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Erklärte seine Vorstellungen und Thesen für Fraunberg: Klaus Zeitler (l.).

Ortsentwicklung Fraunberg

Wiesmaier: „Wir sind bereit für eine neue Zeit“

Fraunberg – „Wir wollen uns nicht aus der Zufälligkeit heraus entwickeln. Wir sind bereit für eine neue Zeit und wollen frühzeitig darauf reagieren“. So definierte Bürgermeister Hans Wiesmaier in der Jahresversammlung des Gemeindeentwicklungsvereins im Gasthaus Rauch in Grucking seine Vision. Soziologe Klaus Zeitler beleuchtete in einem Vortrag dazu mögliche Chancen und Risiken.

Als ein großes Thema für die Gestaltung der Zukunft Fraunbergs sieht Zeitler, der in Mangolding bei Regensburg das Sozialwissenschaftliche Institut für regionale Entwicklung leitet, unter anderem die Wanderungsbewegungen der Menschen. „Sie haben hier stark zugenommen. Eine kurze Verweildauer ist aber ein Problem, es fällt damit schwer, nachhaltige Gemeindestrukturen aufzubauen“. Entweder müsse eine Gemeinde wie Fraunberg Bürger über attraktive Angebote zurückholen oder die Funktionen des Ortes weiter stärken, so Zeitler: „Fraunberg hat jetzt immerhin wieder eine kleine Nahversorgung, auch der Flächennutzungsplan wurde unter dem Gesichtspunkt sozialer Bindungen mit entwickelt.“ Doch das reiche meist nicht, denn die heutige Arbeitswelt verlange die Bereitschaft zum Ortswechsel. „Zudem braucht Fraunberg vielleicht neue Systeme der Kommunikation. Junge Leute verlangen bessere Mobilität, Vereine bluten langsam aus und erfordern Engagement. Letztlich bekommen wir durch Flüchtlinge auch noch einen neuen Mix der Kulturen“, so der Zukunftsexperte.

Als mögliche Lösung nannte Zeitler eine gesicherte Versorgung („Kaum mehr ein Arzt oder Apotheker will aufs Land“), schlug neue Wohnformen – nicht nur für Senioren – vor, gab einen Ausblick auf präventive Maßnahmen wie zum Beispiel andere Strukturen für Jugendliche. „Wir müssen sie dann aber auch einmal machen lassen und nicht an althergebrachten Erfahrungsmaßstäben messen.“

Weitere Themen, die Zeitler anschnitt, waren der demografische Wandel, die gewünschte Größe eines Ortes und die Frage nach dem ländlichen Raum. „Der Trend geht hier eindeutig zum städtischen Kulturraum, geht in Richtung Erding, München und zum Flughafen.“ Dies sei wohl eine der größten Anforderungen an den Landkreis, den am schnellsten wachsenden in Bayern.

Konkreter war der Ausblick von Hans Rasthofer, Vorsitzender des Gemeindeentwicklungsvereins: „In diesem Jahr wollen wir die Friedhofsmauer in Reichenkirchen wieder schließen. Wir wollen damit Voraussetzungen schaffen für die Gestaltung eines neuen Dorfplatzes. Die umfassende Ortschronik, die immerhin 1200 Seiten umfasst und in zwei Bänden heraus kommt, steht vor Redaktionsschluss, und schließlich wollen wir unser neues Gemeindezentrum samt Vorplatz bis 2. Oktober fertig haben“. Damit ist ein erster großer Schritt getan auf dem Weg, den der Bürgermeister vorgezeichnet hat. fez

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