Worte und Klänge in der Stadbücherei (v. l.): Wolfgang Huber, Siegfried Unterhuber, Quirin Vogel, Dieter Knirsch, Vroni Vogel, Stephan Glaubitz, das Ehepaar Franziska und Hans Jörg Vogel, Albert Sigl und Bibliotheksleiterin Ingrid Müller-Hess. foto: and

Futter für das Kopfkino

Erding - „Was wären schöne Worte ohne die passende Musik“, fragte Ingrid Müller-Hess, Leiterin der Stadtbücherei bei der Matinee am Sonntagmorgen.

Gemäß dem oben zitierten Motto wechselten sich Texte regionaler Autoren mit der Musik heimischer Musiker ab. Pianist Dieter Knirsch und Bassist Stephan Glaubitz eröffneten die musikalische Lesung in der Stadtbibliothek. Sie brachten Klassiker wie „You And The Night“, „Black Orpheus“ und „Moon River“ ebenso zu Gehör wie Eigenkompositionen von Knirsch, immer passend zu den vorgetragenen Texten.

Müller-Hess zeigte sich „ganz glücklich“ über die vielen Gäste. Autor Wolfgang Hofer aus Niedergeislbach war zum ersten Mal dabei und las auch als Erster. Seit zehn Jahren ist er mit Siegfried Unterhuber als Duo unterwegs. Er rezitierte eine Geschichte nach wahren Begebenheiten aus seinem Buch „Das Geheimnis von Vielherzbach“. Er hat das Werk seinem Großvater, der vergangenes Jahr gestorben war, gewidmet. Hofer erklärte, was es mit dem Martinsbrauch auf sich hat, wie er auf dem Land gefeiert wurde, und berichtete von Plumpskloo-Streichen und Weitbieselwettbewerben. Auch kleine Gedichte trug er vor.

Noch kleinere Gedichte folgten von Siegfried Unterhuber aus Schwindegg. „Meine Gedichte sind so kurz, weil ich Angst vor dem Wort habe“, erklärte er. Die Inhalte reichten von Kindheitserinnerungen, über den Umgang mit Worten, Naturgewalten, scheinheiligen Kirchengesichtern bis hin zu einem Mordopfer. Autor Albert Sigl aus Erding entpuppte sich als begnadeter Erzähler. Mit ausladender Gestik und in astreinem Bayrisch las er aus seinem neuesten Buch „Gegenwartszimmer“ vor. Sarkastisch beschreibt er den gierigen Bankdirektor und das arme Fannerl. Mit Schalk im Nacken beobachtet er den Alltag seiner Mitmenschen, hält ihnen auf lustige und hintersinnige Weise den Spiegel vor - bei so alltäglichen Dingen wie dem Parken im Halteverbot oder der Bekämpfung der Schneckenplage.

Herzliche Lacher heimsten Franziska und Hans Jörg Vogel mit ihrem Stück „Can I become a beefstek“ ein. Das Ehepaar findet sich dabei in einem Flughafen-Restaurant in Kalifornien wieder. Mit ihren begrenzten Englischkenntnissen versuchen sie beim Ober, hier half Enkel Quirin Vogel aus, ein Menü zu bestellen, und kommen sich dabei selbst in die Haare. Man konnte sich des Eindrucks nicht verwehren, das Ehepaar spielte sich hier selbst, so authentisch kamen die beiden Walpertskirchener rüber. Tochter Vroni Vogel rundete die Matinee mit ihrer Erzählung über Abschied und Neuanfang ab. Wichtig war ihr dabei die Symbiose mit der Musik. Sie schaffte es, ein wundervolles Kopfkino entstehen zu lassen, in dem ein einsamer Architekt die Hauptrolle spielt. In einer greller Kneipe mit viel Musik trifft er auf das Leben. Sohn Quirin Vogel improvisierte die Musik dazu, die die Matinee melancholisch, aber nicht traurig, sondern verträumt enden ließ. and

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