Vor Gericht

Freizeitarrest für reuigen Langfinger

Nördlicher Landkreis – Selbstbedienung galt im Hofladen eines Bauernhofes. Ein 19-Jähriger aus dem nördlichen Landkreis nahm dies allzu wörtlich und ließ gleich dreimal den Inhalt der Kasse mitgehen. Dafür bekam er Freizeitarrest.

Der Schaden durch den Diebstahl beläuft sich auf 220 Euro. Beim dritten Mal wurde der 19-Jährige dank der Kameraüberwachung überführt. So gab es bei der Verhandlung vor dem Amtsgericht Erding auch ein Geständnis und offensichtliche Reue.

Der Hofladen, in dem Kunden ohne Personal einkaufen können und das Geld selbstständig hinterlegen, liegt in der Nachbarschaft des Jugendlichen, der bei seinem Vater lebt und die Peinlichkeit wieder gutzumachen hofft. So hat er angeboten, den Schaden durch Arbeitseinsatz auszugleichen.

Warum er überhaupt lange Finger machte, vermochte er dem Gericht nicht zu erklären. Nach der Mittleren Reife fand er einen Ausbildungsplatz und hat mit derzeit 600 Euro netto durchaus sein Auskommen, da er kostenfrei bei seinem Vater logiert. Hier aber liegen nach Ansicht der Jugendgerichtshilfe die Schwierigkeiten, denn während der 19-Jährige ausziehen möchte, ist der Vater dagegen. Ein großes Problem für den 19-Jährigen sei jedoch, dass er „ganz einfach nicht mit Geld umgehen kann“. Dass er, wenn es mal knapp wurde, lange Finger machte, zeigte eine Vorstrafe vom Amtsgericht Freising wegen Diebstahls. Inzwischen hat er einen Nebenjob angenommen, um einerseits Schulden beim Vater und andererseits den Schaden zu begleichen. Er hofft noch immer, sich mit einem Freund eine gemeinsame Wohnung nehmen zu können.

Richter Michael Lefkaditis wollte ein „deutliches Warnsignal“ senden und verurteilte den 19-Jährigen zu einem Wochenend-Freizeitarrest. Zugleich griff er den Vorschlag der Jugendgerichtshilfe auf und verhängte zehn Beratungsgespräche beim Verein Prop.

Gert Seidel

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