Anstelle der Asyl-Wohncontainer sollen an der Langen Feldstraße 30 Wohnungen entstehen. Im Hintergrund: der evangelische Kindergarten, ganz links der Geh- und Radweg, um den nun gerungen wird.
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Anstelle der Asyl-Wohncontainer sollen an der Langen Feldstraße 30 Wohnungen entstehen. Im Hintergrund: der evangelische Kindergarten, ganz links der Geh- und Radweg, um den nun gerungen wird.

Wohnbauprojekt in Altenerding Süd sorgt erneut für Protest der Nachbarn – Vorwurf: Kinder werden gefährdet

Geh- und Radweg soll Parkplätzen weichen

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Die Pläne der Stadt, den Geh- und Radweg an der Langen Feldstraße in Altenerding Süd neuen Parkplätzen zu opfern, stößt bei den Anwohnern auf wenig Verständnis.

Altenerding – Das Vorhaben der Stadt Erding, an der Langen Feldstraße in Altenerding Süd neben dem evangelischen Kindergarten, wo heute Asyl-Container stehen, 30 Wohnungen zu bauen, sorgt neuerlich für Protest der Nachbarn. Diesmal geht es nicht um die barrierefreien und Sozialwohnungen auf dem 5700 Quadratmeter großen städtischen Grund, sondern um einen Geh- und Radweg. Der soll verschwinden, was im ursprünglichen Entwurf des Bebauungsplans gar nicht vorgesehen war.

Die Änderung ist nun Roman Hatzky aufgefallen, der mit seiner Familie am Hochgernweg wohnt. Am 7. Juli vergangenen Jahres hatte der Stadtrat beschlossen, den Geltungsbereich des Bebauungsplans 111 westlich der Langen Feldstraße zu ändern (wir berichteten). Der Grund: Im Zuge der Bebauung fallen zehn Stellplätze weg, die dem südlich des Neubaugebiets liegenden evangelischen Kindergarten zugeordnet sind. Sie sollen nach Vorstellung des Stadtplanungsamts auf die Ost- und die Südseite der Kita verlegt werden.

Dort kollidieren sie aber mit dem bestehenden Geh- und Radweg, der in Richtung Pretzen/Aufhausen in einen sogenannten Anliegerweg mündet, der unter anderem von Bussen, dem Hol- und Bringverkehr des südöstlich gelegenen katholischen Kindergartens sowie Landwirten genutzt wird.

Gegen die Auflösung des Geh- und Radwegs wehrt sich Hatzky in einem Schreiben an Oberbürgermeister Max Gotz (CSU), die Stadträte und das Bauamt. Es liegt unserer Zeitung vor.

„Obwohl der Verkehr auf dem Anliegerweg im zeitlichen Mittel gering ist, kann er zur Erntezeit erheblich sein. Die großen landwirtschaftlichen Nutzfahrzeuge sowie die Schulbusse nehmen im Wesentlichen die gesamte Breite in Anspruch“, schreibt Hatzky. Ein „signifikanter Gewinn an Verkehrssicherheit“ sei bis dato der parallel verlaufende Weg.

„Da sich in der Umgebung mehrere Kindergärten und Schulen befinden, ist es insbesondere für die Kinder wichtig, dass der Fuß- und Radweg bestehen bleibt. Bei einer Abwägung zwischen dem Sicherheitsbedürfnis der Kinder und dem nachvollziehbaren Bedürfnis der Mitarbeiter des Kindergartens nach Stellplätzen müssen Erstere immer Vorrang haben“, findet der Anlieger. Die Gründe, die seinerzeit zur Errichtung des Fuß- und Radwegs geführt haben, hätten auch nach 20 Jahren nicht an Aktualität eingebüßt. Nur weil es für den evangelischen Kindergarten keine alternativen Parkplätze gebe, „wird eine Verminderung der Verkehrssicherheit billigend in Kauf genommen“, empört sich Hatzky.

Zuletzt hatte die Stadt mit der Fläche an der Langen Feldstraße nur Ärger. Schon das Aufstellen der Asylcontainer vor gut fünf Jahren hatte für reichlich Zwist mit den Nachbarn gesorgt. Sogar eine Bürgerinitiative hatte sich damals formiert.

Der Protest ging weiter, als die Wohnbaupläne bekannt wurden. Die Anlieger fürchten eine Wertminderung ihrer Immobilien durch die neuen Häuser und eingeschränkten Ausblick nach Süden. Ursprünglich handelte es sich um eine Gemeinbedarfsfläche etwa für einen Kindergarten, eine Schule oder einen Spielplatz.

Die Änderung des Bebauungsplans ermöglicht nun ein Allgemeines Wohngebiet. Die Stadt möchte hier in erster Linie günstigen Wohnraum schaffen und hält das Areal wegen seiner Nähe zu Schulen und Kitas, einem Supermarkt, einer Apotheke und einer Bushaltestelle für geeignet.

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