zu achten. Zum Abschluss des Festakts trug sich Aigner in die Goldenen Bücher des Landkreises und der Gemeinde Fraunberg ein. (Henry Dinger)

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