Hans Wiesmaier ist jetzt ein Sechzger.
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Hans Wiesmaier ist jetzt ein Sechzger.

Fraunbergs Bürgermeister lässt sich zum 60. etwas Besonderes einfallen

Hans Wiesmaiers „Geburtstags-Drive-in“

Zwar ruhten gestern seine Amtsgeschäfte, doch privat war Bürgermeister Hans Wiesmaier den ganzen Tag über gefordert: Vom frühen Morgen an nahm er zahlreiche Glückwünsche entgegen, bis in den späten Nachmittag hinein trafen auf seinem Hof in Großhündlbach Gratulanten ein. Wiesmaier wurde am Donnerstag 60 Jahre alt.

VON FRIEDBERT HOLZ

Fraunberg – „Mein Telefon steht nicht still, auch jede Menge E-Mails und SMS haben mich erreicht“, so der Gemeindechef ganz überwältigt. Dabei war eine Gratulationsflut zu erwarten gewesen: Denn wer wie er seit 25 Jahren Bürgermeister in Fraunberg ist, wer Kreistag und Bayerischem Gemeindetag angehört, wer für seine übrigen 25 Bürgermeister-Kollegen im Landkreis spricht und sich in Kirche und vielen Vereinen engagiert, der kennt sehr viele Leute – und sie kennen ihn.

Viele Geburtstagsgrüße gab es für Hans Wiesmaier. Das Kinderhaus St. Florian gratulierte mit einer süßen Glückwunschkette am Gemeindezentrum.

Dass sie ihn auch mögen und schätzen, dafür gab’s schon morgens am Gemeindezentrum den ersten Beweis. Denn hier hatten sich Kindergarten-Kinder eingefunden, um „ihrem“ Bürgermeister Glückwünsche zu überbringen. „Ich war sehr gerührt“, gibt Wiesmaier zu, „das hätte ich nicht erwartet. Auch Diakon Christian Pastötter und Landrat Martin Bayerstorfer haben sich bereits gemeldet, besonders herzlich aber hat mich meine Familie gefeiert“, erzählt Wiesmaier. „Denn noch bevor meine Kinder zur Arbeit fuhren, um 7 Uhr heute früh, empfingen sie mich bei einem Weißwurst-Frühstück und ließen mich hochleben. Und sie überreichten mir ein sehr spezielles Geschenk, eine Sitzbank. In deren Lehne sind die GPS-Koordinaten unseres Hofs eingraviert, damit ich immer weiß, wo ich hin gehöre – und vielleicht auch als kleinen Wink, in Zukunft doch etwas mehr zu Hause zu sein“, vermutet der Jubilar.

Einfallsreich ist auch er selbst. Denn um in Corona-Zeiten die vielen Gratulanten möglichst kontaktfrei und doch persönlich empfangen zu können, hat er sich einen „Geburtstags-Drive-in“ ausgedacht. Dabei können alle, die mit ihren Autos auf seinen Hof kommen, um Glückwünsche oder Geschenke zu überbringen, dort kurz anhalten, ohne auszusteigen, werden vom Bürgermeister begrüßt und können ein kleines Gespräch mit ihm führen. „Und wenn Corona vorbei ist, gibt’s vielleicht doch noch die eine oder andere Feier“, mutmaßt Wiesmaier mit einem Augenzwinkern.

Der rührige Rathaus-Chef gibt zu, dass ihn die momentane Pandemie „doch stark einschränkt“. Gerne würde Wiesmaier bereits erste wichtige Projekte in der Gemeinde umsetzen, würde sich wieder mit Bürgern zum Meinungsaustausch treffen, „von Mensch zu Mensch, nicht virtuell“. Eigentlich hatte er zu Jahresbeginn auch eine Klausur mit dem Gemeinderat geplant, „irgendwo außerhalb, weg vom Tagesgeschäft, in Ruhe“. Doch auch das muss wohl noch etwas warten.

Was ihn und seine mittlerweile 60 Jahre angeht, ist er hingegen sehr zufrieden. „Einen Einschnitt, wie manche ihn in diesem Alter sehen, kann ich nicht erkennen. Es geht mir eigentlich sehr gut, ich bin gesund, habe eine intakte Familie und einen wunderbaren Beruf. Und wenn ich dann noch so viel Wertschätzung für meine Arbeit aus ganz unterschiedlichen Richtungen bekomme, dann freut mich das. Und es motiviert mich ungemein, bald wieder Projekte neu anzugehen“.

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