Video: Gas-Unfall in der Therme Erding - 36 Verletzte

Erding - In der Therme Erding hat sich am Freitag ein schwerer Gasunfall ereignet. 36 Badegäste, darunter etliche Kinder, sowie Angestellte erlitten leichte Verletzungen. Über 100 Retter waren im Einsatz.

Das Unglück ereignete sich gegen 14.45 Uhr im großen Becken der Therme. In dem fand ein Wasserwechsel statt. Plötzlich, berichteten Augenzeugen, stieg ein nach Chlor riechende Wolke auf. Etliche Badegäste bekamen Hustenanfälle und Atemnot. Das Personal reagierte geistesgegenwärtig, öffnete alle Türen aufs Freigelände und veranlasste die Evakuierung. Gleichzeitig wurde Großalarm ausgelöst. Die Integrierte Leistelle Erding bestellte sieben Notärzte, darunter zwei Kinderheilkundler, zahlreiche Rettungsassistenten und -sanitäter von BRK, Samariter und Malteser zur Therme sowie mehrere ehrenamtliche BRK-Bereitschaften. Sieben Feuerwehren, darunter die Berufsfeuerwehr München mit ihrem Großraum-Rettungswagen, rückten an. Atemschutzgeräteträger der Altenerdinger Wehr inspizierten das Bad. Damit das Gas abziehen konnte, wurde die Kuppel geöffnet.

Gas-Unfall in der Therme Erding: Über 30 Verletzte

Im Freien wurde eine Verletzten-Sammelstelle eingerichtet. Die Badegäste, die die Dämpfe eingeatmet hatten, wurden akribisch registriert, in Rettungsfolien gehüllt und zum Teil mit Sauerstoff und Atemsprays versorgt. Zur Sicherheit landeten neben dem Bad die Rettungshubschrauber Christoph 1 und Christoph München, davor stand ein gutes Dutzend Rettungswagen sowie die Katstrophenschutz-Einsatzleitung des Landkreises Erding. Die Erkrankten konnten entweder vor Ort behandelt werden oder wurden ins Erdinger Kreiskankenhaus eingeliefert. Zwei Kinder kamen per Hubschrauber nach Schwabing und Harlaching. Während sich die Retter um die Verletzten kümmerten, betreute das Thermenpersonal die Badegäste, die mit dem Schrecken davongekommen waren. Sie erhielten Bademäntel und Getränke.

Unmittelbar nach dem Unfall nahmen Beamte der Polizeiinspektion und der Kripo Erding die Ermittlungen auf. Ein Chlorgasunfall scheidet aus, weil in dem Bad diese Chemikalie nicht verwendet wird. Thermen-Prokurist Uwe Barth sagte unserer Zeitung: “Wir vermuten, dass es sich um eine Reaktion mit einem Reinigungsmittel beziehungsweise dessen Dämpfen gehandelt hat.” Er bedauere den Vorfall sehr und sei “heilfroh, dass es sich nur um leichtere Verletzungen gehandelt hat”.

Hans Moritz

Rubriklistenbild: © Moritz

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