Über die Gegenfahrbahn wurde der Möbellaster auf der FTO in den Graben geschleudert. ham

Fußgänger bei Orkan schwer verletzt

Landkreis - Niklas war der schwerste Sturm, der seit langem über den Landkreis Erding hinweggefegt ist. Die Integrierte Leitstelle Erding disponierte 713 Einsätze.

In Erding wurde ein Mensch schwer verletzt. Der S-Bahn-Verkehr war auch am Mittwoch noch weitgehend lahmgelegt. Über die Facebook-Seite der Heimatzeitung boten User deshalb Mitfahrgelegenheiten mit dem Auto an.

In der Erdinger Rettungsleitstelle ging es am Dienstag zu wie zuletzt beim Juni-Hochwasser vor zwei Jahren. Bis spät in den Abend nahmen die teilweise 15 Disponenten Notrufe im Minutentakt entgegen. Meist handelte es sich um geknickte Bäume, die Straßen und Wege blockierten oder Häuser und Bewohner gefährdeten. Etliche Stämme krachten in Strom- und Telefonfreileitungen und sorgten an verschiedenen Orten für Blackouts, darunter im Bereich Bockhorn/Grünbach.

713 Einsätze wurden bis Mittwochmittag in den Landkreisen Eding, Ebersberg und Freising koordiniert, erfuhr unsere Zeitung aus dem Landratsamt Erding, Die Koordination war teilweise schwierig, weil viele Einsatzstellen vor allem im freien Gelände von den Anrufern nicht genau beschrieben werden konnten. Um alle Schäden rasch abarbeiten zu können und die Integrierte Leitstelle zu entlasten, wurde kurzfristig die Kreiseinsatzzentrale der Landkreisfeuerwehr mit Ehrenamtlichen besetzt.

Am Dienstag kurz nach 15 Uhr kam es zu dem bislang einzigen Zwischenfall, bei dem ein Mensch schwer verletzt wurde. Auf der Falkenauer Straße in Erding wurde ein Mann Mitte 50 von einer Böe erfasst und auf den Asphalt geschleudert. Beim Sturz erlitt er einen Oberschenkelbruch. Nach der Erstversorgung durch einen Notarzt vor Ort lieferte ihn der BRK-Rettungsdienst ins Klinikum Erding ein. Nach bisherigem Kenntnisstand blieben die mehreren hundert Einsatzkräfte, die teils den ganzen Tag auf den Beinen waren, unversehrt.

Gegen 17.30 Uhr kam es zu einem Verkehrsunfall, der an den vom Vormittag auf der Flughafentangente Ost erinnerte. Der Lieferwagen eines Möbelhauses war auf der Staatsstraße 2331 zwischen Berglern und Erding unterwegs. Bei Eichenkofen wurde der Aufbau von einem Windstoß erfasst. Der Lkw wurde über die Gegenfahrbahn geschleudert. Er fuhr die Böschung hinunter und landete im Acker auf der Fahrerseite. Die beiden Insassen erlitten leichte Verletzungen und konnten sich selbst befreien. Die Feuerwehr Langengeisling sperrte die Straße und leitete den Verkehr um.

Einen heiklen Einsatz hatte die Feuerwehr Wartenberg zu absolvieren. Am Abend rissen Böen einige Ziegel aus dem Dach der Kirche. Teils landeten sie im Schneefang. Der Bereich wurde umgehend weiträumig gesperr. Die Feuerwehr Altenerding kam mit ihrem Teleskopgelenkmast zu Hilfe. Die losen Platten wurden entfernt beziehungsweise wieder an ihren Platz zurückgebracht. Danach wurde das Dach gegen Regen abgedichtet. Unmittelbar danach musste ein TV-Satellitenschüssel vor dem Abflug gesichert werden.

„Nichts geht mehr!“ hieß es bereits ab Dienstagnachmittag für die S-Bahn. Der Verkehr zwischen Erding und München wurde nahezu vollständig eingestellt. Vereinzelt kamen Busse und Taxen im Schienenersatzverkehr zum Einsatz. Noch am Abend stellte sich heraus, dass es so viele und schwere Schäden an Gleisen und Stromleitungen waren, dass die Bahn vorsorglich die Betriebsstilllegung für den gesamten Mittwoch ankündigte. Ab Mittag fuhren zwischen Erding und Markt Schwaben Pendelzüge der S 2. ham

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