Neues Kanalsystem im Bahnweg

Gemeinde investiert knappe halbe Million

Taufkirchen - Im Mai nächsten Jahres soll mit dem Umbau des Kanalsystems im Taufkirchener Bahnweg begonnen werden. Um das derzeitige Mischsystem in ein Trennsystem umzubauen, will die Gemeinde fast eine halbe Million Euro investieren.

Die detaillierte Planung ha Regina Nöscher, Planungsleiterin Wasserwirtschaft vom Büro Wipflerplan, den Gemeinderäten des Taufkirchener Bauausschusses vorgestellt. Anwesend waren auch einige Anlieger.

Es stünden verschiedene Maßnahmen an, erklärte sie. Der Kanalbau sei nötig, weil sich laut dem Generalentwässerungsplan, den die Gemeinde 2013 erstellen ließ, Handlungsbedarf ergeben habe. Der Kanal am Bahnweg sei „hydraulisch überlastet“, sagte Nöscher. Wenn die Straße eh schon aufgerissen werde, sei die Überlegung, auch gleich die alten Stahlrohre der Wasserleitungen auszutauschen. Die Straße werde danach in der Ausbaulänge wieder hergerichtet und eine neue Trag- und Deckschicht sowie neue Granitbordsteine verlegt, da die bestehenden Betonbordsteine in sehr schlechtem Zustand seien.

Der Kanal werde vom Anschluss an der Kellerstraße bis zur Vils komplett ausgetauscht, erklärte sie weiter. Auf den bestehenden Schmutzwasserkanal soll der neue draufgeschlossen werden. Dabei werde an den Bestandsschacht angeschlossen. Das alles könne mit relativ geringem Aufwand erledigt werden.

Die Situation in der Bahnhofstraße sei relativ eng. Deshalb wurde eine neue Trassenführung gewählt, um alles überhaupt unterzubringen. Jedes Haus bekomme einen neuen Regen- und Schmutzwasserkanal-Hausanschluss. Es werde zudem angeboten, dass alles, was ab dem Hausanschluss zu machen wäre, wenn es in schlechtem Zustand sei, mitgemacht werden könne. Allerdings auf Kosten der Eigentümer. Bis zum Hausanschluss übernehme die Gemeinde die Kosten.

Durch die Umbaumaßnahme werden Wasserangebot und Löschwasserversorgung deutlich verbessert. Letztere sei momentan nicht zu 100 Prozent gewährleistet. Es werden auch weitere Hydranten gesetzt. Auch die Trinkwasseranschlüsse der Anlieger könnten im Zuge der Maßnahme auf ihren Wünsch erneuert werden. „Das macht in vielen Fällen Sinn, wenn das Ganze schon in die Jahre gekommen und in schlechtem Zustand ist“, betonte Nöscher.

Für den Kanalbau wurden 269 000 Euro veranschlagt, das teile sich mit 144 000 Euro für das Schmutzwasser und 125 000 Euro für das Regenwasser auf: „Alles brutto.“ Für den Schmutzwasserkanal würden rund 110 000 Euro der Baukosten vom Erschließungsträger des neuen Baugebiets Kellerberg-Süd übernommen. „Weil er sonst nicht an den Kanal anschließen könnte, weil er schon überlastet ist“, informierte die Planerin. Der Wasserleitungsbau sowie der Straßen- und Gehwegebau schlagen mit jeweils 64 000 Euro zu Buche.

Anlieger Karlheinz Barthel wollte wissen, ob „für die Anlieger durch dieses Bauwerk Kosten“ entstünden und ob, auch eine Leitung für die Fernwärme miteingezogen werden soll. Denn „über kurz oder lang werden da hinten“ ja noch weitere Häuser entstehen, die angeschlossen werden könnten. „Kosten entstehen insofern, wenn innerhalb der Häuser eine Umrüstung auf Trennsystem stattfinden soll“, antwortete Nöscher. Da müsste auf den Regenwasserkanal angeschlossen werden. Umzuschließen sei relativ einfach.

Bürgermeister Franz Hofstetter erklärte, dass es nicht vorgesehen sei, dort Fernwärmeleitungen zu verlegen, weil es völlig unklar sei, wie das Areal später einmal bebaut wird. Auch der Straßenneubau orientiere sich am derzeitigen Stand: „Wenn Interesse von den Anliegern da ist, macht es Sinn, dort auch Fernwärme einzubauen.“ Wenn jemand seine Leitung so lasse wie sie sei, entstünden den Anwohnern keine Kosten, wiederholte er. Die Gemeinde werde vor Baubeginn auf jeden Anlieger zukommen und alles nochmal detailliert mit ihm besprechen, kündigte Bauamtsleiter Günter Mayr an. Der Bauausschuss empfahl dem Gemeinderat schließlich die erforderlichen Mittel in den Haushaltsplan 2016 einzustellen.

Birigt Lang

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