Den Seelsorgenotstand beklagte Pfarrverbandsvorsitzender Franz Angermeier. tom

Pfarrversammlung

„Wir müssen uns gegen den Zerfall wehren“

Fraunberg – Den Seelsorgenotstand in der Pfarrei Fraunberg beklagte Pfarrgemeinderatsvorsitzender Franz Angermeier in der Pfarrversammlung.

„Seit dem Tod unseres Ruhestandsgeistlichen Pfarrer Sebastian Feckl im Jahr 2014 ist der Pfarrverband mit seinen fünf Pfarreien in höchste Terminschwierigkeiten bei den regelmäßigen Gottesdiensten gekommen“, sagte er bei der Zusammenkunft im Gasthaus Stulberger in Fraunberg. Feckls Stelle sei nicht nachbesetzt und gleichzeitig die Stelle von Diakon Christian Pastötter halbiert worden.

Besonders betroffen sind laut Angermeier kleinere Pfarreien wie Fraunberg. Trotz großen Engagements des Pfarrgemeinderats, mit Wortgottesdiensten den Gottesdienstbetrieb aufrechtzuerhalten, würden die Gläubigen immer weniger. Aktuell seien es noch 503 Katholiken. Die Statistik belege zudem, dass in den vergangenen fünf Jahren 32 Gemeindemitglieder aus der katholischen Kirche ausgetreten seien. „Die allgemeine seelsorgerische Notlage in der Kirche war schon lange vorauszusehen“, erklärte Angermeier. Davor habe Kardinal Döpfner schon im Jahr 1976 gewarnt. „Gegen die Gefahr, dass die Gemeinden zerfallen, müssen wir uns mit allen Kräften wehren“, forderte der Vorsitzende.

„Wir müssen unsere abendländische Kultur in die Zukunft bringen“, sagte Pfarrverbandsvorsitzender und Bürgermeister Hans Wiesmaier. Dazu müssten die Erwachsenen den Kindern den Glauben vorleben.

Liturgie, Senioren- und Jugendarbeit, Erwachsenenbildung, Öffentlichkeitsarbeit und Caritas habe die Pfarrei Fraunberg in den vergangenen Jahren bewältigt, berichtete der Pfarrgemeinderatsvorsitzende. „Besonders die Kinder und Jugendlichen sind uns sehr wichtig.“ Kindergottesdienste, Bastelstunden und die Teilnahme am Ferienprogramm seien daher wichtige Punkte gewesen.

Derzeit veranstalte die Pfarrei an jedem zweiten Mittwochnachmittag im Monat einen Seniorennachmittag im Gasthaus Stulberger zusammen mit der Pfarrei Riding und einmal im Monat einen Frühstückstreff im Mehrzweckraum des Kinderhauses St. Florian.

Kirchenpfleger Hubert Pfanzelt berichtete von der Renovierung der Orgel, der Erneuerung des Kircheneingangs, der Umstellung auf Energiesparlampen und der erhaltenen Auszeichnung „Lebensraum Kirchturm“. Demnächst stehen Baumaßnahmen an der Kirchenmauer und dem Kirchabgang zum neuen Gemeindezentrum an. „Wir müssen auch unbedingt Fundamente für neue Gräber machen, in den vergangenen Jahren sind in Fraunberg viele verstorben“, sagte Pfanzelt.

Konrad Pfrombeck sagte, ihm fehle die Beichtgelegenheit. Pfarrer Cezary Liwinski verwies auf die zweimal im Jahr stattfindenden Bußgottesdienste. Es sei aber auch jederzeit möglich, mit ihm einen Beichttermin auszumachen. „Dafür bin ich da“, sagte Liwinski.

Marille Vogler vom Kirchenchor fehlt das regelmäßige Üben und Singen. „Das wirkt sich auf Dauer auf die Stimme aus“, sagte sie. Eine Möglichkeit wäre ein Zusammenschluss des Fraunberger Kirchenchors mit dem Ridinger, schlug Angermeier vor. Die Sänger müssten das aber wollen.  

Thomas Obermeier

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