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Gaskrise trifft Bayern: Droht jetzt die „Weißbier-Triage“? Experte mit düsterer Prognose

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Von: Katharina Haase

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Sommerliches Flair im Biergarten - inklusive Wappen einer bayerischen Traditionsbrauerei
Sommerliches Flair im Biergarten - inklusive Wappen einer bayerischen Traditionsbrauerei. © Imago/Mangold

Die Gas-Krise könnte bald Auswirkungen au den Bierpreis haben. Am Ende, so prognostiziert der Geschäftsführer des Erdinger Weißbräu, könnten viele Marken kapitulieren.

Erding - Die Gas-Krise, welche sich durch den Ukraine-Krieg und die Sanktionen gegen Russland durch die EU noch zu verschärfen droht, könnte sich bald auch auf den Bierpreis auswirken. Dieser sei ohnehin viel zu niedrig, wie der Vertriebschef der Brauerei Erdinger Weißbräu, Josef Westermeier, dem Nachrichtenportal t-online in einem Interview am Donnerstag, 26. Mai, sagte.

Steigende Gas-Preise treffen Bier-Branche: Preissteigerung droht

Angesichts der explodierenden Energiekosten müsste Bier eigentlich viel teurer werden, sagte Westermeier. „Theoretisch könnte ein Kasten Weißbier drei bis vier Euro teurer werden. Wann genau, ist offen.“ Ob die Kunden letztlich tiefer in die Taschen greifen müssten, hänge vom Handel ab.

Josef Westermeier (51) ist Geschäftsführer beim Erdinger Weißbräu. Foto: ham
Josef Westermeier (51) ist Geschäftsführer beim Erdinger Weißbräu. © ham

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Energiepreise schießen in die Höhe: Weißbräu-Geschäftsführer gibt Ausblick

Es sei jedoch wahrscheinlich, dass die Preiserhöhungen, die in anderen Bereichen seit Monaten Thema sind, bald auch die Bierbranche träfen. „Schuhe, Autos und so weiter sind heutzutage aber viel teurer. Nur Lebensmittel und Bier kosten nahezu das Gleiche, sie sind viel zu günstig“, sagte Westermeier. Handel und Kunden müssten verstehen, dass auch Bier etwas wert sei, sonst werde es bald einen radikalen Umbruch in der Branche geben. Westermeier wagt sogar eine ganz düstere Prognose: „Am Ende werden viele Biermarken nicht überleben.“

Bier brauen verbraucht viel Energie: Droht die Weißbier-Triage?

Die Kosten des Bierbrauens, welches viel Energie benötigt, hätten sich in den letzten Jahren verdreifacht. Auch das Familienunternehmen Erdinger Weißbräu müsse im Falle einer Gaskrise abwägen, welche Produkte weiter produziert werden würden und welche nicht. „Fassbier wäre am wenigsten gefährdet, das ist am wenigsten energieintensiv. Überspitzt ausgedrückt: Wir bräuchten eine Weißbier-Triage, eine Priorisierung bei den Absatzwegen.“ Es müsste also entschieden werden, welcher Kunde wie viel Bier noch bekommen würde - hier hätten die treuesten Kunden Vorrang. kah/dpa

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